31 Jan

Buch: Ausgebrannt

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Es gibt Bücher – und darunter sind durchaus auch jene, die man positiv bewertet -, die interessiert zur Kenntnis genommen, dann aber ebenso schnell wieder vergessen werden. Und dann gibt es andererseits welche, die einen aufgrund von Thematik, die beschriebenen Personen oder ihre Aktualität so ansprechen, dass sie einem auch präsent bleiben nachdem sie wieder im Bücherregal verschwinden. Ausgebrannt zählt für mich definitiv zur zweiten Kategorie. Der Autor Andreas Eschbach erzählt nicht einfach die Geschichte einiger Individuen aus Deutschland, den USA und aus Saudi Arabien, sondern bringt zahlreiche Fakten und wissenschaftliche Tatsachen rund um die Themengebiete Erdölindustrie, Wirtschaft und Politik ein. Gute Recherche, Fiktion und Roman, die Kombination hat beispielsweise bei Der Schwarm bereits klasse funktioniert und auch dort wurde ein für Ottonormalverbraucher fachlich weitestgehend unbekanntes Terrain betreten.

Hat er es vor der Lektüre vielleicht schon geahnt, so wird dem Leser von Seite zu Seite stärker bewusst, wie abhängig die westliche Zivilisation vom Erdöl und somit von den das schwarze Gold exportierenden Ländern ist. Das Zeug wird nicht nur für Verbrennungsmotoren benötigt – da kommt jeder drauf. Nein, auch Kleidung und Kunststoffe, Düngemittel und Pestizide sind ölbasierend. Reinigungsmittel und selbst Medikamente gibt es ohne Erdöl fast nicht mehr. Kurzum: Das Versiegen sämtlicher Quellen würde uns von jetzt auf gleich zurück ins achtzehnte Jahrhundert beamen, Börsenmakler und Informatiker würden verhungern und die Menschheit unterscheidet nur noch zwischen Jägern und Sammlern. Unschön also.

Somit ist es nicht irgendein unrealistisches Monster, das in dem Buch lauert, sondern eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis uns der “Öl-Peak” ereilt (sofern er noch nicht unbemerkt eingetreten ist) und dadurch ein wirklich nachdenklich stimmender Wirtschaftskrimi. Thriller, wie es auf dem Cover gedruckt steht, würde ich ihn übrigens trotz aller Dramatik und Tragweite nicht nennen wollen.

Obwohl es zahlreiche räumliche und zeitliche Sprünge und einen guten Stapel an Einzelschicksale gibt, bleibt der Ablauf strukturiert und wird an keiner Stelle unübersichtlich. Die Spannung kann weitestgehend auf einem hohen Niveau gehalten werden und die dichte Atmosphäre leidet lediglich zum Ende hin ein wenig unter sehr turbulenten und nicht immer nachvollziehbaren Wendungen. Sollte man lesen!

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Ausgebrannt” von Andreas Eschbach
Gelesen im Januar 2011 · Lesezeit: zwei Wochen
Quelle: geliehen

23 Jan

Gummitester

Kaugummi

Lang, lang ist’s her, dass ich beim letzten Testprojekt von trnd dabei war. Nach Mundwasser, Pizza, Wecker und Dampfgarbeutel sind jetzt mal Gummis an der Reihe. Also Kaugummis.
Die werden in den nächsten Tagen fleißig gekaut und an Freunde verteilt. Stärker und somit eine Ecke frischer sollen sie sein und die Farbe haben die Macher irgendeinem Potenzmittel abgeschaut, aber einem Geschenkten Gaul, steckt man sich ja bekanntlich in’s Maul – oder so ähnlich.

Wie sieht’s aus, wer ist noch dabei? Immerhin sind wir 30.000 Tester.

17 Jan

Film: Devil – Fahrstuhl zur Hölle

Wenn Freunde und ich uns über Filme unterhalten, dann kommt es vor, dass man mal “Ja genau, der Inder” hört. Gemeint ist damit dann stets M. Night Shyamalan – den Namen kann sich in der Truppe keiner merken. Verantwortlich ist der Gute für große Erfolge wie Sixth Sense und Unbreakable, für in Ordnung gehende Filme wie Signs und The Village und für Flops namens Lady In The Water oder The Happening (wobei ich den jetzt so schlecht auch nicht fand). Mit dem aktuellen Streifen gemein haben sie alle das mehr oder weniger Mystische und Überweltliche, verpackt aber in extrem unterschiedlicher Qualität.

Beim Höllenfahrstuhl basiert lediglich die Idee auf Shyamalan, während Drehbuch und Regie dieses mal keine Werke von ihm sind. Und die Idee ist gut! Fünf sich völlig fremde Menschen finden sich in einem Fahrstuhl eines öffentlichen Gebäudes wieder, bleiben mit diesem stecken und erleben dort Fürchterliches. Klaustrophobie scheint gerade ein gutes Thema zu sein, das hatten wir ja neulich erst bei Buried. Schon der Titel lässt vermuten, dass der Hintergrund der Tragödie kein weltlicher ist, obwohl ich auch das interessant fände. Neben den Herrschaften ist auch der Beelzebub an Bord.

Die Darsteller sind eigentlich der Rede nicht wert und das Ende ein wenig uninspiriert, aber an sich sind die 80 Minuten ganz gut investiert. Als Highlight würde ich die Kameraarbeit und den Schnitt herausgreifen – beides hat mir ziemlich gut gefallen.

Geplant ist Devil übrigens als Auftakt der “Night Chronicles” zu platzieren – einer Triologie des Übernatürlichen. Man darf gespannt sein.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 13. Januar um 21:00
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 10, Platz C11
Kostenfaktor: 9,00 Euro

02 Jan

Film: Meine Frau, unsere Kinder und ich

Zum dritten Mal muss sich Greg (Ben Stiller, Nachts im Museum, Tropic Thunder) gegen Schwiegervater (Robert De Niro, Hide and Seek, Reine Nervensache), einen exzentrischen Nebenbuhler (Owen Wilson, Nachts im Museum) und weitere Gefahren des Familien-Alltags zur Wehr setzen. Und erneut tappst er dabei von einem Fettnäpfchen in’s nächste.

Wie bei den ersten beiden Teilen auch, kann der Film mit einer hervorragenden Besetzung aufwarten: Dustin Hoffman (Das Parfum) und Barbra Streisand (jetzt muss ich immer an den Song denken…) sind mit dabei und in einer Gastrolle spielt Jessica Alba (Fantastic Four, Sin City). Ja, es gibt auch Kotze zu sehen, aber das Gesamtpaket ist dennoch eine gute Unterhaltung, zumal nicht nur Witze unterhalb der Gürtellinie verschossen werden. Gerade Robert De Niro ist als halbmafiöses Familienoberhaupt und sich selbstdefibrillierender Ex-CIA-Agent wieder einmal klasse und wirkt die ganze Story über als Mittelpunkt.

Wenn Ihr bereits seit zehn Jahren das Leben der männlichen Krankenschwester verfolgt, so ist die aktuelle Fortsetzung durchaus eine spaßige Sache!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 01. Januar um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 2, Platz E23
Kostenfaktor: 8,50 Euro

31 Dez

Film: Skyline

Erstaunlich, wie viele Animations- und Kinderfilme aktuell das Kinoprogramm durchsetzen. Die Auswahl, mit welchem wir das Kinojahr 2010 abschließen sollten war also beschränkt und fiel mit Skyline auf einen Streifen voller Aliens, unbekannter Schauspieler, doofer Dialoge und dem seltsamsten Ende des Jahres.

Aber der Reihe nach: Ziemlich unvermittelt wacht der Zuschauer zwischen ein paar Freunden in Los Angeles auf, während blaue Strahlen auf die Stadt gefeuert, Menschen hineingezogen und Gebäude zerstört werden. Leider ist das nur ein Vorgriff auf die Geschichte und kurz darauf erleben wir das gängige wie unnütze Vorspiel der Szenerie mit “Freunde lange nicht gesehen”- und “Ich bin schwanger – Oh Mist”-Elementen. Gut, lässt sich aber verkraften, denn die Action ist wirklich nicht schlecht und somit wird genau das abgeliefert, was man nach dem Trailer erwarten kann – eine aufpolierte Independence Day-Variante mit einer Prise Krieg der Welten, die jedoch auf übermotivierte Einzelkämpfer und altkluge Wissenschaftler verzichtet, und somit den intergalaktischen Angriff in seiner ganzen Hoffnungslosigkeit zeigt.

An nicht wenigen Stellen im Netz wird der Film von der Strause-Brüder (Aliens vs. Predator 2) ziemlich verrissen, aber so ganz möchte ich da in das Genöle nun auch nicht einstimmen. Der (weitestgehend wohl unfreiwillige) auf die Leinwand gebracht Witz macht irgendwie Spaß, die biomechanischen Gegner und die gesamte Optik sind in Ordnung und hey, wenn Ihr gute Dialoge haben wollt, schaut Euch Bücher an. :) Nicht vergessen: Sie bewegen sich nicht über’s Wasser!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 30. Dezember um 17:40
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 4, Platz E14
Kostenfaktor: 8,50 Euro

16 Dez

Bloggerszenenblick

HAZ

Die HAZ hat einen Blick auf die hannoversche Bloggerszene geworfen und auch von mir den einen oder anderen Kommentar aufgegriffen. Weitere lokale Gesprächspartner waren u.a. Felix von frontbumpersticker und Sven.

Hier geht es zum Artikel.

16 Dez

Buch: Die Geduld der Spinne

Der Standard-Serienkiller ist durchgehend böse. So haben wir es nach x Thrillern gelernt.
Jonathan Nasaw präsentiert uns in seinem Werk Geduld der Spinne nun ein Exemplar, dass die unterschiedlichsten Typen und Attribute gleichzeitig verkörpert und nach einem Griff in sein großes Sortiment zwischen den verschiedensten multiplen Persönlichkeiten wechseln kann. Seine Umwelt – und in der aktuellen Situation vorrangig seine Psychologin Irene – hat es mit einem gleichsam kindischen, weiblichen, gemäßigten oder äußerst brutalen Gegenüber zu tun, während sie in das stets gleiche Gesicht eines jungen Mannes schaut.
E. L. Pender, der von sich selbst sagt, dass er der am schlechtesten gekleidete FBI-Agent sei, ist dem hochintelligenten Täter seit Jahren auf der Spur und mittlerweile fast der einzige, der an dessen Existenz und einen Zusammenhang bei Vermisstenfällen rotblonder Frauen glaubt.

In einem sehr leichten und gleichsam fesselnden Stil schreibt Nasaw seine Geschichte. Trotz teilweise extremer Ereignisse erscheint die Story fast glaubwürdig, und ist darüber hinaus eine ziemlich interessante Beschreibung einer psychischen Störung, von der man eigentlich recht wenig weiß.

Wer Slaughter, Beckett oder Fitzek mag, sollte sich auch mal an einem Nasaw versuchen.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
“Die Geduld der Spinne”, orig “The girls he adored” von Jonathan Nasaw
Gelesen im Dezember 2010 · Lesezeit: eine gute Woche
Quelle: geliehen

13 Dez

Film: Monsters

Manchmal kann man sich im Kino ja richtig über die Blödheit der Leinwand-Helden aufregen. Sie rennen in die erste Etage, wenn der Messer-Mörder hinter ihnen her ist, sie teilen die Gruppe solange, bis auch wirklich jeder auf sich alleine gestellt ist…
In diesem Film hier weiß man ja schon anhand des ausgefalleneden Titels, mit was man es zu tun hat. Die gecastete Haupt-Blondine jedoch fragt bei jedem Aufblitzen eines Monsters wieder nur doof, was das wohl sei. Ihr Partner findet das aber wohl irgendwie süß.

Naja, zum Film: Es geht um Monster! Mal wieder sind die aus dem Himmel gefallen und dieses mal direkt irgendwo zwischen Mexiko und den USA gelandet. Um eine Unternehmerstochter sicher nach Hause zu eskortieren, muss nun ein Hiwi der Firma ran, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort ist. So langweilig und ausgelutscht die Story jetzt klingt, ist sie auch. Hätte man aus ihr etwas machen wollen, wären zumindest vernünftige Darsteller von Nöten gewesen, aber die doofe Blondine und der unsympathische Arsch von Babysitter taugen zum Aufbau von Empathie etwa so gut, wie eine Ketchupflasche zum Verfeinern eines Sternemenüs. Die Kontinuität der Geschichte ist schlecht, viele Szenen und Dialoge zu lang und von diesem albernen Monstern reden wir gar nicht erst. Ein wenig erinnert die Low-Budget-Sci-Fi-Road-Movie-Produktion an District 9. Nur ohne Action. Und nicht so gut.

Bewertung: 1 von 5 Sternchen
Gesehen am 11. Dezember um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 10, Platz D10
Kostenfaktor: 8,50 Euro

29 Nov

Buch: Der Augensammler

Wenn man einen Top-Titel nach dem anderen schreibt und in den Bestsellerlisten schon ganz automatisch auf den vorderen Plätzen landet, dann muss er ja eigentlich über kurz oder lang kommen: Der Knick in der Kurve.
Obwohl Sebastian Fitzek in gewohnter Weise und mit überzeugender Sprache schreibt, ist die Geschichte dieses mal ziemlicher Ramsch. Natürlich gibt es spannende und sogar fesselnde Momente, aber die Messlatte wurde nicht zuletzt durch den Splitter so hoch gesetzt, dass ich mit dem neusten Buch eher enttäuscht wurde.

Erzählt wird die Geschichte des ehemaligen Polizisten und jetzigen Schmierblatt-Reporters Alexander Zorbach, der – einem Serienmörder auf der Spur – plötzlich selber gejagt wird. Ihm zur Seite stehen eine blinde aber hellseherische Physiotherapeutin samt Hund und ein übermotivierter Volontär. Das Ende fand ich leider äußerst plötzlich, langweilig und unbefriedigend.

Natürlich werde ich den nächsten Fitzek auch wieder lesen (zumal der Titel schon mal lustig klingt). Ehrensache. Ich will mal hoffen, dass ihm angesichts seines Erfolges nur zwischenzeitlich etwas die Luft ausgegangen ist.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen
“Der Augensammler” von Sebastian Fitzek
Gelesen im November 2010 · Lesezeit: eine gute Woche
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

28 Nov

Lotus Notes: I love it!

Stichworte: , 9 Kommentare

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