Zwitscherschwachsinn
Vor ein paar Jahren habe ich mich bei twitter angemeldet. Musste ja sein, denn twitter war modern und innovativ und sowieso ein Muss. Nach einer Woche des sporadischen Mitlesens hatte sich mir der Sinn aber noch immer nicht erschlossen und der Account verstaubte. Jetzt hatte ich ihn wiederbelebt, ein paar belanglose Tweets in das Grundrauschen um Erdbeben, Atomkraftwerke und Eisbärenableben geschickt, werde gefollowert und followere selbst.
Totaler Blödsinn. Meine Aktivitäten werde ich wieder einstellen und die völlig verbugte und vermurkste Twitter-App vom iPhone schmeißen.
Mich interessiert nun wirklich nicht, wie sich die Darmwinde fremder Menschen entwickeln, wer wann was zu essen vorgesetzt bekommt, ob bald Wochenende oder schon wieder bald Wochenende ist, ob es in Berlin regnet oder Ihr Euren Zug verpasst habt. Es ist mir egal, ob Euer Chef doof, Euere Freundin müde oder der Hamburger lecker ist. Muss ich wissen, wie der Kerl, der Dir im Bus gegenüber sitzt ausschaut, dass er stinkt und ein Foto von seiner Glatze haben? Relevante Nachrichten müssen für mich in der Regel länger als 140 Zeichen sein, die selbstverliebte Darstellung bekannter Blogger mit Urlauten im Namen waren schon nach zwei Tagen nicht mehr auszuhalten und das volksnahe Getue von B-Prominenten lockt doch den letzten BILD-Leser nicht mehr hinterm Ofen vor.
Nahezu alles, was ich in der Zeit gelesen habe war das Getippe nicht Wert oder das getippe nicht werte Werbung. Leute, nehmt es mir nicht übel, ich schau auf Euren Seiten vorbei, habe zahlreiche von Euch im Feedreader, aber Twitter lege ich wieder zu den Akten.




