Technik finde ich spitze. Selbst elektronisches Spielzeug mit eher eingeschränktem Nutzen habe ich nicht selten vor der richtigen Marktdurchdringung (so sie denn überhaupt folgte) überteuert erworben. Alledings lese ich auch gerne und viel. Nachrichten häufig am iPhone, Newsletter und Artikel am Rechner. Aber: Romane, Krimis und Thriller in Buchform.
Und genau bei diesem Medium stehen wir – glaubt man Amazon, Sony & Co. – am Rande einer Revolution. Gut, diese eBooks werden bereits seit gefühlten fünf Jahren gefeiert und bei Technik- und Büchermessen als ausgereift vorgestellt, aber jetzt sollen diese Dinger doch tatsächlich den Weg in den Massenmarkt finden.
Wird ja auch Zeit: Endlich kann ich 200 ungelesene Bücher inklusive Netzteil mit mir rumschleppen, darf auf den Akkustand meines kontrastarmen Romans achten, mich ärgern wenn ich ihn aus der Hand fallen lasse und er zerbricht. Endlich kann ich mein Buch nicht mehr mit an den Strand nehmen, sondern muss es vor Sonne, Sand, Salz, Feuchtigkeit und Dieben schützen. Endlich brauche ich mein Buch nicht weiterverschenken oder verkaufen – wofür gibt es DRM? Endlich steht nichts mehr im Regal rum und riecht beim Blättern angenehm nach Druckerschwärze. Endlich spare ich bei Thalia die Versandkosten, wenn ich mir Stephen Kings “Wahn” für 20,95 EUR kaufen kann und brauche nicht nur 9,95 EUR zahlen.
Ihr seht schon, ich freue mich auf dieser Wunder nutzloser Technik wie bekloppt. Während die CD bei ihrer Einführung einige Vorteile gegenüber der Langspielplatte hatte, können Kindle und seine Geschwister kaum etwas besser als das Buch. So lange ich die komplette Bandbreite aktueller Literatur in meiner Buchhandlung um die Ecke auf schönem – gerne auch chlorfrei gebleichten – Papier zu normalen Preisen bekommen kann, werde ich mir kein eBook-Dingsbumms zulegen! Das verspreche ich. Wie sieht das bei Euch aus?
Ich warte noch bis die Dinger etwas ausgereifter sind, aber dann werde ich mir auf jeden Fall eines holen. Bereits jetzt lese ich nur noch im Internet Zeitung, und mittelfristig wird das mit Büchern nicht anders sein. Warum soll ich mir einen haufen Holzmedien ins Regal stellen, die nur Platz einnehmen und Staub fangen wenn ich es auch praktisch und handlich haben kann? Ich bin sicher: mit dem eBook ist es wie mit dem Handy. Am Anfang finden es alle doof, am Ende weiss keiner mehr wie man ohne das Ding klarkommen konnte.