Buch: Sunset
Kurzgeschichten-Bände haben einen besonderen Reiz. So sind die einzelnen Erzählungen abgeschlossen, experimentell und meist in einer Straßenbahnfahrt zu lesen. Auch der ansonsten eher für ausschweifende Erzählungen und seinen hohen Holzverbrauch bekannte King muss bei Kurzgeschichten auf den Punkt kommen. Allerdings heftet solchen Büchern oft auch der Ruf an, schnell und lieblos zusammengeschustert zu sein und das letzte aus den Werken bekannter Autoren heraussaugen zu wollen, wenn die einzelnen Geschichten nicht wirklich neu, sondern bereits anderswo erschienen sind.
Gehört man aber nicht gerade zu den Abonnenten amerikanischer Blätter wie Playboy oder Esquire, so hat man mit Sunset Neues vor sich und ist gut unterhalten – jedoch wenig gegruselt. Die Mischung der Themen und Stile ist gut gelungen, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen Epochen liegt: Während “Die Höllenkatze” bereits aus dem Jahr 1977 ist, sind andere Geschichten erst ein, zwei Jahre alt. Einflüsse rund um die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 werden an mehreren Stellen deutlich.
Entgegen vieler anderer Meinungen finde ich “N.” übrigens nicht so wahnsinnig klasse, sondern war vom “Pfefferkuchen-Mädchen” mehr angetan.
Im Anhang finden sich ein paar Seiten mit interessanten Anmerkungen von King.
Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Sunset”, orig. “Just After Sunset” von Stephen King
Gelesen im Januar 2009 · Lesezeit: zwei Wochen
Quelle: Weihnachtsmann