Stichwort: Action

19 Apr

Film: World Invasion – Battle L. A.

“Ich will lieber nach Afghanistan!”, meint der schwarze Marine, als er im Truppen-Helikopter an eine Front und zu einem Gegner geflogen wird, den zu bekämpfen er nie gelernt hat. Es sind weder Taliban noch Al-Qaida, denen er sich in den Weg stellen soll, sondern Wesen aus dem All, die in den Straßenzügen von Los Angeles wüten und Stadt und Bewohner in Schutt und Asche legen.

Wie jeder ordentliche Alien-Kriegsfilm, startet auch Battle L. A. erst einmal mit viel Frieden – hier sind es Bilder vom Strand, die Vorbereitungen einer Hochzeit. Auch das obligatorische, vereinsamte und eigenbrödlerische Urgestein ist vorhanden: Ein Sergeant (Aaron Eckhart, The Dark Knight), der den großen Kampf dann doch seiner Pensionierung vorzieht und mit einer kleinen Einheit alles zum Guten wenden will.

Die Bilder sind dokumentatorisch gedreht, wackeln wie wild und machen einen zu Beginn etwas kirre. Markige Sprüche dürfen natürlich nicht fehlen, sind aber arg dick aufgetragen und wollen so cool sein, dass sie schon wieder nicht cool sind. Ansonsten hat man mit Battle L. A. einen Army-Werbefilm gesehen, den man nach ein paar Tagen schon gar nicht mehr richtig von Independence Day, Skyline, Monsters & Co. wird abgrenzen können, denn die Handlung ist universell wie vorhersehbar und die Darsteller (mit dabei ist auch die kleine Kampfamazone, die immer eine kleine Kampfamazone in solchen Filmen spielt) muss man nicht unbedingt erwähnen.

Mit den zwei Bierchen des Cinemaxx-Männerabends in der Hand ist das ganze sehrbar, aber nun wirklich kein Meisterwerk.
Übrigens: Klasse, dass das Kino so spendabel ist und zwei Flaschen zum Preis von einer verkauft, der dann aber so hoch ist, dass man eigentlich drei bekommen müsste.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 13. April um 20:00
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 4, Platz G23
Kostenfaktor: 10,00 Euro

31 Dez

Film: Skyline

Erstaunlich, wie viele Animations- und Kinderfilme aktuell das Kinoprogramm durchsetzen. Die Auswahl, mit welchem wir das Kinojahr 2010 abschließen sollten war also beschränkt und fiel mit Skyline auf einen Streifen voller Aliens, unbekannter Schauspieler, doofer Dialoge und dem seltsamsten Ende des Jahres.

Aber der Reihe nach: Ziemlich unvermittelt wacht der Zuschauer zwischen ein paar Freunden in Los Angeles auf, während blaue Strahlen auf die Stadt gefeuert, Menschen hineingezogen und Gebäude zerstört werden. Leider ist das nur ein Vorgriff auf die Geschichte und kurz darauf erleben wir das gängige wie unnütze Vorspiel der Szenerie mit “Freunde lange nicht gesehen”- und “Ich bin schwanger – Oh Mist”-Elementen. Gut, lässt sich aber verkraften, denn die Action ist wirklich nicht schlecht und somit wird genau das abgeliefert, was man nach dem Trailer erwarten kann – eine aufpolierte Independence Day-Variante mit einer Prise Krieg der Welten, die jedoch auf übermotivierte Einzelkämpfer und altkluge Wissenschaftler verzichtet, und somit den intergalaktischen Angriff in seiner ganzen Hoffnungslosigkeit zeigt.

An nicht wenigen Stellen im Netz wird der Film von der Strause-Brüder (Aliens vs. Predator 2) ziemlich verrissen, aber so ganz möchte ich da in das Genöle nun auch nicht einstimmen. Der (weitestgehend wohl unfreiwillige) auf die Leinwand gebracht Witz macht irgendwie Spaß, die biomechanischen Gegner und die gesamte Optik sind in Ordnung und hey, wenn Ihr gute Dialoge haben wollt, schaut Euch Bücher an. :) Nicht vergessen: Sie bewegen sich nicht über’s Wasser!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 30. Dezember um 17:40
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 4, Platz E14
Kostenfaktor: 8,50 Euro

13 Dez

Film: Monsters

Manchmal kann man sich im Kino ja richtig über die Blödheit der Leinwand-Helden aufregen. Sie rennen in die erste Etage, wenn der Messer-Mörder hinter ihnen her ist, sie teilen die Gruppe solange, bis auch wirklich jeder auf sich alleine gestellt ist…
In diesem Film hier weiß man ja schon anhand des ausgefalleneden Titels, mit was man es zu tun hat. Die gecastete Haupt-Blondine jedoch fragt bei jedem Aufblitzen eines Monsters wieder nur doof, was das wohl sei. Ihr Partner findet das aber wohl irgendwie süß.

Naja, zum Film: Es geht um Monster! Mal wieder sind die aus dem Himmel gefallen und dieses mal direkt irgendwo zwischen Mexiko und den USA gelandet. Um eine Unternehmerstochter sicher nach Hause zu eskortieren, muss nun ein Hiwi der Firma ran, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort ist. So langweilig und ausgelutscht die Story jetzt klingt, ist sie auch. Hätte man aus ihr etwas machen wollen, wären zumindest vernünftige Darsteller von Nöten gewesen, aber die doofe Blondine und der unsympathische Arsch von Babysitter taugen zum Aufbau von Empathie etwa so gut, wie eine Ketchupflasche zum Verfeinern eines Sternemenüs. Die Kontinuität der Geschichte ist schlecht, viele Szenen und Dialoge zu lang und von diesem albernen Monstern reden wir gar nicht erst. Ein wenig erinnert die Low-Budget-Sci-Fi-Road-Movie-Produktion an District 9. Nur ohne Action. Und nicht so gut.

Bewertung: 1 von 5 Sternchen
Gesehen am 11. Dezember um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 10, Platz D10
Kostenfaktor: 8,50 Euro

11 Nov

Film: R.E.D.

Gerade im Begriff, sich mit dem Leben als Pensionär zu arrangieren, wird Frank von seiner Vergangenheit als CIA-Agent eingeholt. Zusammen mit den ebenfalls auf das Altengleis geschobenen Ex-Kollegen, versucht er sich am Überleben und möchte dem Geheimnis der Verfolgung auf die Spur kommen. Ihren jungen Kollegen stehen sie dabei in nichts nach, denn nicht umsonst prangt auf dem Aktendeckel des einst erfolgreichsten Agenten der Welt das Label retired and extremly dangerous (R.E.D.)

Die rasende Action-Komödie, die auf einem gleichnamigen Comic basiert, lebt in erster Linie von zwei Aspekten: Einerseits kann sie mit Bruce Willis (The Expendables, Surrogates, Stirb langsam), Morgan Freeman (Das Beste kommt zum Schluss, Million Dollar Baby), John Malkovich (Eragon, Per Anhalter durch die Galaxis) und Helen Mirren (Tintenherz, Kalender Girls) eine hervorragende Besetzung vorweisen und zum Zweiten nimmt sie sich selber kaum ernst. Coole Sprüche, lustige Szenen und beeindruckende Verfolgungsjagten geben sich ein tolles Stelldichein.

Nach The Expendables gibt es somit den zweiten Streifen mit nahkampferprobten Senioren in diesem Jahr im Kino. Und erstaunlicherweise können sie beide überzeugen.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 10. November um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 3, Platz B12
Kostenfaktor: 7,50 Euro

08 Okt

Film: The Town – Stadt ohne Gnade

Ben Affleck ist ein Job-Killer: Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller des Gangster-Streifens The Town hat er gleich drei Schlüsselpositionen besetzt. Das erstaunliche daran ist, dass er auch alles einigermaßen gut berherrscht.

In den gut zwei Stunden erlebt man im Kinosessel nicht nur ein Abenteuer um Bank- und Geldtransporterraub, sondern gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen dem Bandenanführer und einer Geisel – somit wird der Abend geschlechtertechnisch gleichberechtigt. ;) Punkte räumt der immer mal wieder an Public Enemies erinnerne Streifen dabei weniger für innovative Ideen und beeindruckende Handlung ab, als viel mehr durch die unterschiedlichsten und überzeugenden Charaktere. Die beste Leistung bringt dabei Jeremy Renner (28 Weeks Later) auf die Leinwand. Unbeherrscht, unkontrollierbar und skrupellos ist er bester Freund, Gettokind und Gangster.

Eigentlich hätte ich diesen Film – dessens Grundlage überigens der Roman Endspiel von Chuck Hogan war – mal wieder total verpasst, denn über einen Trailer oder Artikel bin ich nie gestolpert. Erst die Begeisterung des Hausmeisters hat mein Interesse geweckt und obwohl ich mich jetzt nicht übermäßig begeistert zeige, hat sich der Abend durchaus gelohnt.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 06. Oktober um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 9, Platz D9
Kostenfaktor: 7,00 Euro

29 Sep

Film: Resident Evil – Afterlife

Erstmalig in 3D lässt sich Milla Jovovich bei der Zombiejagd und dem Kampf gegen die Umbrella Corporation begleiten. Während die stetig sabbernden Untoten weiterhin nur mittelmäßig motiviert durch die Gegend wanken und es auch sonst nicht viel neues gibt, sind die “Endgegner” nun zu nahezu unzerstörbaren Ausmaßen angewachsen. Die matrix-lastigen Bilder sind gewaltig und nutzen die Möglichkeiten der dritten Dimension gut aus. Auch über den Sound kann man nicht meckern.

Anders verhält sich das bei der Geschichte – sofern man überhaupt von einer Sprechen kann: Die Beilagen unserer Sonntagszeitung haben wahrscheinlich einen größeren Umfang, als ihn das Drehbuch aufweisen kann. Weiter dramatisch ist das immer dann nicht, wenn mich die Aktion konstant abzulenken vermag. Aber auch das ist leider nicht der Fall.

Insgesamt hat die neue Version der Postapokalypse einen eher faden Geschmack hinterlassen.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. September um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 2, Platz J9
Kostenfaktor:11,50 Euro

29 Aug

Film: The Expendables

Wenn man Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Jet Li und Mickey Rourke gleichzeitig auf der Leinwand sehen kann, dann muss man das Angebot natürlich annehmen, denn einfacher kann man die Idole seiner Jugend nicht gemeinsam treffen.

Nach einem Blick auf das Kinoplakat erwartet man bereits Aktion in Reinkultur – und wird nicht enttäuscht. Wolken von Testosteron, Adrenalin und Endorphinen wabern erst über die Leinwand und dann durch den ganzen Saal und machen zusammen mit Unmengen von Chrom, Schwarzpulver und coolen Sprüchen aus The Expendables den wohl männlichsten Film des Jahres. Oder des Jahrzehnts, mal schaun.

Gucken!

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. August um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz K15
Saal 1, Platz K15 · Kostenfaktor: 8,50 Euro

29 Jul

Film: Inception

Eigentlich ist Applaus im Kino ja ähnlich albern wie im Flugzeug. Der Pilot muss schon einen tollen Salto hinlegen oder der Film wirklich überzeugen, damit ich das angebracht finde. Letzteres war gestern aber nach langer Zeit wieder mal der Fall.

Mit The Dark Knight und Memento tragen bereits zwei meiner absoluten Lieblingsfilme das Label powered by Christopher Nolan und nun ist mit Inception ein weiterer hinzugekommen. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Teams aus Gangstern, dessen Beute und Ware die Gedanken einflussreicher Menschen sind. Sie haben sich darauf spezialisiert, Geheimnisse ihrer Opfer zu stehlen, die ihrer Kunden zu bewachen oder neue in das Unterbewusstsein anderer Personen einzupflanzen und verdienen ihr Geld hierdurch quasi schlafwandelnd.

Mit jedem weiteren Satz über den Inhalt des Films, würde man wahrscheinlich seinen großartigen Spannungsbogen ein wenig mehr beschneiden. Daher werde ich hier lieber weitere Gründe anführen, warum man den Film sehen sollte. Und das müsst Ihr – auch ohne dass Euch der Gedanke mit Hilfe von Betäubungsmitteln und seltsamen Gerätschaften eingetrichtert wird – gefälligst tun. Da wäre zum einen die Besetzung: Allen voran der von mir hier schon mittlerweile regelmäßig gelobte und wieder einmal großartig spielende Leonardo DiCaprio (Shutter Island, Departed) sowie die niedliche Ellen Page (Hard Candy) und die geheimnisvolle Marion Cotillard (Public Enemies). Ein weiteres optisches Highlight sind die Bilder, die Effekte. Aber auch weitere Sinne werden gekitzelt. Das Hören durch eine wirklich überzeugende Filmmusik und das Gleichgewichtsorgan durch spektakuläre Spielerein mit der Schwerkraft.

Sicher ist Inception keine ganz leichte Kost und verlangt dem Zuschauer über etwa 140 Minuten viel Aufmerksamkeit und Offenheit ab. Zur Entschädigung gibt es einen prickelnden Cocktail aus einer ordentlichen Portion Matrix, reichlich James Bond sowie zahlreicher weiterer Einflüsse.

Nach dem Film fühlt man sich wie nach dem Aufwachen aus einem seltsamen Traum. Irgendwie verwirrt, gedankenverloren und ein klein wenig hilflos. Mir fallen nur zwei Orte ein, wo ich mich so fallen lassen möchte: Mein Bett und das Kino.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 28. Juli um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz M27
Kostenfaktor: 10,00 Euro

15 Jul

Film: Predators

Im freien Fall kommen die teilweise schwer bewaffneten Elitekämpfer der unterschiedlichsten Herkunft erst zu sich und kurz darauf – nur unsanft durch einen Fallschirm gebremst – im fremden Dschungel zusammen. Waren sie vor kurzem noch Soldaten, Einzelkämpfer oder Söldner und somit im Kampf für Land, Ehre oder kriminelle Machenschaften unterwegs, so stehen sie nun gemeinsam einem überlegenen und Feind gegenüber.

Nachdem sich Aliens und Predatoren über zwei Runden auf der Leinwand gemeinsam amüsiert haben, beschäftigen sich letztere nun wieder nur mit ihrem Lieblingsspielzeug – dem Menschen. Das Acht-Personen-Gespann wird also unter der Führung von Kriegsmaschine Royce durch die Gegend gejagt und, da verrät man sicher nicht zu viel, fleißig dezimiert.

Der Streifen bietet ansehnliche Effekte und nette Aktion. Mitgefühl oder auch nur Interesse an den Darstellern kann man jedoch schwer aufbauen, denn dafür sind die Charaktere schlicht zu flach beschrieben. Überhaupt geht alles immer ziemlich hektisch und lässt stellenweise eine gewisse Kontinuität vermissen. Spaß macht der von Robert Rodriguez produzierte und kaum von den Genre-Erwartungen abweichende Film aber auf jeden Fall.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 13. Juli um 20:10
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 4, Platz E12
Kostenfaktor: 7,50 Euro

22 Mai

Film: Robin Hood

Irgendwann zu Grundschul-Zeiten bin ich als Robin Hood zum Fasching gegangen – das war cool! :)
Ganz gut macht das aber auch Russell Crowe (Der Mann, der niemals lebte, A beautiful mind) in der aktuellen Verfilmung der Sage um den bogenschießenden Rächer der enterbten. Mit der ihm eigenen, stets leicht muffigen Miene verkörpert er den englischen Soldaten rau, grob, unangepasst und somit weniger gentlemanlike, als ein Kevin Costner. In die Welt des 13. Jahrhunderts passt diese Variante besser.

Gegenstand der Handlung ist weniger der Teil, der in den Siebzigern durch Walt Disney in die Köpfe der Menschen getragen wurde, als viel mehr die Zeit zuvor: England ist pleite und steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Robin kehrt nach Jahren von seinem Kreuzzug-Einsatz in die Heimat zurück und mausert sich zum Anführer der Aufständischen.

Sehr schöne Panorama-Bilder von Landschaften, Burgen und Schlachten lassen – gemeinsam mit einer tollen Filmmusik – schnell in die Zeit des Geschehens reisen. Zwangsweise rufen sie an einigen Stelle die Erinnerung an Gladiator hervor, denn auch hier arbeiteten Hauptdarsteller und Regisseur Ridley Scott (Königreich der Himmel) zusammen.

Leider bleibt ein wenig das Gefühl, dass sich Regisseur und Zuschauer in den 140 Minuten etwas in der Geschichte verlieren. Zahlreiche Konflikt-Parteien buhlen erst um Land, Gold und Aufmerksamkeit und erscheinen in einer finalen Schlacht dann dennoch vereint.

Optisch ist Robin Hood ein voller Erfolg. Aber Robin Begins hätte als Titel besser gepasst. Zum einen bleibt die erwartete Geschichte noch unerzählt und zum anderen hat der Protagonist noch einiges an Entwicklungspotential. Leute tut mir zumindest den Gefallen und nennt den nächsten Teil nicht Robin Hood 2 – das ist stillos!

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 21. Mai um 20:30
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz K20
Kostenfaktor: 8,50 Euro

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