Eine ganz und gar nicht spartanische Schlacht!

Um’s kurz zu machen: In dieser Verfilmung einer weiteren Frank Miller-Vorlage nach "Sin City" wird zwei Stunden lang getötet und gestorben. In erster Linie auf persischer, wie nicht anders zu erwarten zu späterer Stunde auch auf spartanischer Seite. Dargestellt wird das Ganze auf eine sterile und teilweise comicähnliche Art, bei der auch die Dialoge irgendetwas von Sprechblasen zu haben schein.

Nachdem der Zuschauer kurz in die Gepflogenheiten der Aufzucht junger Spatiaten eingeführt wurde, lässt sich lernen, wie die Kommunikation zwischen Völkern vor dem Jahre 0 funktionierte: Als Gesandter reitet man beim Feind vor, unterstreicht sein Anliegen durch das freundliche schwenken einiger Totenköpfe und landet dann in einem seeeehr tiefen Loch. Über die Erfolgsaussichten dieser Verhandlungsmethode lässt sich streiten.

Um die nun erwartete Versklavung Spartas abzuwenden - oder zumindest erst einmal aufzuhalten - plant König Leonidas das, was in der heutigen Friedenszeit wahrscheinlich als Sitzblockade bezeichnet werden würde. Nur das damals eben keiner saß. Der latent schwuchtelig anmutende Piercing-Halbgott Xerxes hingegen schickt Welle für Welle seiner Truppen gegen das 300-Mann Himmelfahrtskommando. Dabei fährt er eine lustige Truppe auf, die dem Anschein nach direkt in Mittelerde rekrutiert wurde. Groteske Riesen, stylische Orks, Ninjas mit Sidomasken, unfreundliche Nashörner, trötende Elefanten, dicke Scheren-Hände-Heinis - durch die Bank weg eine Menge Freaks. Apropos Mittelerde und Freaks: Gollums Schwager spielt auch mit. Er ist es dann auch, der den Persern die Möglichkeit offenbart, wie der verlustreichen Gewaltorgie ein Ende gemacht werden kann.

Mit "300" haben wir also einen "Männerfilm" vor uns, wie meine Freundin meint. Recht hat sie.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 11. April 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 2, Platz D17 · Kostenfaktor: 7,00 Euro

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