Stichwort: Aufreger

26 Jul

Die Post – jetzt auch ditschital

Briefkasten

Klasse, die Post hat die eMail für sich entdeckt. Wahnsinn. Totlach.

In etwa so war meine erste Reaktion, als ich auf der CeBIT erstmalig vom E-Post-Brief gehört habe. Nun setzt sich ja langsam die große Werbemaschinerie in Gang. Grund genug, sich mit dem Thema mal kurz zu beschäftigen.

Nachdem es nun schon Jahrzehnte den Informationsaustausch per eMail gibt und bereits mehrere Anläufe – auch von der Post – fehlgeschlagen sind, diesen sicher und verbindlich zu gestalten, folgt nun ein weiterer Versuch. Die Vorteile liegen natürlich auf der Hand, denn warum soll ich meinen am Computer geschriebenen Brief erst ausdrucken, eintüten, frankieren und zum Briefkasten bringen, um sichergehen zu können, dass er den Empfänger auch erreicht? Durch das Signieren der Nachricht und aufgrund der Tatsache, dass die Post eine gemeinsame Infrastruktur für Sender und Empfänger bereitstellt, ergibt sich ein beträchtlicher Sicherheits-Vorteil.

Als einst staatliches und nach wie vor nahezu konkurrenzloses Unternehmen, genießt die Post ja irgendwie einen Vertrauensvorsprung. Das erklärt, warum ich mich da ziemlich spontan anmelden und meine Adresse sichern wollte, auch wenn ich das Konto durch den Schnapper-Preis von 55 Cent pro “Brief” (egal ob nun durch die Post ausgedruckt und konventionell zugestellt oder nicht) nur als reinen Ersatz der bisherigen Briefpost nutzen würde. Richtige eMails kann man damit übrigens auch gar nicht ermpfangen.
Das langatmige und komplizierte Anmeldeverfahren (Onlienformular + Code per Briefpost + Handy-TAN + Postident) hat mir allerdings genügend Zeit gegeben, die AGBs mal eben quer zu lesen. Kurzum: Erschreckend. Der Kunde sichert zu, seine Posteingang jeden Tag, also auch bei Krankheit und im Urlaub, zu checken, gestattet das Verkaufen seiner Daten durch die Post (gut, das macht die eh schon) und lässt Staatsanwaltschaft und Polizei mitlesen. Aber meine Lieblingsklausel nennt sich IV.2.5 und besagt, dass ein Druck auf die Löschtaste neben einer Nachricht eben diesen Vorgang nicht unmittelbar zur Folge hat. Erst wenn die Post Lust hat, meine Daten zu vernichten, werden die das ggf. irgendwann tun. Oder eben nicht. Ich glaub mein Schwein pfeift.

IV.2.5: Es wird darauf hingewiesen, dass Daten, die in dem Nutzerkonto gelöscht wurden, ggf. zunächst nur gesperrt und dann erst mit zeitlicher Verzögerung endgültig gelöscht werden, um versehentlichen Löschungen oder evtl. vorsätzlichen Schädigungen vorzubeugen. Aus technischen und rechtlichen Gründen (vgl. gesetzliche Datenspeicherungspflichten) werden Daten ggf. in Datensicherungsdateien und Spiegelungen von Services dupliziert. Solche Kopien werden ggf. erst mit einer zeitlichen Verzögerung gelöscht.

Sehr schön zusammengefasst hat diesen fragwürdigen Sachverhalt der gutjahr’s-Blog, auf dem Ihr auch ein Interview mit dem Betreiber des lawblogs findet. Interessantes hierzu gibt es zudem bei der Stiftung Warentest und bei Heise.

Meine Anmeldung ist anscheinend noch in der Schwebe, da ich noch nicht mit Perso zur Filiale gelaufen und identifiziert bin – da wird sie auch erst einmal bleiben.

05 Jul

Klingeltonmafia 2.0

Leute, passt auf Eure Finger auf!
Der App-Store bietet ja bekanntlich eine ganze Reihe von mehr oder weniger sinnvollen Erweiterungen für das iPhone. Gerade die kostenlosen Spielereien sind dabei in letzter Zeit auffällig häufig mit sogenannten Admob-Bannern gespickt. Wenn man nun – konzentriert auf das virtuelle Elfmeterschießen oder Bewegen irgendwelcher Spielfiguren – zufällig einen solchen Banner berührt, wird man unmittelbar via SMS über den erfolgreichen Tritt in eine Abo-Falle informiert:

Das Beste für Dein Handy! 5 Gutscheine Logos + Funvideos) im Jamba TopGrafik Sparabo (4,99/Woche). Keine Infos? Sende Out an 33333. jamba.de

Das verstehst man jetzt zwar inhaltlich erst mal nicht. Klar, soll ja auch so. Aber auf der nächsten Abrechnung findest Du dann, genauso wie ich, die 4,99 wieder.
Es ist schon erbärmlich, mit welchen schmierigen Tricks dieser Schuppen Leute über den Tisch zieht. Der Clou ist dann übrigens, dass nach der Kontaktaufnahme mit Jamba (das ist kostenlos mittels Chat möglich) klar wird, dass das iPhone gar nicht zu den unterstützten Geräten zählt. Ein “Sparpaket”, das unter normalen Bedingungen schon gänzlich nutzfrei ist, wird somit natürlich nicht gerade sinnvoller.

Leider gibt es anscheinend keine rechtliche Handhabe gegen ein solches Vorgehen und der Betrag ist, sofern man sich des Problems innerhalb einer Woche bewusst wird, keines weiteren Aufwandes wert. Da Apple und Telekom da mitmachen, werden die beiden sicher wohl nicht ganz unbeteiligt an so generierten Umsätzen sein. Neu ist das ganze nicht und Kinder wurden ja bereits vor x Jahren durch Musiksender um ihr Taschengeld betrogen. Aber damals mussten wenigstens aktiv eine SMS abgeschickt werden…

Bei Mobilfunkanbietern besteht immerhin die Möglichkeit, sämtliche “Sonderdienste” für die Zukunft zu sperren. Was im Detail das bedeutet, werde ich mir mal vom Shop-Mitarbeiter erläutern lassen.
*grummel*

31 Mrz

Die Bahn kommt

Schmunzeln musste ich neulich, als irgendwo in einem Fernsehbeitrag über die Bemühungen der Stiftung Warentest berichtet wurde, die Systematik der Preispolitik bei der Bahn zu ergründen. Man ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine gäbe.

Ähnliche Erfahrungen musste ich sammeln, als nun die Anschaffung einer BahnCard anstand. Durch das Studium bin ich jetzt ja etwa zehn mal im Jahr in Pinneberg, Stuttgart, Leipzig oder München. Da fahre ich also oft Bahn und dachte mir, dass man mit einer BahnCard (BC) unter’m Strich sicher gut bei weg kommt.
Erste Ernüchterung: Für den Studententarif der BC-50 bin ich zu alt.
Zweite Ernüchterung: Wenn man langfristig planen kann, lohnt die BC-50 eh nicht. Dummerweise bekommt man dort nämlich nur 50 Prozent Rabatt auf den Normalpreis und keinerlei Vergünstigungen bei Spar-Angeboten. Diese wiederum gibt es in unterschiedlichem Umfang eigentlich immer, wenn man rechtzeitig und nicht von heute auf morgen plant und sich dann gleich auf eine Verbindung festlegt. Die BC-25 hingegen reduziert auch die Sparpreise um ein Viertel und kostet keine 60 Euro, wodurch sie sich bereits durch ein einmaliges München-Und-Zurück rentiert.

Was nun aber jeweils eine Fahrt kostet, dass bleibt das Geheimnis der Bahn. Mein Verdacht ist ja

Quersumme der Abfahrtszeit * Verspätungsfaktor hoch Abfahrtsgleis

aber da bin ich noch nicht sicher.

Ein Hit ist auch die elektronische Ticketbestellung: Wenn ich einzeln eine Hin- und eine Rückfahrt buche, bin ich bislang immer günstiger bei weg gekommen, als wenn ich eine Hin- und Rückfahrt gemeinsam ordere. Ist das normal?! Lustigerweise kosten die beiden Wege auch nie den gleichen Betrag. *arrg*

Zum Fan der öffentlichen Verkehrsmittel werde ich wohl nie werden. Immerhin gibt es so hier sicher regelmäßig neues zu berichten…

13 Jan

Der treue Kunde ist der Dumme

Stichworte: 6 Kommentare

Immer häufiger habe ich den Eindruck, dass der Kunde, der fordernd, wechselhaft und untreu ist um einiges besser fährt, als der langjährige und sich ruhig verhaltene. Gibt es für den Abschluss eines neuen Abonnements beispielsweise teils richtig gute und hochpreisige Geschenke, guckt man in die Röhre, wenn man die Fernsehzeitung für die folgenden Jahre brav in seinen Briefkasten legen lässt. Lediglich Mobilfunkbetreiber scheinen an dauerhafter Bindung interessiert, denn dort bekommt man immerhin subventionierte Geräte, wenn man sich weiterhin bindet.

Mein aktuellstes Beispiel hirnrissiger Preispolitik ist die Muckibude Fitness First (ehemals Fitness Company). Seit drei Jahren bin ich dabei gewesen und habe nun gerade meine Kündigung rausgeschickt. Abgesehen davon, dass dort sowieso jeder für die gleiche Leistung etwas anderes zu zahlen scheint, haben die jetzt zum Jahreswechsel erneut von einer lustigen Klausel ihrer Geschäftsbedingungen Gebrauch gemacht. Darin heißt es, dass der Mitgliedsbeitrag nach 12 vollen Monaten um 1,50 Euro erhöht werden darf. Das ist nicht die Welt, aber was bitte soll das? Wenn ich mich jetzt anmelde, werden mir diverse Gebühren und fragwürdigen Sonderzahlungen erlassen und ich bekomme noch Taschen und Flaschen hinterher geschmissen – der starke Wettbewerb in dieser Branche macht es möglich und die Altkundschaft darf das dann bitte zahlen.
Manche Unternehmen versuchen ja wenigstens noch einzugreifen, indem sie sich nach dem Kündigungsgrund erkundigen und andere Angebote unterbreiten, aber da die Fitness Company auch nicht auf eMails antwortet, rechne ich da in diesem Fall eher nicht mit.

Mein Vorsatz für dieses Jahr: Kein lieber, dummer Kunde mehr sein.

08 Jan

Krieg im Postfach

Das Google und Apple sich immer mehr in die Quere kommen, ist offensichtlich. Aus der einstigen Zusammenarbeit, die sich beispielsweise in der Bereitstellung von Google-Maps für das iPhone zeigte, ist mittlerweile starker Konkurrenzkampf geworden, denn beide Kontrahenten bieten Betriebssysteme, Browser, Handys und eMail-Dienste. Letzteres ist bei mir gerade ein Problem: Wenn ich aus meinem MobileMe-Account heraus eine neue Nachricht an einen Google-Mail-Empfänger sende, landet die dort erst einmal im Spam-Ordner. Selbst regelmäßiges Anlernen ignoriert Google konsequent.

Apples Support kann leider nicht helfen, hat aber vom Problem schon gehört, das auch andere Anwender zu haben scheinen. Unternehmenskrieg auf dem Rücken der Kunden ist blöd.
Hat noch jemand solche Erfahrungen gemacht?

31 Okt

Die Werbung mit den Brummern

Werbung geht bei vielen Leuten ja zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Um in der heutigen Zeit noch aufzufallen oder auf etwas aufmerksam zu machen bedarf es schon besonderer und immer ausgefallenerer Ideen.

Erfolgreiche Werbung läuft meiner Meinung nach nicht mehr in Spielfilmpausen oder im Radio, sondern muss eine der drei Bedingungen erfüllen: einen Mehrwert bringen, aufregen oder amüsieren.
Gleich zwei von drei Kriterien erfüllt die Idee des Eichborn-Verlages zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse.

Wie sieht’s bei Euch aus, was überwiegt – das Mitleid mit den Fliegen, die einen Tag ihres Lebens als Werbebanner durch die Welt flogen, oder das Erstaunen ob der Idee und dem handwerklichen Geschick derer, die die Schilder an den Brummern befestigt haben?

via Meinungsblog

23 Dez

Wortschätze

Erschreckend, welche Wortschätze man auf einer kleinen Reise durch Hannover entdecken kann.