Film: True Grit
Auf den ersten Blick passt ein 14jähriges Mädchen so überhaupt nicht in die staubige, brutale und raue Kulisse eines Westerns. Aber eigentlich passe ich auch nicht zu den Verfechtern des Film-Genres. Bei True Grit ist irgendwie so manches anders.
Bei dem Mädchen handelt es sich um Mattie Ross, deren Vater bei einem Überfall feige ermordet wurde. Fest entschlossen, den Täter hängen sehen zu wollen, setzte sie ein Kopfgeld aus und engagiert den whiskey-verliebten und selbst nicht ganz gesetztreuen U.S.-Marshall Rooster Cogburn (Jeff Bridges, Tron: Legacy, Männer, die auf Ziegen starren) – die Jagt durch die Weite der Prärie beginnt.
Es scheint, als ob die burschikose Mattie irgendwann ihre Milchzähne verloren und gleich darauf mit Haaren versehenden Ersatz bekommen hat. Zwischen den harten Jungs wirkt sie nur selten zerbrechlich und in der Regel gibt sie gar den Ton an. Insgesamt erinnert das ungleiche Duo mich immer wieder leicht an Léon der Profi und Neuentdeckung Hailee Steinfeld könnte hier, wie einst Natalie Portman, den Grundstein einer erfolgreichen Karriere gelegt haben.
Für Matt Damon (Departed, Bourne) muss ich an dieser Stelle über meinen Schatten springen: Gehört er doch nicht gerade zu meinen Lieblingsschauspielern, gibt er den blasierten harten Texas-Ranger mit dem weichen Kern grandios.
Mit The Big Lebowski, No Country for Old Men und Burn After Reading haben die Coen-Brüder schon so manches Meisterwerk voller Exzentriker und schräger Typen auf die Leinwand gebracht. Die Neuauflage des John-Wayne-Klassikers Der Marschall (1969) reiht sich hier blendend ein, scheint aber gleichzeitig der bisher massentauglichste und somit finanziell erfolgreichste Film von ihnen zu werden. Das Vabanquespiel zwischen vergilbter Klassik von gestern und albernen Marlboro-Kitsch entscheiden die für Regie und Buch verantwortlichen Brüder für sich und somit für das Publikum.
Auf den zweiten Blick dann passen sowohl das Mädchen in die Kulisse als auch ich in den Kinosaal.
Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 25. Februar um 19:30
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 3, Platz F4
Kostenfaktor: 9,00 Euro
Jaycee aus dem Atomlabor Wuppertal plappert:
26. Februar 2011 um 12:28
hört sich sooo gut an und weil ich den eh sehen möchte , war das jetzt die Initialzündung ihn auch wirklich zu gucken !
Thx !
derhenry plappert:
26. Februar 2011 um 12:44
Bittsch’n.
Nils plappert:
26. Februar 2011 um 15:30
Hab ich mir gestern auch angeguckt und man muss wirklich sagen im ganzen betrachtet ist dieser Film ganz großes Kino! Leider ist der Song zum Ende hin nicht Oscar nominiert. Einziges Manko: Matt Damon sah so doof mit Schnurrbart aus. Der war glaube ich nicht echt.
Sebastian plappert:
26. Februar 2011 um 15:34
Klingt spannend, der erste Teaser hatte mich nicht überzeugt. Nach deinem Bericht hat der Trailer eben genau deine Worte bestätigt.
Mal dir Runde fragen, wer mit ins Kino kommt
Danke
AndiBerlin plappert:
27. Februar 2011 um 10:29
Ich habe den Film gestern im Kino gesehen und war begeistert. Der verbale Schlagabtausch zwischen dem Marshall (Bridges) und dem Texas Ranger (Damon) waren immer grandios. Auch die meisterhafte Darstellung der Mattie hat mich überzeugt. Es muß schwer für so eine junge Schauspielerin sein, eine so erwachsene Rolle zu spielen.
Und ich kann mir nicht helfen, aber bei Bridges Darstellung von Cogburn habe ich immer ein wenig den Dude vor Augen gehabt.
Das Ende fand ich nicht so gelungen, da ich schon gerne gewusst hätte was mit dem Marshall nach den 25 Jahren passiert ist.
Aber ich war und bin immer noch sehr froh, das das klassische Western Genre im Kino nicht tot ist.
derhenry plappert:
27. Februar 2011 um 11:55
Da hast Du Recht, das Ende fand’ ich auch nicht so gelungen. Aber da wollte man wohl nicht zu weit vom Buch abweichen.
Doof fand’ ich auch die ganze Erzähl-Ebene drum herum, dass die 40jährige also Ihre Geschichte aufsagt – die hätte man sich sparen können.
maloney8032 plappert:
27. Februar 2011 um 13:43
Das einzige was auszusetzen hatte war dieser sinnlose Epilog, der jeder Figur das gewisse etwas razubte, welche sie den ganzen Film über versprüht hatten.
derhenry plappert:
27. Februar 2011 um 13:44
Ja, das versachlicht und entzaubert ein wenig, gell?
Spanksen plappert:
28. Februar 2011 um 16:46
Läuft hier natürlich nicht, muss auf die Bluray warten (bei unserem Kinobild auch besser so
)
derhenry plappert:
28. Februar 2011 um 17:02
Wat? Das ist ja ne Schande. Und was für ein Kino ist das? Autokino?
Dani plappert:
28. Februar 2011 um 19:39
Ich war ehrlich gesagt nicht ganz so begeistert. Vielleicht 4 von 5 Sternen.
Es war ein schön erzählter, toll ausgestatteter Western, mit bester Besetzung … aber “bloß” solide erzählt, überraschungsarm, nicht neu. Die Coolness des Trailers konnte er für meinen Geschmack nicht halten.
maloney8032 plappert:
2. März 2011 um 14:13
ja wirklich ein ganz genialer Film mit einem noch genialeren Jeff Bridges…und dem Mädchen
Sebastian plappert:
8. März 2011 um 23:46
War eben im Kino und fand ihn ebenso klasse wie du ihn hier vorstellst. Überraschend lustig aber auch wieder spontan brutal. Aber genau die richtige Mischung um einen Eindruck vom Western zu bekommen.
Die Kleine ist einfach nur Hammer mit ihren Sprüchen.
Hat mir echt gut gefallen. Nur das Ende war etwas blöd, aber nen Vorschlag als Alternativende hätte ich auch nicht
christian plappert:
9. März 2011 um 19:49
Japp, ein wirklich gelungener Film. Wenn ich eine Sache benennen sollte, die mich an ihm stört, dann höchstens, dass er eigentlich relativ unoriginell ist und sich so gut wie gar nicht von Western von vor 40 oder 50 Jahren unterscheidet. Aber damit kann ich eigentlich ziemlich gut leben
Sebastian plappert:
30. März 2011 um 08:38
Wer den Film von 1969 nicht kennt (ich auch nicht) kann in dem Trailer nen guten Eindruck bekommen.
Überraschend viel kopiert, aber klar ist ja der gleiche Roman
1969
http://www.youtube.com/watch?v=tN-j4GDqjv4
2010
http://www.youtube.com/watch?v=9DM4E7LXHbU
Jaycee aus dem Atomlabor Wuppertal plappert:
11. März 2011 um 23:57
Der Film war der Hammer.
Lachen und bedrückt sein lagen eng beieinander !
Genial ! Coen Bros. was sonst !
Klein Anmerkung an die Vorschreiber, der Film ist ein Remake !
Das Original war „Der Marshal“
derhenry plappert:
12. März 2011 um 00:06
Ja, stimmt. Da ist die Handlung zwar vorgeschlagen, aber Abweichungen wären natürlich schon drinn…
Jaycee aus dem Atomlabor Wuppertal plappert:
12. März 2011 um 00:33
Nun es gibt ja eine Romanvorlage und ich finde es ok, wenn man sich daran hält und der Witz ist doch eingeflossen !