Buch: Der Seelenbrecher
Ziemlich häufig werden Bücher mit den Bezeichnungen Thriller oder gar Psychothriller versehen ohne diesem Label gerecht zu werden. Es handelt sich dann zwar um gute Romane oder interessante Geschichten, aber eben um nichts wirklich Spannendes. Anders ist das beim Seelenbrecher - hier habe ich mich im Dunkeln doch tatsächlich an manchen Stellen dabei ertappt, aufzuhorchen, ob da nicht doch von irgendwo ein Geräusch herkommt. Naja, es knackte dann nur der Kühlschrank…
Leider gibt es zur Buchmitte hin eine leichte Kombination aus Spannungseinbruch und Realitätsabriss und die Charaktere erwecken einen nicht wirklich plastischen Eindruck. Außerdem mochte ich kaum glauben, dass ich das Werk eines deutschen Autors in Händen halte, dessen Geschichte in Berlin spielen soll – hierzu wirkt alles zu amerikanisch. Spannende Wendungen und interessante Ideen Fitzeks unterscheiden die Lektüre dennoch von anderen Büchern und machen einfach Grusel-Spaß. Sehr schön ist die Einfassung einer Geschichte in die Geschichte und das Echtzeit-Gefühl, welches durch Zeitangaben in den Kapitelüberschriften noch verstärkt wird.
Eine Verfilmung würde mich hier nicht wundern und wäre lohnenswert.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Der Seelenbrecher” von Sebastian Fitzek
Gelesen im Mai 2009 · Lesezeit: fünf Tage
Quelle: neu aus dem Buchladen