Wenn ein Chef nicht selbst den Mut aufbringt seiner Belegschaft höchstpersönlich die Entlassungspapiere zu überreichen, kann er auf die Dienste von Ryan Bingahm (George Clooney, Burn after reading, Ocean’s 11-13) zurückgreifen. Dieser fliegt dann gerne quer über den Kontinent, um das Arbeitsleben der Angestellten auf professionelle Art und Weise zu beenden.
Für viele mag dieses Leben nicht erstrebenswert, ja sogar grausam sein – Ryan selbst findet jedoch eher die Tage schrecklich, die er in seiner kleinen Wohnung in Omaha verbringen muss und nicht in Abfertigungshallen, Flugzeugen und Hotelzimmern lebt. Sein Ziel – als siebter Mensch überhaupt die zehnmillionste Bonusmeile zu sammeln – stets vor Augen begegnet er mit der Geschäftsfrau Alex plötzlich einer Gleichgesinnten. Doch eine weitere Frau droht sein Leben kräftig durcheinander zu bringen: Seine neue Kollegin Natalie hat ein Modell entwickelt, bei dem die Freistellung von Personal per Videokonferenz erfolgen und somit haufenweise Reisebudget eingespart werden kann.
Regisseur Jason Reitman (Juno) setzt das Buch in tolle Bilder um und lässt den Zuschauer die Welt der professionellen Geschäftsreiserei hautnah erleben. Zusammen mit sehr schön pointierten Dialoge und einem hervorragenden Protagonisten entsteht eine überzeugende und unterhaltsame Tragikomödie, die mit ihren zahlreichen gesellschaftlichen Themen eine erstaunliche Aktualität aufweist und trotzdem mit einer gewissen Leichtigkeit daher kommt. Clooney zeigt, dass er gleichzeitig arrogant, charmant und einfühlsam auftreten und somit eine schauspielerische Bandbreite abliefern kann, wie es nur ein kleine Gruppe in Hollywood vermag.
Off topic, aber als Merker an mich: Immer gleich die Kinokarten auf Datum und Uhrzeit überprüfen. Erst als jemand Anspruch auf unsere Sitzplätze im ausverkauften Kinosaal erhob, haben wir bemerkt, dass die Kassen-Pfeife uns Karten für den Folgetag verkauft hat. *grr*
Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 19. März um 23:00 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Joelle · Saal 5, Platz K6 · Kostenfaktor: 6,50 Euro
Wenn man mit
Wir schreiben das Jahr 1954 und befinden uns auf Shutter Island, einer weit abgelegenen und nicht gerade einladenden Insel, die duzende geisteskranke Kriminelle, ihre Ärzte und Wärter beheimatet. US-Marschal Edward “Teddy” Daniels hat den Auftrag, gemeinsam mit seinem Partner das Verschwinden einer Patientin zu untersuchen.
Sobald Autoren mehr als ein Buch veröffentlichen, sind deutsche Verlage anscheinend besonders scharf darauf, die Werke hinsichtlich Optik und Namensgebung auffallend gleich zu gestalten. Das kennt man beispielsweise von Stephen King, dessen Titel oft absolut nichts mit der Geschichte oder der Originalfassung zu tun haben und das ist auch bei Peter James so.
Zack: Vorhin noch in
Schweden-Krimis sind ja wohl anscheinend ein Genre für sich. Sind sie mir früher nie aufgefallen, überfluten sie plötzlich Buchhandlungen und Fernsehzeitschriften. Es war also mal an der Zeit ein skandinavisches Produkt auf die Probe zu stellen – immerhin pappt auf dem Buch ein “Spiegel-Bestseller”-Klebchen.
Noch immer gibt es Leichenblässe, den dritten Teil der David Hunter-Reihe, nicht als Taschenbuch und daher wurde jetzt erst mal dieses Werk verinnerlicht.
Nicht erst nach der Lektüre dieser Memoiren ist das Leben als Hells Angel nicht mein erklärtes Ziel. Aber dennoch strahlt diese geheimnisvolle Parallelgesellschaft etwas Spannendes aus, in das sich einzublicken durchaus lohnt.
Man stelle sich vor, dass niemand mehr in natura am öffentlichen Leben teilnimmt, sondern diese Aufgabe einem ferngesteuerten Roboter überlässt. Die Straßen sind menschenleer und nur noch von makellosen und faltenfreien Ersatzkörpern bevölkert. Ihre Besitzer und Lenker liegen derweil auf einer kuscheligen Ganzkörperfernbedieung in den sicheren eigenen vier Wänden – zu grenzenlosen, virtuellen und folgenlosen Risiken bereit und fern jeder Verantwortungspflicht.
Mit seinem neusten Streich 2012 tobt sich Roland Emmerich mal wieder so richtig aus. Wie ein Kind, dem man Bauklötze in die Hand gibt, lässt er Türme einstürzen, Autos durch die Gegend fliegen und ganze Städte von der Bildfläche verschwinden. Dabei sind die Bilder stärker, die Effekte überzeugender, als alles was man bisher in diesem Genre vor die Augen bekam.