Wenn man Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Jet Li und Mickey Rourke gleichzeitig auf der Leinwand sehen kann, dann muss man das Angebot natürlich annehmen, denn einfacher kann man die Idole seiner Jugend nicht gemeinsam treffen.
Nach einem Blick auf das Kinoplakat erwartet man bereits Aktion in Reinkultur – und wird nicht enttäuscht. Wolken von Testosteron, Adrenalin und Endorphinen wabern erst über die Leinwand und dann durch den ganzen Saal und machen zusammen mit Unmengen von Chrom, Schwarzpulver und coolen Sprüchen aus The Expendables den wohl männlichsten Film des Jahres. Oder des Jahrzehnts, mal schaun.
Gucken!
Bewertung: 5 von 5 Sternchen · Gesehen am 27. August um 20:00 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 1, Platz K15 · Kostenfaktor: 8,50 Euro
Eigentlich ist Applaus im Kino ja ähnlich albern wie im Flugzeug. Der Pilot muss schon einen tollen Salto hinlegen oder der Film wirklich überzeugen, damit ich das angebracht finde. Letzteres war gestern aber nach langer Zeit wieder mal der Fall.
Mit The Dark Knight und Memento tragen bereits zwei meiner absoluten Lieblingsfilme das Label powered by Christopher Nolan und nun ist mit Inception ein weiterer hinzugekommen. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Teams aus Gangstern, dessen Beute und Ware die Gedanken einflussreicher Menschen sind. Sie haben sich darauf spezialisiert, Geheimnisse ihrer Opfer zu stehlen, die ihrer Kunden zu bewachen oder neue in das Unterbewusstsein anderer Personen einzupflanzen und verdienen ihr Geld hierdurch quasi schlafwandelnd.
Mit jedem weiteren Satz über den Inhalt des Films, würde man wahrscheinlich seinen großartigen Spannungsbogen ein wenig mehr beschneiden. Daher werde ich hier lieber weitere Gründe anführen, warum man den Film sehen sollte. Und das müsst Ihr – auch ohne dass Euch der Gedanke mit Hilfe von Betäubungsmitteln und seltsamen Gerätschaften eingetrichtert wird – gefälligst tun. Da wäre zum einen die Besetzung: Allen voran der von mir hier schon mittlerweile regelmäßig gelobte und wieder einmal großartig spielende Leonardo DiCaprio (Shutter Island, Departed) sowie die niedliche Ellen Page (Hard Candy) und die geheimnisvolle Marion Cotillard (Public Enemies). Ein weiteres optisches Highlight sind die Bilder, die Effekte. Aber auch weitere Sinne werden gekitzelt. Das Hören durch eine wirklich überzeugende Filmmusik und das Gleichgewichtsorgan durch spektakuläre Spielerein mit der Schwerkraft.
Sicher ist Inception keine ganz leichte Kost und verlangt dem Zuschauer über etwa 140 Minuten viel Aufmerksamkeit und Offenheit ab. Zur Entschädigung gibt es einen prickelnden Cocktail aus einer ordentlichen Portion Matrix, reichlich James Bond sowie zahlreicher weiterer Einflüsse.
Nach dem Film fühlt man sich wie nach dem Aufwachen aus einem seltsamen Traum. Irgendwie verwirrt, gedankenverloren und ein klein wenig hilflos. Mir fallen nur zwei Orte ein, wo ich mich so fallen lassen möchte: Mein Bett und das Kino.
Bewertung: 5 von 5 Sternchen · Gesehen am 28. Juli um 20:00 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 1, Platz M27 · Kostenfaktor: 10 Euro
Im freien Fall kommen die teilweise schwer bewaffneten Elitekämpfer der unterschiedlichsten Herkunft erst zu sich und kurz darauf – nur unsanft durch einen Fallschirm gebremst – im fremden Dschungel zusammen. Waren sie vor kurzem noch Soldaten, Einzelkämpfer oder Söldner und somit im Kampf für Land, Ehre oder kriminelle Machenschaften unterwegs, so stehen sie nun gemeinsam einem überlegenen und Feind gegenüber.
Nachdem sich Aliens und Predatoren über zwei Runden auf der Leinwand gemeinsam amüsiert haben, beschäftigen sich letztere nun wieder nur mit ihrem Lieblingsspielzeug – dem Menschen. Das Acht-Personen-Gespann wird also unter der Führung von Kriegsmaschine Royce durch die Gegend gejagt und, da verrät man sicher nicht zu viel, fleißig dezimiert.
Der Streifen bietet ansehnliche Effekte und nette Aktion. Mitgefühl oder auch nur Interesse an den Darstellern kann man jedoch schwer aufbauen, denn dafür sind die Charaktere schlicht zu flach beschrieben. Überhaupt geht alles immer ziemlich hektisch und lässt stellenweise eine gewisse Kontinuität vermissen. Spaß macht der von Robert Rodriguez produzierte und kaum von den Genre-Erwartungen abweichende Film aber auf jeden Fall.
Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 13. Juli um 20:10 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 4, Platz E12 · Kostenfaktor: 7,50 Euro
“Jetzt in dreideh!”. Kaum ein Trailer der letzten Monate hat auf diesen Satz verzichtet und dennoch hatten mich Avatar & Co. bisher nicht locken können. Jetzt wollt’ ich es aber mal wissen und habe mir den Kampf der Titanen in dieser neuen Form angeschaut.
Als kurzes Urteil: Muss man nicht machen.
Möglicherweise ist die Umsetzung in diesem Streifen ja nur nicht ideal, vielleicht ist er für 3D nicht wirklich gedacht, aber eventuell ist der Hype um dreidimensionales Kino ja auch schlicht übertrieben. Aus welchem Grund auch immer konnte mich die visuelle Leistung nicht überzeugen und wäre auch in zweidimensionalen Maßstäben nicht wirklich klasse gewesen. Zusammen mit der kitschig-albernen Story verkommt das Kinoerlebnis zu einem überteuerten Abenteuer.
Bleibt zu hoffen, dass die 3D-Panik in Hollywood nicht auf Dauer zu Lasten der Qualität geht. Sicher gibt es gut für die neue Technologie geeignete Konzepte und Geschichten, aber auf Teufel komm raus und erst im Rahmen der Postproduktion bitte nicht.
Bewertung: 1 von 5 Sternchen · Gesehen am 19. April um 20:45 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 2, Platz H15 · Kostenfaktor: 11,00 Euro
Man stelle sich vor, dass niemand mehr in natura am öffentlichen Leben teilnimmt, sondern diese Aufgabe einem ferngesteuerten Roboter überlässt. Die Straßen sind menschenleer und nur noch von makellosen und faltenfreien Ersatzkörpern bevölkert. Ihre Besitzer und Lenker liegen derweil auf einer kuscheligen Ganzkörperfernbedieung in den sicheren eigenen vier Wänden – zu grenzenlosen, virtuellen und folgenlosen Risiken bereit und fern jeder Verantwortungspflicht.
Klingt nach einem spannenden Filmstoff? Richtig. Im Kino thematisiert diese Zukunftsvision gerade der aktuelle Streifen mit Bruce Willis.
Technisch ist Surrogates – Mein zweites Ich ziemlich beeindruckend, denn das Roboter-Feeling wird den Darstellern durch leichte Modifikationen an Bewegungs- und Gangart, sowie großzügiges Pickelausdrücken gegeben. Die Gesichter sind glatt wie ein Babypopo.
Auch Aktionszenen sind gut gelungen, jedoch leider nicht sonderlich häufig anzutreffen. Das mag schon alleine an der Laufzeit liegen, denn nach keinen eineinhalb Stunden ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Die Konsequenz sind kaum vorhandener Tiefgang von Geschichte und Charakteren und das Gefühl, alles schon mal irgendwo gesehen zu haben, denn das durch die Rahmenhandlung gegebene Potential schöpft der Film leider nicht aus. Ohne aus der Masse der Genre-Filme hervorzustechen ist er, nicht zuletzt durch Willis (Stirb langsam eins bis vier, The Sixth Sense) und Rosamund Pike (Miranda Frost in Stirb an einem anderen Tag), durchaus sehenswert.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 26. Januar um 20:15 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 3, Platz A14 · Kostenfaktor: 6,50 Euro
Mit seinem neusten Streich 2012 tobt sich Roland Emmerich mal wieder so richtig aus. Wie ein Kind, dem man Bauklötze in die Hand gibt, lässt er Türme einstürzen, Autos durch die Gegend fliegen und ganze Städte von der Bildfläche verschwinden. Dabei sind die Bilder stärker, die Effekte überzeugender, als alles was man bisher in diesem Genre vor die Augen bekam.
Erdbeben, Vulkane und Tsunamis wirken gemeinsam auf unseren Heimatplaneten ein und drohen ihn ausgerechneten an meinem Geburtstag zu zerstören. In einer geheimen Aktion versuchen Regierungen (selbstverständlich unter Führung der USA) und Wissenschaftler zu retten, was zu retten ist – Tiere, Kunstwerke aber in erster Linie sich selbst. Natürlich braucht eine solche Story ihre Helden: Wichtig sind da immer Wissenschaftler – hier wird ihnen erstaunlicherweise von Anfang an geglaubt – und selbstlose Staatsoberhäupter, die, einem Kapitän gleich, erst alle anderen vom sinkenden Schiff gerettet wissen wollen. Desweiteren geht auch nichts ohne einen Dady, der seine Familie rettet. Diese Rolle übernimmt in 2012 John Cusack (Zimmer 1408, Identität).
Die beste Leistung liefert Woody Harrelson (No country for old men, Sieben Leben), der als leicht verschrobener aber hochtechnisierter Einsiedler im Yellowstone-Nationalpark als erster Zivilist von den Geschehnissen Kenntnis erlangt. Am lustigsten von allen ist ein russischer Ex-Boxer, der gern Bentley fährt, ein Paris Hilton-Double als Freundin und einen tollen Synchronisator hat. Überhaupt zwinkert das 158-Minuten-Werk dem Katastrophen-Genre immer wieder lächelnd zu: Die Sixtinische Kapelle reißt ausgerechnet zwischen den Fingern Gottes und Adams auseinander, Gräben tun sich im übertragenden Sinne in Beziehungen und Supermärkten zur gleichen Zeit auf. Ein schöner, langer Kinoabend.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 25. November um 20:00 · im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße mit Joelle und Alex · Saal 3, Platz C6 · Kostenfaktor: 8,50 Euro
Das Alien-Ghetto
Nachdem über dem südafrikanischen Johannesburg ein Raumschiff strandet, entsteht für die knapp zwei Millionen Aliens ein großes Auffanglager unter der Verwaltung einer Privatarmee: District 9. Doch die steigende Zahl der außerirdischen in Schaben-Gestalt und wachsender Unmut der Bevölkerung zwingen die Verantwortlichen zu einer Umsiedlungs-Aktion.
Peter Jackson lässt seine Geschichte mit Elementen einer Dokumentation beginnen: Freunde des Protagonisten werden interviewt, die Kameraführung ist ruckelig, Sprecher aus dem Off. Obwohl die Regieführung im weiteren Verlauf konventioneller wird, bleibt dem ganzen Geschehen ein erstaunlicher Realismus erhalten und trotz der teilweise haarsträubenden Sci-Fi-Elementen und der unglaublichen Hässlichkeit der Aliens glaubt man fast, was man sieht. Da ausschließlich auf unbekannte Darsteller gesetzt wurde, kommt das Reportage-Feeling noch besser beim Zuschauer an. Die Atmosphäre und die Bilder sind dreckig und rau. Effekte und Animationen wirken gut (und sehen besser aus, als beispielsweise bei Transformers 2).
Anders als bei klassischen Alien- und Sci-Fi-Filmen schwingt während des ganzen Streifens eine unbehagliche Stimmung im Kinosaal. Fremdenhass, Ghettos, Ausbeutung, illegale Einwanderung, Armut und Gewalt – gibt es das nicht wirklich alles? Sind die Aliens nur Stellvertreter für jede beliebige, reale unterdrückte Bevölkerungsgruppe? Der gesellschafts- und sozialsatirische Anteil ist bei wohl kaum einem Film dieses Genres so stark und macht ihn sicher zum Unikat. Aber dennoch sind viele Kritiker zu euphorisch, wenn sie in ihm ein zukunftsweisendes Genre-Meisterwerk sehen. Die Welt wird er nicht verändern, sehenswert ist er.
Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 15. September um 20:10 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 10, Platz D16 · Kostenfaktor: 7,50 Euro
Unrühmliche Mistkerle in Frankreich
Als historische Dokumentation kann man Tarantinos Werk sicher nicht verstehen, denn leichte Änderungen an der Weltgeschichte zugunsten eines Drehbuches sind hier doch auffallend. Die Kriegssatire erzählt in fünf Kapitel von einer erbarmungslosen Guerilla-Einheit unter Führung von Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt), deren Ziel es schlicht ist, Nazis zu Töten und die deutsche Wehrmacht dadurch zu demoralisieren. Erstaunlich ist, dass dabei für Tarantino-Verhältnisse gar nicht sooo viel Blut über die Leinwand fließt. Klar, Mord und Totschlag kommen vor, sind aber nicht arg so handlungsbestimmend. Weiter »
Travoltas Bimmelbahn
Nachdem bereits 1974 eine Verfilmung des Romans von John Godey (mit Walter Matthau in der Hauptrolle) in die Kinos gekommen ist, und vor elf Jahren eine Neuauflage fürs Fernsehen produziert wurde, ist das Thema nun zum dritten mal guckbar. Erstaunlich, angesichts der eigentlich kompakten Handlung: Ein kleiner Trupp von Kriminellen kapert unter der Führung von Gangster Ryder (John Travolta) eine New Yorker U-Bahn und möchte die Stadt so um einen Millionenbetrag erleichtern. Die Verhandlungen führt – in Form eines Duells Mann-gegen-Mann – der Fahrdienstleiter Garber (Denzel Washington).
Gesehen habe ich jetzt nur den 2009er-Streifen von Regisseur Tony Scott, aber warum hier ein Remake sein musste, bleibt mir ein Rätsel. Verbreitete das New York der 70er Jahre sicher noch ein interessantes Flair, ist der Schauplatz in der heutigen Zeit beliebig und austauschbar. Ob es nun um ein Flugzeug in Chicago, einen Bus in LA oder eben eine U-Bahn geht – irgendwie hat man das Gefühl, das ganze schon einmal gesehen zu haben.
Die Leitstelle der U-Bahn kann es mit der Kommandozentrale eines mittleren Raumschiffes der Galaxy-Klasse aufnehmen, etwas fraglicher Börsenblödsinn soll an die aktuellen Finanzmarktthemen und Spekulationsgeschäfte um den 11. September erinnern.
Travolta und Washington können da noch stark am Ruder reißen, sind sie doch die einzigen Charaktere, denen so etwas wie latente Tiefe ins Drehbuch geschrieben wurde. Wobei auch diese beiden nicht gerade um ihr Leben spielen und in besseren Rollen gesehen wurden. An andere Darsteller erinnert man sich zwei Minuten nach dem Film nicht mehr, weil sie schlicht Pappkameraden hätten sein können und für die Geschichte irrelevant sind.
Hinsichtlich Action und Optik kann man natürlich nicht meckern: Schnelle Schnitte, nette Effekte – alles an Bord. Leider etwas sauber, glatt, ohne Kanten. Poppkornkino für einen HaFa-Abend: Hirn aus, Film ab.
Bewertung: 2 von 5 Sternchen · Gesehen am 15. Juli um 20:00 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 4, Platz G8 · Kostenfaktor: 9,00 Euro
Überdosis Spielzeug-Action
Wenn es hoch kommt waren es zehn. Also jetzt nicht nur die Minuten mit Handlung, sondern die Damen im gut besuchten Kinosaal – und die haben sich den zweiten Teil der Transformers-Serie wahrscheinlich auch nicht freiwillig angeschaut, sondern keine Ahnung gehabt, auf was sie sich einlassen.
Wie beim letzten Mal, geht es um gute Metallmonster, die an der Seite der Menschheit – äh, also der US Army – kämpft und um böse Metallmonster. Tja, und die kloppen sich eigentlich die ganze Zeit. Fertisch…
…aber trotzdem unterhaltsam. Während des Films hat man den Eindruck, dass Terminator, Star Wars und American Pie gleichzeitig ablaufen und das Drehbuch dem Autorenstreik zum Opfer gefallen ist. Action, Witz und Selbstironie sind aber in Hülle und Fülle vorhanden, und springen rettend ein. Kommen dann noch Autos, Frauen und Nockenwellen hinzu, haben wir einen akzeptablen, coolen “Männerfilm”, dessen Konsum einen nicht schlauer, dafür aber jede Menge Spaß macht.
Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 25. Juni um 19:30 · im Maxx Hameln mit Daniel · Saal 2, Platz 15/13 · Kostenfaktor: 8,80 Euro