Superheld mit Mundgeruch
Superheldenfilme nehmen sich trotz ihrer Comic-Herkunft selbst häufig ziemlich ernst und wichtig. Anders ist das bei Hancock. Der Film startet locker, lebendig, agil. Hankock ist hier der Superheld - ein zynischer Kerl, den man nicht gerade als Gewinner der Gesellschaft bezeichnen würde. Er ist meist besoffen, flucht und pöbelt sich durchs Leben und seine soziale Kompetenz hat die Größe von Spidermans Nasenloch. Doch er macht seinen Job - vereitelt Straftaten, verhindert Unfälle und rettet Menschen. Das Ganze meist mit Kollateralschäden in Millionenhöhe und zum zunehmenden Leidwesen der Bürger und ihrer weltlichen Ordnungshüter. Ändern soll sich dieser Zustand durch die Unterstützung eines PR-Beraters, zahlreiche Gruppentherapiesitzungen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.
Schade eigentlich, dass aus diesem herrlich unkonventionellen Freak mit Mundgeruch so langsam ein 0815-Held im Gummieinteiler werden soll und die Story mit tragisch-dramatischen Elementen belastet wird. Ich hätte mir die Genreparodie auch ohne diese Entwicklung gerne angesehen und dann möglicherweise auch einen weiteren Stern spendiert. Aber dennoch ist der Film durchaus gelungen, weitestgehend gut gespielt und technisch ansprechend umgesetzt.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 02. Juli um 20h · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 4, Platz G6 · Kostenfaktor: 7,00 Euro
DieHausfrau schrieb am 6. July 2008 @ 14:02
Nachdem ich einige eher schlechte Kritiken und Kommentare zu Hancock gelesen hatte, habe ich mir gestern einen eigenen Eindruck vom Film gemacht. Deutlich besser als erwartet! Okay, gegen Ende hin wurde die Story doch etwas flau und löchrig - aber nö, im Großen und Ganzen schon okay, witzig, mit Überraschungseffekt