Immer häufiger habe ich den Eindruck, dass der Kunde, der fordernd, wechselhaft und untreu ist um einiges besser fährt, als der langjährige und sich ruhig verhaltene. Gibt es für den Abschluss eines neuen Abonnements beispielsweise teils richtig gute und hochpreisige Geschenke, guckt man in die Röhre, wenn man die Fernsehzeitung für die folgenden Jahre brav in seinen Briefkasten legen lässt. Lediglich Mobilfunkbetreiber scheinen an dauerhafter Bindung interessiert, denn dort bekommt man immerhin subventionierte Geräte, wenn man sich weiterhin bindet.
Mein aktuellstes Beispiel hirnrissiger Preispolitik ist die Muckibude Fitness First (ehemals Fitness Company). Seit drei Jahren bin ich dabei gewesen und habe nun gerade meine Kündigung rausgeschickt. Abgesehen davon, dass dort sowieso jeder für die gleiche Leistung etwas anderes zu zahlen scheint, haben die jetzt zum Jahreswechsel erneut von einer lustigen Klausel ihrer Geschäftsbedingungen Gebrauch gemacht. Darin heißt es, dass der Mitgliedsbeitrag nach 12 vollen Monaten um 1,50 Euro erhöht werden darf. Das ist nicht die Welt, aber was bitte soll das? Wenn ich mich jetzt anmelde, werden mir diverse Gebühren und fragwürdigen Sonderzahlungen erlassen und ich bekomme noch Taschen und Flaschen hinterher geschmissen – der starke Wettbewerb in dieser Branche macht es möglich und die Altkundschaft darf das dann bitte zahlen.
Manche Unternehmen versuchen ja wenigstens noch einzugreifen, indem sie sich nach dem Kündigungsgrund erkundigen und andere Angebote unterbreiten, aber da die Fitness Company auch nicht auf eMails antwortet, rechne ich da in diesem Fall eher nicht mit.
Mein Vorsatz für dieses Jahr: Kein lieber, dummer Kunde mehr sein.
Das Google und Apple sich immer mehr in die Quere kommen, ist offensichtlich. Aus der einstigen Zusammenarbeit, die sich beispielsweise in der Bereitstellung von Google-Maps für das iPhone zeigte, ist mittlerweile starker Konkurrenzkampf geworden, denn beide Kontrahenten bieten Betriebssysteme, Browser, Handys und eMail-Dienste. Letzteres ist bei mir gerade ein Problem: Wenn ich aus meinem MobileMe-Account heraus eine neue Nachricht an einen Google-Mail-Empfänger sende, landet die dort erst einmal im Spam-Ordner. Selbst regelmäßiges Anlernen ignoriert Google konsequent.
Apples Support kann leider nicht helfen, hat aber vom Problem schon gehört, das auch andere Anwender zu haben scheinen. Unternehmenskrieg auf dem Rücken der Kunden ist blöd.
Hat noch jemand solche Erfahrungen gemacht?
Alles Gute, liebes Klo!
Was auf den ersten Blick extrem lustig klang, musste ich gerade mal recherchieren: Heute ist in der Tat der Welttoilettentag. Auf den zweiten Blick steckt hinter der ganzen Sache weniger eine Ulknudel, als traurige Realität, denn laut Statistik haben 40 Prozent der Weltbevölkerung keinen ausreichenden Zugang zu hygienischen Sanitäreinrichtungen. Wahnsinn, oder? Über so eine Selbstverständlichkeit des eigenen Lebens denkt man einfach gar nicht nach.
Auf diesen Missstand macht die – und jetzt kommt’s – “Welttoilettenorganisation” seit acht Jahren aufmerksam. Toller Name. Möchtet Ihr Präsident der Welttoilettenorganisation (WTO) sein?
Klar, jeder muss sehen wo er bleibt. Aber dass unser Bürgeramt jetzt die ohnehin unverschämt hohen Preise für die Beglaubigung einer Kopie weiter heraufsetzt, wenn die Jungs dadurch weniger zu tun haben, muss ich nicht verstehen, oder?
Werbung geht bei vielen Leuten ja zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Um in der heutigen Zeit noch aufzufallen oder auf etwas aufmerksam zu machen bedarf es schon besonderer und immer ausgefallenerer Ideen.
Erfolgreiche Werbung läuft meiner Meinung nach nicht mehr in Spielfilmpausen oder im Radio, sondern muss eine der drei Bedingungen erfüllen: einen Mehrwert bringen, aufregen oder amüsieren.
Gleich zwei von drei Kriterien erfüllt die Idee des Eichborn-Verlages zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse.
Wie sieht’s bei Euch aus, was überwiegt – das Mitleid mit den Fliegen, die einen Tag ihres Lebens als Werbebanner durch die Welt flogen, oder das Erstaunen ob der Idee und dem handwerklichen Geschick derer, die die Schilder an den Brummern befestigt haben?
Der neue Duden ist da. Warum? Nun, Begriffe wie Abwrackprämie, twittern und Komasaufen fehlten bisher! Die 25. Auflage kennt sie. Juhu.
Nun gibt es außerdem meist nur noch eine einzige Schreibweise, während in der vorherigen Auflage noch mehrere Varianten aufgeführt waren und der Liebling der Redaktion markiert wurde. Gäbe es nicht ein weiteres Buch, das sich als die deutsche Rechtschreib-Bibel sieht, hätte man nun das erreicht, was die Kultusministerkonferenz seit 13 Jahren nicht hinbekommt: Einheitlichkeit in der Orthografie.
Aber auch der Wahrig ist nicht tot und zeigt, zufällig zur gleichen Zeit wie der Duden, sein neues Gesicht. Die beiden haben vieles gemeinsam, beispielsweise das ein oder andere Wort, oder die Intention bei Überlegungen ob der richtigen Schreibweise im Post-Reform-Zeitalter zu unterstützen. Diesem Ziel steht jedoch die ein oder andere Uneinigkeit beider Werke entgegen. Was der eine empfiehlt, unterstützt der andere nicht immer. 350 Abweichungen hat die Forschungsgruppe Deutsche Sprache bei den mittlerweile eigentlich zum gleichen Dach (=Cornelsen) gehörenden Werken identifiziert. Wenn man sich also seit Neuestem seit neuestem in der hell lodernden helllodernden Sonne rekeln räkeln möchte, kann man das nach wie vor auf unterschiedliche Weise tun (immer erst Duden, dann Wahrig).
Es bleibt zu hoffen, dass der Verlag über kurz oder lang beide Wörterbücher miteinander verheiratet und somit wenigstens etwas zur Klarheit beiträgt. Dann tut er mehr für die deutsche Sprache, als der eigentlich für ihre Wahrung erkorene Rat, denn der möchte lediglich “intensiv in der Stille arbeiten und die Sprache beobachten – ohne zeitliche und inhaltliche Aufgeregtheit.”, wie die Welt berichtet. Die machen also weiterhin nichts. Nach so viel selbstverzapften Schrott hätte ich aber auch keinen Bock mehr – kann ich verstehen.
Der Klett-Verlag bietet jetzt übrigens das, was ich seit jeher beim Duden vermisse: Zugriff auf die Datenbanken via werbefinanzierter Internetseite. Mal schauen, wann Bertelsmann & Co. hierauf reagieren und ob man sich irgendwann mal seiner Texte sicher sein kann.
Bis dahin bleibt noch die Möglichkeit des google-unterstützen Mehrheitsentscheides. Es muss ja nicht immer das offiziell erlaubte Wort genutzt werden – das meistverwendete tut es oft auch:
Ich glaub’ ich spinne. Man stelle sich vor, dass man nichts ahnend im dunklen Kino sitzt, vor sich herumlümmelt, genüsslich sein Popcorn herunterwürgt und dabei penetrant von einem Stasimann Warner-Bros.-Mafioso beobachtet wird. So laut heise.de in Magdeburg beim neuen Harry Potter-Film geschehen.
Das Hollywood-Studio Warner Bros. hat Kinobesucher [...] mit Nachtsichtgeräten beobachten lassen. Dies berichtet die Magdeburger Volksstimme. Die Verleihfirma Warner Bros. will so das heimliche Aufzeichnen während der Vorstellung verhindern, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Tageszeitung. Zur Überwachung seien daher Sicherheitsleute eingesetzt worden. Die Observation wurde offenbar in mehreren Kinos durchgeführt, konkretere Angaben gibt es bislang jedoch noch nicht.
Abgesehen davon, dass ich mir den Film eh nicht ansehen wollte, kann das Verfolgungswahn-Studio sich seinen durch solche rechtlich fraglichen Maßnahmen begleiteten Mist gerne alleine ansehen. Interessant ist sicher, ob sich da ein Trend abzeichnet. Angesichts der ohnehin extrem angestiegenen Eintrittspreise würde ich mir dann zweimal überlegen, ob ich mich für sieben bis neun Euro observieren oder den Film an mir vorbeiziehen lasse. Dem Schwarzmarkt wäre da eher in die Hände gespielt.
Wie beweise ich meinen latein-juristischen Intellekt und hochgradiges technisches Unverständnis in einem Satz am besten? Ich fange eine Praktikantenstelle beim Amtsgericht Karlsruhe an!
[…] Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn dieser erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind. […]