Im wahrsten Sinne des Wortes ein Himmelsfahrtskommando

Die Sonne verliert Ihre Kraft und lässt die Erde samt Bevölkerung in der bitteren Kälte des Jahres 2057 erstarren. Das ist die Ausgangslage, in der sich eine bunt zusammengewürfelte Raumschiff-Besatzung mit Selbstmordauftrag gleich in der ersten Minute dieses Danny Boyle-Films wieder findet. Ihr Ziel ist es, eine monströse Atombombe in der Nähe des Sterns zu zünden, um - einem Gasherd gleich – dort eine Neuentzündung zu verursachen und die Menschheit dadurch retten. Nein, wir schauen nicht Armageddon - Sunshine läuft im Kino.
Selten ist die Projektionsfläche einer Kinoleinwand so ausgefüllt, wie bei diesem Film mit seinen weiten und beeindruckenden Bildern und den sich stets wiederholenden sonnenwarmen Farbtönen. Die Unscheinbarkeit des Individuums angesichts der allgegenwärtigen Präsenz des Zentrums unseres Sonnensystems wird durch faszinierende Bildkompositionen deutlich, an deren Rändern sich ab und an ein Männchen im goldenen Anzug zeigen darf. Extrem gut gesetzte musikalische Untermalung sorgt dabei für das ihre, unterstreicht die Stimmung und lässt auch die Soundanlage des Filmtheaters zur Geltung kommen.
Die Mannschaft kämpft. Um das Überleben der Menschheit und den dadurch entstehenden Druck. Mit dem eigenen Verstand und gegen das Ich und die Moral. Die die Besatzung betörende Wirkung der Sonne ergreift auch den Zuschauer: Man schwitzt, man friert - je nach Sonnenstand.
Trotz des eindruckstarken Beginns leidet Sunshine an Schizophrenie: Im letzten Drittel nähert sich die philosophische Sci-Fi-Psycho-Studie mit spirituellem Touch mit großen und stetig schnelleren Schritten dem Horror-Genre. Das polarisiert. Das ist gewollt. Und das gefällt! Danny Boyle, der auch für "28 Days Later" Hand angelegt hat, weiß, wie er an den Nerven des Publikums kitzeln muss. Na klar ist da was auf dem anderen Schiff. Man spürt es förmlich! Die Toten zeigen sich - wenn auch nur für mehrere Singleframes.
Sunshine ist ein visuelles Meisterwerk und ist garantiert bald im Klassikerregal neben "2001 - Odysee im Weltraum" der Videothek um die Ecke zu finden!

Bewertung: 5 von 5 Sternchen · Gesehen am 24. April 2007 um 20h im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Joelle und Alex · Saal 8, Platz E8 · Kostenfaktor: 5,50 Euro

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1 Kommentar

Alex schrieb am 26. April 2007 @ 10:02

hmm klingt interessant… Mal schaun wann es bei uns demnächst wieder in Kino geht …

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