Buch: Voyeur

22. April 2010 2 Kommentare

Wie schon Obsession und Flammenbrut gehört auch der Voyeur zu einer Gruppe sehr psychologisch ausgerichteten Krimis.

Der Hauptberufliche Einzelgänger und nebenberufliche Galerist Donald begehrt nicht nur erotische Kunst, sondern nach einem zufälligen Schlüsselereignis zusehends auch seine junge Assistentin Anna. Anders als der sprunghafte Frauenheld Zeppo ist er jedoch nicht an kurzfristigen Abenteuern und rein körperliche Nähe interessiert – er möchte die schöne Anna ganz und gar vereinnahmen, sie besitzen. Ein Plan, dem Annas Freund natürlich im Wege steht, so dass sich Donald und Zeppo zusammentun, das glückliche Paar zu trennen.

Der Voyeur ist das erste von Simon Beckett geschriebene Buch und wurde bereits 1994 unter dem Titel Galerie der Verführung in Deutschland veröffentlicht. Nach dem nun aufgekommenen Hype um den Autor und den Erfolg der beiden Bücher außerhalb der Hunter-Reihe war die Neuauflage unter einheitlicher Flagge sicher schon alleine ein wirtschaftlicher Selbstläufer.

Seine Vielseitigkeit stellt der Autor mit diesem Buch erneut deutlich unter Beweis. Wieder einmal ist ungewöhnliche Besessenheit das bestimmende Thema, aber durch die ganz andere Perspektive – der Voyeur ist selbst der Erzähler – und durch die abweichende Intention des Protagonisten unterscheidet es sich dennoch gleichzeitig stark von Becketts anderen Büchern. Stil und Sprache sind, verglichen mit den späteren Erscheinungen, auf bekannt hohen Niveau.

Die spannende und kurzweilige Geschichte macht Spaß und ist schnell gelesen. Auf der Suche nach Kritikpunkten könnte man das schnelle und nicht arg überraschende Ende anführen. Aber meine Güte, nicht immer muss es auf den letzten Seiten eine Hunderachtziggraddrehung geben – das wäre ja auch wieder langweilig.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Voyeur”, orig. “Fine Lines” von Simon Beckett
Gelesen im April 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

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2 Kommentare

  1. Katrin plappert:
    24. April 2010 um 13:16

    Ich habe Simon Beckett vor kurzem für mich entdeckt und bin schwer begeistert. Ich bin jetzt beim zweiten David Hunter-Band (“Written in bone”) und kann ihn kaum weglegen. “Voyeur” werde ich sicher auch noch lesen.

    Antworten

  2. derhenry plappert:
    24. April 2010 um 17:21

    Dann wünsche ich Dir weiterhin viel Spaß! ;)

    Antworten

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