Buch: Leichenblässe
So, nachdem Leichenblässe jetzt auch als Taschenbuch erschienen ist, hab’ ich nun alle Bücher von Simon Beckett durch.
Thema ist der dritte Fall des forensischen Anthropologen David Hunter, der erstmalig nicht in Großbritannien, sondern in Tennessee spielt. Hinsichtlich Stil und Ablauf bleibt hingegen vieles beim Alten, denn erneut ist Hunter nicht nur beratend unterwegs, sondern ehe er es sich versieht mitten in das Geschehen involviert und wiedereinmal ist nicht alles so, wie es scheint.
Nicht ganz mit den Vorgängern mithalten kann jedoch das “Buch nicht weglegen wollen”-Gefühl. Gerade zu Anfang zieht sich die Story ein wenig und steht bei den Punkten Spannung und Komplexität verglichen mit der Chemie des Todes hinten an. Zahlreiche Figuren bleiben verhältnismäßig farblos und entziehen sich somit Interesse und Mitgefühl und die Beschreibung der instabilen psychischen Situation, in der sich der Protagonist infolge seines letzten Einsatzes befindet, ist mir schon etwas zu viel des Guten. Auf der anderen Seite hätte ich mir eine stärkere Verknüpfung zur Handlung des Vorgänger-Buches gewünscht.
Wie nicht anders zu erwarten, ist Leichenbläse natürlich ein handwerklich überzeugender Thriller, den zu lesen es durchaus lohnt. Dem Autor wird leider sein eigenes hohes Niveau zum Verhängnis. Denn dem starken Anspruch an alles weitere aus seiner Feder wird er meiner Meinung nach dieses Mal nicht ganz gerecht.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Leichenblässe”, orig. “Whispers of the Dead” von Simon Beckett
Gelesen im August 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen
Mariusz plappert:
7. August 2010 um 09:51
Ich hab auch alle 3 Werke von Simon Beckett gelesen und fand die ersten 2 eindeutig besser.
Momentan lese ich die Serie von Cody McFadyen (Blutlinie, Todeskünstler, Das Böse in uns) Die ersten beiden hab ich durch, absolut zu empfehlen
Damian plappert:
8. August 2010 um 01:43
“War er auch ein TBI-Agent?”
“Nein. Sie war Anwältin.”
Beste Buchreihe seit Ewigkeiten. Der Schluss in Leichenblässe gab mir den Rest. Das war zu viel für mein schwaches Herz. Grossartig. Ich hab bis 3 Uhr Morgens durchgelesen weil ichs fertig haben wollte und ging um 6 Uhr schon wieder arbeiten. Ich war dann auch ziemlich leichenblass.
derhenry plappert:
8. August 2010 um 13:35
@Mariusz: Danke für den Tipp!
@Damian: Yea, cooles Zitat. Und so hat der Titel ja wenigstens gehalten, was er verspricht.
Mac_BetH plappert:
13. August 2010 um 19:29
Hallo zusammen,
ich fand das erste Buch von Simon Beckett noch wirklich gut, allerdings hat mir das zweite auch schon nicht mehr so gut gefallen, also habe ich das Dritte ganz weggelassen. Halt die berühmte Geschmacksfrage!
Gruß
Matthias