Stichwort: Buch

16 Dez

Buch: Die Geduld der Spinne

Der Standard-Serienkiller ist durchgehend böse. So haben wir es nach x Thrillern gelernt.
Jonathan Nasaw präsentiert uns in seinem Werk Geduld der Spinne nun ein Exemplar, dass die unterschiedlichsten Typen und Attribute gleichzeitig verkörpert und nach einem Griff in sein großes Sortiment zwischen den verschiedensten multiplen Persönlichkeiten wechseln kann. Seine Umwelt – und in der aktuellen Situation vorrangig seine Psychologin Irene – hat es mit einem gleichsam kindischen, weiblichen, gemäßigten oder äußerst brutalen Gegenüber zu tun, während sie in das stets gleiche Gesicht eines jungen Mannes schaut.
E. L. Pender, der von sich selbst sagt, dass er der am schlechtesten gekleidete FBI-Agent sei, ist dem hochintelligenten Täter seit Jahren auf der Spur und mittlerweile fast der einzige, der an dessen Existenz und einen Zusammenhang bei Vermisstenfällen rotblonder Frauen glaubt.

In einem sehr leichten und gleichsam fesselnden Stil schreibt Nasaw seine Geschichte. Trotz teilweise extremer Ereignisse erscheint die Story fast glaubwürdig, und ist darüber hinaus eine ziemlich interessante Beschreibung einer psychischen Störung, von der man eigentlich recht wenig weiß.

Wer Slaughter, Beckett oder Fitzek mag, sollte sich auch mal an einem Nasaw versuchen.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
“Die Geduld der Spinne”, orig “The girls he adored” von Jonathan Nasaw
Gelesen im Dezember 2010 · Lesezeit: eine gute Woche
Quelle: geliehen

29 Nov

Buch: Der Augensammler

Wenn man einen Top-Titel nach dem anderen schreibt und in den Bestsellerlisten schon ganz automatisch auf den vorderen Plätzen landet, dann muss er ja eigentlich über kurz oder lang kommen: Der Knick in der Kurve.
Obwohl Sebastian Fitzek in gewohnter Weise und mit überzeugender Sprache schreibt, ist die Geschichte dieses mal ziemlicher Ramsch. Natürlich gibt es spannende und sogar fesselnde Momente, aber die Messlatte wurde nicht zuletzt durch den Splitter so hoch gesetzt, dass ich mit dem neusten Buch eher enttäuscht wurde.

Erzählt wird die Geschichte des ehemaligen Polizisten und jetzigen Schmierblatt-Reporters Alexander Zorbach, der – einem Serienmörder auf der Spur – plötzlich selber gejagt wird. Ihm zur Seite stehen eine blinde aber hellseherische Physiotherapeutin samt Hund und ein übermotivierter Volontär. Das Ende fand ich leider äußerst plötzlich, langweilig und unbefriedigend.

Natürlich werde ich den nächsten Fitzek auch wieder lesen (zumal der Titel schon mal lustig klingt). Ehrensache. Ich will mal hoffen, dass ihm angesichts seines Erfolges nur zwischenzeitlich etwas die Luft ausgegangen ist.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen
“Der Augensammler” von Sebastian Fitzek
Gelesen im November 2010 · Lesezeit: eine gute Woche
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

18 Okt

Buch: Splitter

Von jetzt auf gleich die schwangere Frau durch einen Autounfall zu verlieren muss so ziemlich das schlimmste sein, was einem Mann widerfahren kann. Die selbstzerstörerischen Gedanken, diesen Unfall auch noch verurasacht zu haben, lassen Marc Lukas so sehr verzweifeln, dass die Vorstellung einer künstlich herbeigeführten Amnesie auf einmal verlockend erscheint.

Nach dem Kind und dem Seelenbrecher ist Splitter der dritte und beste Thriller, den ich von Sebastian Fitzek gelesen habe. Mit gewohntem Tempo erzählt der Autor eine spannende “Nichts ist so, wie es scheint”-Geschichte mit zahlreichen Ecken und Kanten. Owohl das Ende die ein oder andere sehr obskure Wendung nimmt, ist meine Nacht doch etwas kürzer geworden – an das Weglegen des Buches war plötzlich nicht mehr zu denken.

Die Platzierung von interessanten Easter-Eggs gehört mittlerweile wohl in jedes seiner Bücher und auch dieses mal funktioniert die vermerkte Telefonnummer. Schön gemacht.
Sebastian Fitzek ist eine feste Größe des Genres und kann durch Splitter seinen Platz in meiner ganz persönlichen Lieblingsautoren-Liste nur festigen!

Eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
“Splitter” von Sebastian Fitzek
Gelesen im Oktober 2010 · Lesezeit: eine knappe Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

01 Okt

Buch: Mittsommermord

In das beschauliche Schweden passen für mich irgendwie weder Mord noch Totschlag. Und dennoch ist es natürlich das tägliche Geschäft von Kurt Wallander und seine zahlreichen realen Kollegen. Auf stolzen 600 Seiten verfolgt der Lieblingsprotagonist von Henning Mankell einen scheinbar unkontrolliert agierenden Serienmörder und kann dabei auch vor seinen eigenen Reihen nicht halt machen.

Ohne übertrieben blutrünstig zu sein, wird mit anhaltender Spannung und sehr viel Tiefe erzählt. Kurze Exkursionen in des Kommissars Privatleben lockern dabei auf, ohne dass das eigentliche Thema aus den Augen verloren geht. Selbst Randcharaktere werden stets überzeugend gezeichnet und beim Leser wechseln sich Phasen der absoluten Ratlosigkeit mit jenen ab, bei denen man den Ermittlern ein ganzes Stück voraus ist. Abschnitte aus der Täterperspektive machen das Lesen noch einmal interessanter.

Mittsommermord ist ein handwerklich überzeugender Kriminalroman – ohne sich dabei besonders stark aus der Masse abzuheben.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Mittsommermord”, orig “Steget efter” von Henning Mankell
Gelesen im September 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: geliehen

30 Aug

Buch: Samenspende

Stichworte: , , 2 Kommentare

Um das schweizerische Bern herum sprechen die Eingeborenen ja schon etwas gewöhnungsbedürftig. Lustig finde ich aber, dass auch das Schriftdeutsch dort ein etwas anderes ist, als im hohen Norden Deutschlands gewöhnt. Das fällt ja schon bei der Tageszeitung auf und macht sich somit auch bei Romanen aus der Region bemerkbar.

Mein Testobjekt war der Kriminalroman Samenspende von Peter Hänni, der einen zweifachen Giftmord thematisiert. Souverän wird die Geschichte erzählt und immer mal wieder Bezug auf Bern, sowie schweizer Begrifflichkeiten und Sitten genommen. Somit eine klasse, kurzweilige Urlaubslektüre, wenn man schon mal da ist.

In diesem Zusammenhang ist mir übrigens aufgefallen, wie günstig Bücher hier im direkten Vergleich zur Schweiz sind!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Samenspende” von Peter Hänni
Gelesen im August 2010 · Lesezeit: eine knappe Woche
Quelle: geliehen

06 Aug

Buch: Leichenblässe

So, nachdem Leichenblässe jetzt auch als Taschenbuch erschienen ist, hab’ ich nun alle Bücher von Simon Beckett durch.

Thema ist der dritte Fall des forensischen Anthropologen David Hunter, der erstmalig nicht in Großbritannien, sondern in Tennessee spielt. Hinsichtlich Stil und Ablauf bleibt hingegen vieles beim Alten, denn erneut ist Hunter nicht nur beratend unterwegs, sondern ehe er es sich versieht mitten in das Geschehen involviert und wiedereinmal ist nicht alles so, wie es scheint.

Nicht ganz mit den Vorgängern mithalten kann jedoch das “Buch nicht weglegen wollen”-Gefühl. Gerade zu Anfang zieht sich die Story ein wenig und steht bei den Punkten Spannung und Komplexität verglichen mit der Chemie des Todes hinten an. Zahlreiche Figuren bleiben verhältnismäßig farblos und entziehen sich somit Interesse und Mitgefühl und die Beschreibung der instabilen psychischen Situation, in der sich der Protagonist infolge seines letzten Einsatzes befindet, ist mir schon etwas zu viel des Guten. Auf der anderen Seite hätte ich mir eine stärkere Verknüpfung zur Handlung des Vorgänger-Buches gewünscht.

Wie nicht anders zu erwarten, ist Leichenbläse natürlich ein handwerklich überzeugender Thriller, den zu lesen es durchaus lohnt. Dem Autor wird leider sein eigenes hohes Niveau zum Verhängnis. Denn dem starken Anspruch an alles weitere aus seiner Feder wird er meiner Meinung nach dieses Mal nicht ganz gerecht.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Leichenblässe”, orig. “Whispers of the Dead” von Simon Beckett
Gelesen im August 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

22 Apr

Buch: Voyeur

Stichworte: , , 2 Kommentare

Wie schon Obsession und Flammenbrut gehört auch der Voyeur zu einer Gruppe sehr psychologisch ausgerichteten Krimis.

Der Hauptberufliche Einzelgänger und nebenberufliche Galerist Donald begehrt nicht nur erotische Kunst, sondern nach einem zufälligen Schlüsselereignis zusehends auch seine junge Assistentin Anna. Anders als der sprunghafte Frauenheld Zeppo ist er jedoch nicht an kurzfristigen Abenteuern und rein körperliche Nähe interessiert – er möchte die schöne Anna ganz und gar vereinnahmen, sie besitzen. Ein Plan, dem Annas Freund natürlich im Wege steht, so dass sich Donald und Zeppo zusammentun, das glückliche Paar zu trennen.

Der Voyeur ist das erste von Simon Beckett geschriebene Buch und wurde bereits 1994 unter dem Titel Galerie der Verführung in Deutschland veröffentlicht. Nach dem nun aufgekommenen Hype um den Autor und den Erfolg der beiden Bücher außerhalb der Hunter-Reihe war die Neuauflage unter einheitlicher Flagge sicher schon alleine ein wirtschaftlicher Selbstläufer.

Seine Vielseitigkeit stellt der Autor mit diesem Buch erneut deutlich unter Beweis. Wieder einmal ist ungewöhnliche Besessenheit das bestimmende Thema, aber durch die ganz andere Perspektive – der Voyeur ist selbst der Erzähler – und durch die abweichende Intention des Protagonisten unterscheidet es sich dennoch gleichzeitig stark von Becketts anderen Büchern. Stil und Sprache sind, verglichen mit den späteren Erscheinungen, auf bekannt hohen Niveau.

Die spannende und kurzweilige Geschichte macht Spaß und ist schnell gelesen. Auf der Suche nach Kritikpunkten könnte man das schnelle und nicht arg überraschende Ende anführen. Aber meine Güte, nicht immer muss es auf den letzten Seiten eine Hunderachtziggraddrehung geben – das wäre ja auch wieder langweilig.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Voyeur”, orig. “Fine Lines” von Simon Beckett
Gelesen im April 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

19 Mrz

Buch: Hummeldumm

Wenn man mit Vollidiot, Millionär und Resturlaub die ersten drei Bücher von Tommy Jaud gelesen hat, dann kann man nach der Lektüre von Hummeldumm zweifelsohne sagen, dass der Autor sein Thema gefunden hat. Dennoch ist auch das neue Buch keineswegs langweilig und hat mir wieder viel Spaß gemacht. Falsch ist freilich jeder, der auf der Suche nach der großen literarischen Unterhaltung ist – richtig all diejenigen, die gerne mit einem Grinsen im Gesicht lesen und vielleicht noch nach einem Reisebegleiter im Taschenformat für den nächsten Sommerurlaub Ausschau halten.

Während die eine Gruppe Leser sicher etwas traurig ist, dass die bekannten Protagonisten keine Rolle mehr spielen, freuen sich die anderen über die neu eingeführten Figuren. Ob nun Simon, Pitschi oder Matze – ein Kerl zwischen Wahnsinn, Loosertum und Genialität bestimmt mal wieder die Geschichte.

Wir begleiten Matze auf eine Gruppenreise nach Namibia und somit während der schlimmsten zwei Wochen seines Lebens. Denn leider besteht die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe aus sehr extravaganten Charakteren, viel zu wenig Reiseadaptern und einem Haufen Fremdschäm-Potential.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Hummeldumm” von Tommy Jaud
Gelesen im März 2010
Quelle: neu aus dem Buchladen

14 Mrz

Buch: Stirb schön

Stichworte: , , 2 Kommentare

Sobald Autoren mehr als ein Buch veröffentlichen, sind deutsche Verlage anscheinend besonders scharf darauf, die Werke hinsichtlich Optik und Namensgebung auffallend gleich zu gestalten. Das kennt man beispielsweise von Stephen King, dessen Titel oft absolut nichts mit der Geschichte oder der Originalfassung zu tun haben und das ist auch bei Peter James so.

Nach Stirb ewig, wird nun schön gestorben.
Dieses mal geht es um einen Shuff-Video-Ring, dem Roy Grace das Handwerk zu legen versucht.

Das Buch ist ein solider Krimi, der das vorhandene Potential leider nicht wirklich auszunutzen vermag. Obwohl gut geschrieben, nehmen die häufigen Sprünge zwischen Ermittlungsarbeit und Privatleben des Detectivs unnütz die Spannung aus dem Lesefluss.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Stirb schön”, orig. “Looking good dead” von Peter James
Gelesen im März 2010
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

06 Mrz

Buch: Schneemann

Zack: Vorhin noch in Schweden, geht es nun nach Norwegen. Dort geht es auch gleich etwas spannender zu: Ein Serienkiller arbeitet erst an Schneemännern und danach an jungen Müttern. Wo das eine noch zum Winterspaß dazugehört, ist das andere für die Damen dummerweise tödlich und somit wird Kommissar Harry Hole mit der Lösung des Falles betraut.

Schön an dem Buch finde ich schon mal, dass es mich trotz seinem etwas klischeemäßigen Ablauf (Täter geltungssüchtig, Taten medienwirksam, Ermittler Alki) an der einen oder anderen Stelle überrascht und gefesselt hat. Das regelmäßige Auf und Ab zwischen “Täter überführt” und “Ach ne, doch nicht” macht reichlich Spaß, wobei manche Zusammenhänge so banal erscheinen, dass man als Leser weiter sein kann, als der Kommissar.

Auch um Harry Hole gibt es seit 1997 bereits eine ganze Serie, wobei der Schneemann chronologisch ziemlich am Ende der Liste zu finden ist.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Schneemann”, orig. “Snømannen” von Jo Nesbø
Gelesen im März 2010
Quelle: geliehen

Page 2 of 6«12345»...Last »