Film: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
Nachdem bereits 1974 eine Verfilmung des Romans von John Godey (mit Walter Matthau in der Hauptrolle) in die Kinos gekommen ist, und vor elf Jahren eine Neuauflage fürs Fernsehen produziert wurde, ist das Thema nun zum dritten mal guckbar. Erstaunlich, angesichts der eigentlich kompakten Handlung: Ein kleiner Trupp von Kriminellen kapert unter der Führung von Gangster Ryder (John Travolta) eine New Yorker U-Bahn und möchte die Stadt so um einen Millionenbetrag erleichtern. Die Verhandlungen führt – in Form eines Duells Mann-gegen-Mann – der Fahrdienstleiter Garber (Denzel Washington).
Gesehen habe ich jetzt nur den 2009er-Streifen von Regisseur Tony Scott, aber warum hier ein Remake sein musste, bleibt mir ein Rätsel. Verbreitete das New York der 70er Jahre sicher noch ein interessantes Flair, ist der Schauplatz in der heutigen Zeit beliebig und austauschbar. Ob es nun um ein Flugzeug in Chicago, einen Bus in LA oder eben eine U-Bahn geht – irgendwie hat man das Gefühl, das ganze schon einmal gesehen zu haben.
Die Leitstelle der U-Bahn kann es mit der Kommandozentrale eines mittleren Raumschiffes der Galaxy-Klasse aufnehmen, etwas fraglicher Börsenblödsinn soll an die aktuellen Finanzmarktthemen und Spekulationsgeschäfte um den 11. September erinnern.
Travolta und Washington können da noch stark am Ruder reißen, sind sie doch die einzigen Charaktere, denen so etwas wie latente Tiefe ins Drehbuch geschrieben wurde. Wobei auch diese beiden nicht gerade um ihr Leben spielen und in besseren Rollen gesehen wurden. An andere Darsteller erinnert man sich zwei Minuten nach dem Film nicht mehr, weil sie schlicht Pappkameraden hätten sein können und für die Geschichte irrelevant sind.
Hinsichtlich Action und Optik kann man natürlich nicht meckern: Schnelle Schnitte, nette Effekte – alles an Bord. Leider etwas sauber, glatt, ohne Kanten. Poppkornkino für einen HaFa-Abend: Hirn aus, Film ab.
Bewertung: 2 von 5 Sternchen
Gesehen am 15. Juli um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 4, Platz G8
Kostenfaktor: 9,00 Euro