22 Jun

Buch: Amokspiel

In Filmen und Büchern werden Psychologen und Psychiater ja meist selber als ihre besten Kunden dargestellt. So ist es auch beim Amokspiel, bei dem gleich zwei Vertreter dieser Zunft um den Titel der kaputtesten seelischen Verfassung zu ringen scheinen. Während der eine im Kampf um seine große Liebe zum Terroristen wird, ist die andere zwischen Selbstmordplänen und der Verhandlungsführung hin und her gerissen. Ort des Schauspiels ist dabei weitestgehend ein kleiner Radiosender, über den der Amokläufer sich Gehör verschafft

Da dem Buch nicht nur die Grusel- und Paranormal-Nuance fehlt, die ich an Fitzek ansonsten so schätze, sondern auch nicht wirklich viel Thrill zwischen den Buchdeckeln ist, muss ich einen Stern abziehen. Ein weiterer Stern geht flöten, weil die Geschichte zwar nett ausgedacht, aber so dermaßen konstruiert und verrückt ist, dass man auch über einen weißen Löwen, der plötzlich irgendwo durch einen brennenden Reifen springt, nicht weiter überrascht wäre. Wegen dem kontinuierlich hohen Spannungsbogen und der gewohnt guten Schreibe bleiben also drei Sternchen.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Amokspiel” von Sebastian Fitzek
Gelesen im Juni 2011 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

16 Jun

Film: Hangover 2

Die Filmindustrie steht unter dem Einfluss von zwei Grundregeln: “Mache zu jedem erfolgreichen Film ein Sequel!” und “Komme damit nie an das Original heran!”. Beide sind mit Hangover 2 erfolgreich erfüllt.

Obwohl meine Erwartungen vorsorglich nicht die höchsten waren, bin ich erstaunt aus dem Kino gekommen, denn etwas weniger Nähe zum ersten Teil und eine originellere Geschichte hätte ich mir dann doch gewünscht. Eigentlich haben die Macher lediglich den Handlungsort nach Tee-Highland verlegt und die (total belanglose) Braut ausgetauscht – neben den drei Hauptdarstellern blieb sogar der ein oder andere Witz im Spiel. Aufgedreht wurde hingegen das Ventil zur Regulierung des Vulgären und so mancher Gag hat dann auch leider schlicht nicht gezündet.

Abgesehen davon ist der Unterhaltungswert aber recht hoch und auch beim zweiten Teil hat der Zuschauer stets ein Grinsen im Gesicht. Wichtigste Zutat ist hierfür zweifelsohne der durchgeknallte Alan (Zach Galifianakis, Stichtag), der wahrscheinlich auch aus dem Telefonbuch vorlesen und damit Lacher produzieren kann.

Muss man den ersten Teil von Hangover zuvor gesehen haben? Nicht zwingend. Hier und da gibt es Anspielungen und kleine Insider, aber die Handlung ist ansonsten so promilletauglich, dass es keiner Vorkenntnisse bedarf. Beide Teile im Doppelpack anzusehen ist jedoch vielleicht keine gute Idee…

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 12. Juni um 19:30
im CineStar Garbsen · Saal 5, Platz E6
Kostenfaktor: 9,00 Euro

09 Jun

GW-7900CD-9ER

Boa, wat ein genialer Name, was?
Eigentlich stand keine Armbanduhr auf dem Einkaufszettel, aber dieses coole, gelbe Plastikding mit Solarantrieb musste ich einfach haben, nachdem ich zufällig daran vorbeigelaufen bin.

G-Shock-Uhren von Casio waren ja zu meiner Schulzeit schon hip – das es da noch immer regelmäßig neue Modelle gibt, wusste ich gar nicht. Jetzt habe ich also so coole Feautures wie Full-Auto-Illuminator, Mondphasenanzeige und Weltzeit mit Funk-, Eier- und Stoppuhr am Mann. Hach, was schön.

26 Mai

Buch: Tiere

Stichworte: , , 2 Kommentare

Als Sohn eines Wirt-Ehepaares lebt Nigel nach dem Tod seiner Eltern auch weiterhin in einem mittlerweile konzessionslosen und vereinsamten Pub und bestreitet seinen Lebensunterhalt als Aushilfskraft. In seiner Freizeit befasst sich der gute Nigel intensiv mit Comics, Fernsehserien und Zeichentrickfilmen. Der weniger gute Nigel hingegen hat weitere Verpflichtungen: Er muss sich um die eingefangenen Tiere in seinem Keller kümmern.

Wer die Bücher von Simon Beckett kennt weiß, dass Spannung auch ohne den ganz großen Knalleffekt funktionieren kann. Mit dem Exemplar Tiere und der Geschichte über einen einsamen, verwirrten und nicht so ganz hellen jungen Mann bliebt der Autor dieser Tradition treu. Wie gewohnt, zeichnet Beckett seine Hauptfigur deutlich und tiefgründig und nutzt Schreibstil und Sprache als ein die Geschichte verdeutlichendes Mittel. Verglichen mit seinen weiteren Werken merkt man Tiere den Status als Erstlingsstück zwar deutlich an, aber das dünne Büchlein ist dennoch die Lektüre wert.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Tiere”, orig. “Animals” von Simon Beckett
Gelesen im Mai 2011 · Lesezeit: vier Tage
Quelle: Osternest

25 Mai

Tüten für die Pampa

Padje Artikelbild 1

Für unseren diesjährigen Urlaub braucht es etwas mehr, als Badehose, Flugticket und Sonnencreme. Wie schon erwähnt, werden wir eine aufregende Trekking-Tour durch Nordschweden machen und brauchen somit Rucksack, Zelt, Schlafsack & Co.
In loser Folge stelle ich hier die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände vor, die wir bereits besorgt haben. Den Anfang macht dabei einer der wichtigsten Posten: Das Essen.

Da wir auf unserer Tour für zwei Wochen im Nationalpark und fern ab von Zivilisation und Supermarkt weilen werden, gilt es für diesen Abschnitt die gesamte Verpflegung mitzuführen. Das es da eher kein Steak und auch keine Lasagne geben kann, ist wohl klar, aber auch Konserven scheiden aufgrund des Gewichtes aus. Unser Essen muss drei wichtige Kriterien erfüllen: geringes Gewicht und Volumen, leichte Zubereitung und ausreichend Brennwert.

Wie für die gesamte Tour haben wir auch zu diesem Punkt gründlich im Internet recherchiert und beschlossen, dass wir wohl Trekking-Futter-Tüten benötigen werden. Günstig ist das Fresschen zwar nicht gerade, aber bei einer großen Auswahl noch bezahlbar haben wir unterschiedliche Marken beim outdoorfoodshop gefunden und prompt bestellt.

Als der Postmann mit dem gut zehn Kilo schweren Paket vor der Tür stand, hab ich mich dann doch etwas erschrocken. Im Inneren verbargen sich Schätzchen wie “Lachspesto mit Pasta”, “Nasi Cashew” und Bauernomelette, aber auch süße Leckereien wie “Knusper Müsli”, Haselnussmus und Blaubeerpudding.
Natürlich mussten wir dann auch erst einmal probieren, wie Zubereitung und Geschmack daher kommen: Wasser kochen – stilecht mit dem noch vorzustellenden Trangia-Kocher -, Wasser in die Tüte, umrühren, ziehen lassen, fertig. Geschmacklich fanden wir die Makkaroni in Käseschinkensauce erstaunlich gut und obwohl wir die Einmannportion geteilt haben, war ich erfreulich gesättigt.

Die wachsende Nachfrage nach solchen Gerichten lässt immer mehr Hersteller auf den Markt drängen, die mit viel Kreativität immer neue Varianten kreieren und dabei auch Wünsche nach Bio oder vegetarischer Ernährung erfüllen und so ausgefallene Produkt, wie nicht schmelzendes Eis oder Büchsen-Burger im Programm haben. Die alten Panzerkekse haben also eindeutig leckere Konkurrenz bekommen. Ob nun Travellunch, Drytech, Adventure Food, Farmers Snack oder Trek’n Eat – unser Vorratsschrank enthält von jedem etwas und natürlich werden wir über Tops und Flops berichten! Mahlzeit.

19 Mai

Film: Scream 4

Kinders, wie die Zeit vergeht. Viel ändert sich in über zehn Jahren aber einfach wohl nicht, denn noch immer lässt der Kerl, der bereits vor 15 Jahren erfolgreich Teenager schreiend durch die Gegend hat laufen lassen erfolgreich Teenager schreiend durch die Gegend laufen. Regisseur Wes Craven (mittlerweile über 70) hält dabei am Altbewährten fest: Telefone, Blondinen, Küchenmesser und die Frage nach dem Lieblings-Horrofilm werden mit Dialogen über Twitter, Facebook und Saw kombiniert und so in die Neuzeit gehievt. Aber natürlich ist Scream 4 – viel cooler übrigens Scre4m geschrieben – keine langweilige Wiederholung, kein ewig gleicher Schuh.

Vielmehr ist dieser (vermutliche nicht letzte) Teil eine Art Meta-Meta-Grusel-Film, denn durch zahlreiche Anspielungen auf die ersten drei Teile und durch die bereits ab Scream 2 genutzte Horror-Reihe in der Reihe (Stab) schaut der Zuschauer gleich durch einen ganzen Haufen an unterschiedlichen Ebenen – deren Inhalt dann doch irgendwie immer der gleiche ist.

An der Rekord-Überlebenden Sidney Prescott (Neve Campbell) hat zwar ein wenig der Zahn der Zeit genagt, aber natürlich ist sie auch wieder mit dabei und stattet dem idyllischen Mordschauplatz Woodsboro einen Besuch auf ihrer Lesereihe ab. Das Werk, in dem sie ihre Erlebnisse niedergeschrieben hat und so verarbeiten möchte, stellt sie medienwirksam ausgerechnet am zehnten Jahrestag der letzten Tat vor. Eine folgenschwere Provokation für den Mann mit der Maske und ein Déjà-vu für alle Beteiligten – unter denen auch der ach so bekannte treudoofe Sherrif Riley samt mittlerweile angeheirateter Journalistin Gale Weathers ist.

Zusammen mit seinem Autor-Duo macht sich Craven sich einen riesigen Spaß daraus, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Das Timing der Überraschungsmomente ist nicht selten so gesetzt, dass erst kurz nach der Szene, in der der erfahrene Genre-Kenner einen Thrill vermutet, wirklich etwas passiert und die stets naheliegendste Auflösung des ganzen Abenteuers ist mit dem Tod des vermeintlichen Täters immer wieder dahin.

Ein unterhaltsamer und trotz des Themas irgendwie entspannter Film, der auf 3D, Wackelkamera und Schnickschnack verzichten kann und für einen vierten Teil wirklich originell ist. Seid pünktlich auf Euren Plätzen, denn das Opening hat mir am besten gefallen!

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 17. Mai um 18:25
im CineStar Garbsen · Saal 9, Platz A10
Kostenfaktor: 7,00 Euro

18 Mai

Buch: Zerstört

Endlich hatte ich mal wieder einen Teil der Grant-Country-Reihe um den Ermittler Jeffrey Tolliver in Händen – Pflichtlektüre, wenn man die ersten fünf Bücher begeistert gelesen hat.
Wie gewohnt erzählt Karin Slaughter auch in Zerstört sehr viel aus der Vergangenheit ihrer Protagonisten und vertieft diese somit von Buch zu Buch. Nun ist Lena Adams, die leicht debile Mitarbeiterin des Detectives, erneut an der Reihe und offenbart so manches aus ihrem bewegten Leben.

Meine Erwartungen an den Thriller wurden leider nicht erfüllt. Die Geschichte ist verwirrend, hat viele Logik- und Kontinuitäts-Problemchen und erscheint alles in allem unglaubwürdig. Zusammengenommen wird in der Reihe dermaßen viel persönliches Leid auf so wenig Köpfe verteilt und übermäßig viel Kriminalität unterschiedlichster Art in eine Kleinstadt geschrieben, dass wahrscheinlich jedes Ghetto eine bessere Straftatenbilanz aufweisen kann.

Spannend wird das Buch vor allem auf den letzten Seiten, und bis zum Ende sollte dann trotz einiger Durststrecken jeder durchhalten. Für Fans der Reihe bleibt dieser Teil ein muss und Quereinsteiger der (wirklich zu empfehlenden) Reihe sollten auf jeden Fall nicht mit diesem Band sondern brav bei Belladonna beginnen.

Nach der Lektüre – und wirklich erst dann – sollte man unbedingt auf der Seite der Autorin vorbei schauen und den offenen Brief lesen, den Slaughter an ihre Fans verfasst hat. In der Danksagung findet Ihr die Adresse.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Zerstört”, orig “Beyond Reach” von Karin Slaughter
Gelesen im Mai 2011 · Lesezeit: zwei Wochen
Quelle: Geburtstagsgeschenk

16 Mai

Film: Wasser für die Elefanten

Hinterhältig grinsen und dann mit irgendeiner Gemeinheit daher kommen – Christoph Waltz (Inglourious Basterds) in seinem Element. Auch in Wasser für die Elefanten spielt er einen machtbesessenen Bösewicht und die Rolle des Zirkusdirektors, der herrisch über seine kleine Welt samt Frau bestimmt, passt wie Faust auf Auge. Auch zwei weitere Darsteller können in dieser Dreißigerjahre-Geschichte überzeugen: Robert Pattinson (Twilight) und Reese Witherspoon (Walk the line, Natürlich Blond) in verbotener Liebe und Wanderzirkus-Romantik.

Der Film, dessen Drehbuch aus der Feder von Genre-Kenner Richard LaGravenese (Pferdeflüsterer, P.S. Ich liebe Dich) stammt, ist aber alles andere als eine langweilige Heile-Welt-Geschichte und bleibt kontinuierlich spannend. Schöne Bilder werden mit intelligenten Dialogen kombiniert und mit der richtigen Portion Rührseligkeit vermengt. Doch, der Film ist durchaus empfehlenswert.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 13. Mai um 20:15
im CineStar Garbsen · Saal 5, Platz B12
Kostenfaktor: 9,00 Euro

03 Mai

Film: Der Name der Leute

Arthur Martin und Bahia Benmahmoud sind eigentlich grundverschieden, haben aber dennoch eine kleine Gemeinsamkeit: Er heißt wie eine populäre Küchengerätemarke, wurde hochgradig verklemmt erzogen und kennt sich mit Vögeln nur aus, weil er als Veterinärmediziner der Experte für H5N1-Fragen ist. Sie hingegen ist um Jahre jünger, opfert ihr unkonventionelles Leben dem Kampf gegen rechtes Gedankengut, läuft spärlich bis kaum bekleidet durch die Welt und kennt sich auch gut mit Vögeln aus – sie setzt Sex als Waffe gegen politische Gegner ein. Andere Ideologien werden gnadenlos ins Bett gezogen und dort umgepolt.

Der etwas seltsame Titel der französischen Komödie ist Programm, denn sie versucht offenzulegen, welchen Einfluss der Name eines Menschen auf seinen Träger und die Umwelt hat. Die eigentlich komplexen familiären Hintergründe der beiden Protagonisten werden auf gewisse Weise verallgemeinert und in einer politisch herrlich unkorrekten und gänzlich unverspannten Art beleuchtet. Die beiden in Deutschland eher unbekannten Gesichter Sara Forestier und Jacques Gamblin spielen die beiden Hauptdarsteller vor romantischer Kulisse überzeugend und engagiert.

Ein wirklich interessanter Ausflug in das kleine und gerade komplett renovierte Filmkunstkino am Raschplatz, das eigentlich zu Unrecht buchstäblich im Schatten des großen Multiplexes steht.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 29. April um 20:45
im Kino am Raschplatz · Fairbanks
Kostenfaktor: 8,00 Euro

28 Apr

Und, was macht das Studium?

Stichworte: , 6 Kommentare
fiBeck

Yeha, danke der Nachfrage.
Nun, mittlerweile bin ich seit fast eineinhalb Jahren dabei, komme gut voran, habe nette Kontakte geknüpft und sogar etwas gelernt. In insgesamt drei Jahren, wie damals geplant, werde ich das Thema aber wohl noch nicht abhaken können, da ich erst knapp 40 der erforderlichen 120 Credits zusammengesucht habe.

Abgesehen von einer schönen Sommerpause habe ich den Rest des Jahres etwa im Fünfwochen-Rhythmus Seminare und Prüfungen getaktet, wodurch genügend Zeit für Arbeit, Lernen und den Rest des Lebens bleibt, denn gerade den letzten Punkt mag ich nicht missen. Aktuell steht das Ergebnis meines ersten englischsprachigen Seminars aus und auf dem Schreibtisch liegen die Lerneinheiten zum Modul Wirtschaftsrecht – ein ganz ein spannender Stoff.

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