Buch: Es
Nachdem man die letzte der elfhundert Seiten umgeschlagen und das Buch aus der Hand gelegt hat, überfällt einem ein seltsames Gefühl. Bezeichnet man dieses als Leere, so ist es sicher etwas übertrieben, immerhin handelt es sich nur um einen Papierstapel. Dennoch geht dieser, für den Moment letzten Berührung mit Stephen Kings Meisterwerk eine in der Regel tagelange Beschäftigung mit dem Städtchen Derry, seinen interessanten Einwohnern und seiner geheimnisvollen Geschichte voraus. In dieser Geschichte geht es um mehr als nur um Horror. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und Mut.
Die bis ins Detail charakterisierten Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten bieten wahrlich jedem Leser die Möglichkeit der Identifikation. Da wären der stotternde Bill, dessen Bruder ermordet wurde und der seither von seinem Eltern vernachlässig wird, sowie der dicke und strebsame Ben. Eddie ist Asthmatiker, Beverly lebt in Armut – er wird von seiner Übermutter erdrückt, sie von ihrem Vater geschlagen. Die Brillenschlange Richie hat eine große Klappe, die ihm oft zum Verhängnis wird. Stan ist Jude, Mike ist schwarz – beide leiden unter Vorurteilen aufgrund von Religion und Hautfarbe.
Die sieben Außenseiter schließen sich in jungen Jahren zum “Club der Verlierer” zusammen und nehmen gemeinsam den Kampf gegen den Alltag, die Straßengang um Henry Bowers und schließlich gegen “Es” auf. Sie wachsen zusammen, erkennen ihr Potential als mächtige Einheit und sind somit in der Lage, sich gegen einen Kontrahenten zu stellen, der einem Einzelnen den Verstand rauben würde und dessen bevorzugte Beute sie als Kinder nun einmal sind. Und in genau diesem Club findet sich der Leser als achtes Mitglied wieder – spätestens, wenn nach 27 Jahre alle erneut aufeinandertreffen, um das, was etwa jedes viertel Jahrhundert über Derry herzieht, endgültig zu bekämpfen.
Stephen Kings Werk aus dem Jahr 1986 ist kein Lesen-und-Vergessen-Buch, sondern bleibt vermutlich lange in Erinnerung. Sehr empfehlenswert!
Bewertung: 5 von 5 Sternchen
“Es”, orig. “It” von Stephen King
Gelesen im Februar 2009 · Lesezeit: fünf Wochen
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft
TheSandra plappert:
21. März 2009 um 15:06
ah cool, das buch habe ich nicht gelesen, aber den film gesehen, und der war (zumindest die erste hälfte) wirklich gut. mal sehen, wenn mal zeit ist, wird auch das buch verschlungen
derhenry plappert:
21. März 2009 um 17:20
Ich habe hingegen den Film noch nicht gesehen. Werde ich aber auch noch nachholen. Erst Buch, dann Film hat sich aber als gute Reihenfolge erwiesen.
Miracleworld plappert:
21. März 2009 um 19:18
ein sehr geiles Buch.
Ich werde nie wieder einem Clown vertrauen können
Mit dem seltsamen Gefühl nach dem Weglegen des Buches hast du Recht. Aber so gehts es mir meistens bei Stephen King-Büchern.
Kennst du die dunkle Turm-Reihe?
derhenry plappert:
22. März 2009 um 09:27
Dir Turmreihe habe ich noch nicht gelesen, nein. Aber steht noch auf meiner ToDo-Liste.
Pet0r plappert:
22. März 2009 um 20:46
Cooles Buch. Es soll nun ja erneut verfilmt werden!