Film: District 9
Nachdem über dem südafrikanischen Johannesburg ein Raumschiff strandet, entsteht für die knapp zwei Millionen Aliens ein großes Auffanglager unter der Verwaltung einer Privatarmee: District 9. Doch die steigende Zahl der außerirdischen in Schaben-Gestalt und wachsender Unmut der Bevölkerung zwingen die Verantwortlichen zu einer Umsiedlungs-Aktion.
Peter Jackson lässt seine Geschichte mit Elementen einer Dokumentation beginnen: Freunde des Protagonisten werden interviewt, die Kameraführung ist ruckelig, Sprecher aus dem Off. Obwohl die Regieführung im weiteren Verlauf konventioneller wird, bleibt dem ganzen Geschehen ein erstaunlicher Realismus erhalten und trotz der teilweise haarsträubenden Sci-Fi-Elementen und der unglaublichen Hässlichkeit der Aliens glaubt man fast, was man sieht. Da ausschließlich auf unbekannte Darsteller gesetzt wurde, kommt das Reportage-Feeling noch besser beim Zuschauer an. Die Atmosphäre und die Bilder sind dreckig und rau. Effekte und Animationen wirken gut (und sehen besser aus, als beispielsweise bei Transformers 2).
Anders als bei klassischen Alien- und Sci-Fi-Filmen schwingt während des ganzen Streifens eine unbehagliche Stimmung im Kinosaal. Fremdenhass, Ghettos, Ausbeutung, illegale Einwanderung, Armut und Gewalt – gibt es das nicht wirklich alles? Sind die Aliens nur Stellvertreter für jede beliebige, reale unterdrückte Bevölkerungsgruppe? Der gesellschafts- und sozialsatirische Anteil ist bei wohl kaum einem Film dieses Genres so stark und macht ihn sicher zum Unikat. Aber dennoch sind viele Kritiker zu euphorisch, wenn sie in ihm ein zukunftsweisendes Genre-Meisterwerk sehen. Die Welt wird er nicht verändern, sehenswert ist er.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 15. September um 20:10
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 10, Platz D16
Kostenfaktor: 7,50 Euro
Filmleri plappert:
24. November 2009 um 16:47
Also ich fande Ihn gut.