Stichwort: Film

31 Jan

Film: Black Swan

Beim Thema Ballett denken jetzt sicher viele zurecht gleich an Männern in Strumpfhosen – zack, Essen gelaufen.
Der Film Black Swan ist aber alles andere als eine Ballett-Verfilmung. Eigentlich ist er so ganz und gar nichts, was man irgendwoher kennen könnte und entzieht sich jeder Genredefinition.

Aber man sollte anders anfangen, um seine Filmkritik zum Ausdruck zu bringen. Zum Beispiel mit der Vermutung, dass Natalie Portman (V wie Vendetta, Léon – Der Profi) sich hiermit einem Oskar als beste Hauptdarstellerin erarbeitet haben müsste. Oder damit, dass für Kamera und Schnitt gleich noch zwei Goldmännchen zusätzlich vergeben werden sollten. So, jetzt sind die Strumpfhosen Nebensache.

Die Rahmenhandlung wird durch die Ballerina Nina (Portman) und ihren Wunsch als Schwanenkönigin in der New Yorker Oper spielen zu dürfen gegeben. Tatsächlich handelt der Film jedoch von Kämpfen. Von Kämpfen zwischen Menschen und vor allem von welchen in ihnen. Gegen den Feind im eigenen Körper erscheinen eine tyrannische Mutter, die tanzende Konkurrenz oder der fragwürdige Theater-Regisseur nur als niedrige Hürden. Aufgezehrt vom eigenen Perfektionismus leidet sich die Auserwählte der Premiere entgegen, bis (nicht nur) die Füße bluten. Und auch der Zuschauer wird – anfänglich noch besorgt einem beliebigen Tanzfilm ausgesetzt zu sein – in eine Welt gezogen, die sich eher mit Psychothriller oder Horror denn mit Ballett-Idylle beschreiben lässt. Denn den unschuldigen, zerbrechlichen, kopfgesteuerten Schwan in weiß tanzt Nina in Perfektion. Es ist das schwarze, böse, frivole Pendant, das ihr nicht zu liegen scheint und es ist ihre Wandlung in dieses gespaltene Wesen, die der Zuschauer verfolgen darf, zeitweise verfolgen muss.

Obwohl nahezu keine Szene ohne die Primaballerina läuft, sind auch Vincent Cassel (Die purpurnen Flüsse) und Barbara Hershey lobend zu erwähnen. Ersterer spielt den exzentrischen Regiseur genauso überzeugend, wie Hershey es als die Mutter Ninas vermag. Eine Mutter übrigens, die direkt dem Fegefeuer entstiegen und deren Knollennase nur versteckt zu sein scheint.

Regisseur Darren Aronofsky hat uns bereits mit The Wrestler eine eindrucksvolle Charakterisierung und den Verfall eines Sportlers geboten und zeigt nun auf, dass Wrestling und Ballett so weit eigentlich gar nicht auseinander liegen können.
Das Filmemachen Kunst ist und das Kunst schön sein kann, sei mit Black Swan bewiesen.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 29. Januar um 20:40
im CineStar Garbsen · Saal 2, Platz F12
Kostenfaktor: 9,00 Euro

17 Jan

Film: Devil – Fahrstuhl zur Hölle

Wenn Freunde und ich uns über Filme unterhalten, dann kommt es vor, dass man mal “Ja genau, der Inder” hört. Gemeint ist damit dann stets M. Night Shyamalan – den Namen kann sich in der Truppe keiner merken. Verantwortlich ist der Gute für große Erfolge wie Sixth Sense und Unbreakable, für in Ordnung gehende Filme wie Signs und The Village und für Flops namens Lady In The Water oder The Happening (wobei ich den jetzt so schlecht auch nicht fand). Mit dem aktuellen Streifen gemein haben sie alle das mehr oder weniger Mystische und Überweltliche, verpackt aber in extrem unterschiedlicher Qualität.

Beim Höllenfahrstuhl basiert lediglich die Idee auf Shyamalan, während Drehbuch und Regie dieses mal keine Werke von ihm sind. Und die Idee ist gut! Fünf sich völlig fremde Menschen finden sich in einem Fahrstuhl eines öffentlichen Gebäudes wieder, bleiben mit diesem stecken und erleben dort Fürchterliches. Klaustrophobie scheint gerade ein gutes Thema zu sein, das hatten wir ja neulich erst bei Buried. Schon der Titel lässt vermuten, dass der Hintergrund der Tragödie kein weltlicher ist, obwohl ich auch das interessant fände. Neben den Herrschaften ist auch der Beelzebub an Bord.

Die Darsteller sind eigentlich der Rede nicht wert und das Ende ein wenig uninspiriert, aber an sich sind die 80 Minuten ganz gut investiert. Als Highlight würde ich die Kameraarbeit und den Schnitt herausgreifen – beides hat mir ziemlich gut gefallen.

Geplant ist Devil übrigens als Auftakt der “Night Chronicles” zu platzieren – einer Triologie des Übernatürlichen. Man darf gespannt sein.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 13. Januar um 21:00
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 10, Platz C11
Kostenfaktor: 9,00 Euro

02 Jan

Film: Meine Frau, unsere Kinder und ich

Zum dritten Mal muss sich Greg (Ben Stiller, Nachts im Museum, Tropic Thunder) gegen Schwiegervater (Robert De Niro, Hide and Seek, Reine Nervensache), einen exzentrischen Nebenbuhler (Owen Wilson, Nachts im Museum) und weitere Gefahren des Familien-Alltags zur Wehr setzen. Und erneut tappst er dabei von einem Fettnäpfchen in’s nächste.

Wie bei den ersten beiden Teilen auch, kann der Film mit einer hervorragenden Besetzung aufwarten: Dustin Hoffman (Das Parfum) und Barbra Streisand (jetzt muss ich immer an den Song denken…) sind mit dabei und in einer Gastrolle spielt Jessica Alba (Fantastic Four, Sin City). Ja, es gibt auch Kotze zu sehen, aber das Gesamtpaket ist dennoch eine gute Unterhaltung, zumal nicht nur Witze unterhalb der Gürtellinie verschossen werden. Gerade Robert De Niro ist als halbmafiöses Familienoberhaupt und sich selbstdefibrillierender Ex-CIA-Agent wieder einmal klasse und wirkt die ganze Story über als Mittelpunkt.

Wenn Ihr bereits seit zehn Jahren das Leben der männlichen Krankenschwester verfolgt, so ist die aktuelle Fortsetzung durchaus eine spaßige Sache!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 01. Januar um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 2, Platz E23
Kostenfaktor: 8,50 Euro

31 Dez

Film: Skyline

Erstaunlich, wie viele Animations- und Kinderfilme aktuell das Kinoprogramm durchsetzen. Die Auswahl, mit welchem wir das Kinojahr 2010 abschließen sollten war also beschränkt und fiel mit Skyline auf einen Streifen voller Aliens, unbekannter Schauspieler, doofer Dialoge und dem seltsamsten Ende des Jahres.

Aber der Reihe nach: Ziemlich unvermittelt wacht der Zuschauer zwischen ein paar Freunden in Los Angeles auf, während blaue Strahlen auf die Stadt gefeuert, Menschen hineingezogen und Gebäude zerstört werden. Leider ist das nur ein Vorgriff auf die Geschichte und kurz darauf erleben wir das gängige wie unnütze Vorspiel der Szenerie mit “Freunde lange nicht gesehen”- und “Ich bin schwanger – Oh Mist”-Elementen. Gut, lässt sich aber verkraften, denn die Action ist wirklich nicht schlecht und somit wird genau das abgeliefert, was man nach dem Trailer erwarten kann – eine aufpolierte Independence Day-Variante mit einer Prise Krieg der Welten, die jedoch auf übermotivierte Einzelkämpfer und altkluge Wissenschaftler verzichtet, und somit den intergalaktischen Angriff in seiner ganzen Hoffnungslosigkeit zeigt.

An nicht wenigen Stellen im Netz wird der Film von der Strause-Brüder (Aliens vs. Predator 2) ziemlich verrissen, aber so ganz möchte ich da in das Genöle nun auch nicht einstimmen. Der (weitestgehend wohl unfreiwillige) auf die Leinwand gebracht Witz macht irgendwie Spaß, die biomechanischen Gegner und die gesamte Optik sind in Ordnung und hey, wenn Ihr gute Dialoge haben wollt, schaut Euch Bücher an. :) Nicht vergessen: Sie bewegen sich nicht über’s Wasser!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 30. Dezember um 17:40
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 4, Platz E14
Kostenfaktor: 8,50 Euro

13 Dez

Film: Monsters

Manchmal kann man sich im Kino ja richtig über die Blödheit der Leinwand-Helden aufregen. Sie rennen in die erste Etage, wenn der Messer-Mörder hinter ihnen her ist, sie teilen die Gruppe solange, bis auch wirklich jeder auf sich alleine gestellt ist…
In diesem Film hier weiß man ja schon anhand des ausgefalleneden Titels, mit was man es zu tun hat. Die gecastete Haupt-Blondine jedoch fragt bei jedem Aufblitzen eines Monsters wieder nur doof, was das wohl sei. Ihr Partner findet das aber wohl irgendwie süß.

Naja, zum Film: Es geht um Monster! Mal wieder sind die aus dem Himmel gefallen und dieses mal direkt irgendwo zwischen Mexiko und den USA gelandet. Um eine Unternehmerstochter sicher nach Hause zu eskortieren, muss nun ein Hiwi der Firma ran, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort ist. So langweilig und ausgelutscht die Story jetzt klingt, ist sie auch. Hätte man aus ihr etwas machen wollen, wären zumindest vernünftige Darsteller von Nöten gewesen, aber die doofe Blondine und der unsympathische Arsch von Babysitter taugen zum Aufbau von Empathie etwa so gut, wie eine Ketchupflasche zum Verfeinern eines Sternemenüs. Die Kontinuität der Geschichte ist schlecht, viele Szenen und Dialoge zu lang und von diesem albernen Monstern reden wir gar nicht erst. Ein wenig erinnert die Low-Budget-Sci-Fi-Road-Movie-Produktion an District 9. Nur ohne Action. Und nicht so gut.

Bewertung: 1 von 5 Sternchen
Gesehen am 11. Dezember um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 10, Platz D10
Kostenfaktor: 8,50 Euro

20 Nov

Film: Buried – lebend begraben

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Stell dir vor, Du wachst auf und findest Dich in einer dunklen, etwa sarggroßen Holzkiste wieder. Nach der ersten Panik stellst Du fest, dass Du samt Kiste unter der Erdoberfläche begraben, unter anderem zwar mit einem Handy ausgestattet, aber der Sauerstoff endlich ist.

Gruselig, oder? Genau in dieser Situation stehen wir dem amerikanischen Trucker Paul Conroy bei – jedoch ohne helfend eingreifen zu können. Nachdem sein Konvoi im Irak angegriffen, die Kollegen getötet und er selber lebendig begraben wurde, versucht er verzweifelt Hilfe zu organisieren. Doch wie macht man das, wenn sich die Notrufnummer im fernen Heimatland als unbrauchbar erweist und der Entführer die Lösegeldverhandlungen an sein Opfer delegiert? Wenn der Handyakku zusehends schwächer wird, das Gerät aber die einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt?

Die klaustrophobische Stimmung überträgt sich unmittelbar auf den Kinozuschauer – und das lag nicht alleine daran, dass meine Sitznachbarin eine 200-Kilo-Frau war. Nur selten kann und muss man mit dem Protagonisten so stark mitfiebern, mitleiden, mitbangen. Von hier und da hört man ein leises “Mach das doch nicht!” oder “Nein, pass doch auf!” irgendwo neben sich im Saal, sobald sich auch die letzten im Publikum auf die Situation eingelassen und das Scherzen eingestellt haben. Ein Entkommen aus der Situation gibt es erst nach 90 Minuten und in der ganzen Zeit bleibt Paul das einzige Gesicht, das es in dem spanischen Streifen zu sehen gibt.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 19. November um 22:30
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 5, Platz C9
Kostenfaktor: 8,50 Euro

11 Nov

Film: R.E.D.

Gerade im Begriff, sich mit dem Leben als Pensionär zu arrangieren, wird Frank von seiner Vergangenheit als CIA-Agent eingeholt. Zusammen mit den ebenfalls auf das Altengleis geschobenen Ex-Kollegen, versucht er sich am Überleben und möchte dem Geheimnis der Verfolgung auf die Spur kommen. Ihren jungen Kollegen stehen sie dabei in nichts nach, denn nicht umsonst prangt auf dem Aktendeckel des einst erfolgreichsten Agenten der Welt das Label retired and extremly dangerous (R.E.D.)

Die rasende Action-Komödie, die auf einem gleichnamigen Comic basiert, lebt in erster Linie von zwei Aspekten: Einerseits kann sie mit Bruce Willis (The Expendables, Surrogates, Stirb langsam), Morgan Freeman (Das Beste kommt zum Schluss, Million Dollar Baby), John Malkovich (Eragon, Per Anhalter durch die Galaxis) und Helen Mirren (Tintenherz, Kalender Girls) eine hervorragende Besetzung vorweisen und zum Zweiten nimmt sie sich selber kaum ernst. Coole Sprüche, lustige Szenen und beeindruckende Verfolgungsjagten geben sich ein tolles Stelldichein.

Nach The Expendables gibt es somit den zweiten Streifen mit nahkampferprobten Senioren in diesem Jahr im Kino. Und erstaunlicherweise können sie beide überzeugen.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 10. November um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 3, Platz B12
Kostenfaktor: 7,50 Euro

08 Okt

Film: The Town – Stadt ohne Gnade

Ben Affleck ist ein Job-Killer: Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller des Gangster-Streifens The Town hat er gleich drei Schlüsselpositionen besetzt. Das erstaunliche daran ist, dass er auch alles einigermaßen gut berherrscht.

In den gut zwei Stunden erlebt man im Kinosessel nicht nur ein Abenteuer um Bank- und Geldtransporterraub, sondern gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen dem Bandenanführer und einer Geisel – somit wird der Abend geschlechtertechnisch gleichberechtigt. ;) Punkte räumt der immer mal wieder an Public Enemies erinnerne Streifen dabei weniger für innovative Ideen und beeindruckende Handlung ab, als viel mehr durch die unterschiedlichsten und überzeugenden Charaktere. Die beste Leistung bringt dabei Jeremy Renner (28 Weeks Later) auf die Leinwand. Unbeherrscht, unkontrollierbar und skrupellos ist er bester Freund, Gettokind und Gangster.

Eigentlich hätte ich diesen Film – dessens Grundlage überigens der Roman Endspiel von Chuck Hogan war – mal wieder total verpasst, denn über einen Trailer oder Artikel bin ich nie gestolpert. Erst die Begeisterung des Hausmeisters hat mein Interesse geweckt und obwohl ich mich jetzt nicht übermäßig begeistert zeige, hat sich der Abend durchaus gelohnt.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 06. Oktober um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 9, Platz D9
Kostenfaktor: 7,00 Euro

29 Sep

Film: Resident Evil – Afterlife

Erstmalig in 3D lässt sich Milla Jovovich bei der Zombiejagd und dem Kampf gegen die Umbrella Corporation begleiten. Während die stetig sabbernden Untoten weiterhin nur mittelmäßig motiviert durch die Gegend wanken und es auch sonst nicht viel neues gibt, sind die “Endgegner” nun zu nahezu unzerstörbaren Ausmaßen angewachsen. Die matrix-lastigen Bilder sind gewaltig und nutzen die Möglichkeiten der dritten Dimension gut aus. Auch über den Sound kann man nicht meckern.

Anders verhält sich das bei der Geschichte – sofern man überhaupt von einer Sprechen kann: Die Beilagen unserer Sonntagszeitung haben wahrscheinlich einen größeren Umfang, als ihn das Drehbuch aufweisen kann. Weiter dramatisch ist das immer dann nicht, wenn mich die Aktion konstant abzulenken vermag. Aber auch das ist leider nicht der Fall.

Insgesamt hat die neue Version der Postapokalypse einen eher faden Geschmack hinterlassen.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. September um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 2, Platz J9
Kostenfaktor:11,50 Euro

29 Aug

Film: The Expendables

Wenn man Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Jet Li und Mickey Rourke gleichzeitig auf der Leinwand sehen kann, dann muss man das Angebot natürlich annehmen, denn einfacher kann man die Idole seiner Jugend nicht gemeinsam treffen.

Nach einem Blick auf das Kinoplakat erwartet man bereits Aktion in Reinkultur – und wird nicht enttäuscht. Wolken von Testosteron, Adrenalin und Endorphinen wabern erst über die Leinwand und dann durch den ganzen Saal und machen zusammen mit Unmengen von Chrom, Schwarzpulver und coolen Sprüchen aus The Expendables den wohl männlichsten Film des Jahres. Oder des Jahrzehnts, mal schaun.

Gucken!

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. August um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz K15
Saal 1, Platz K15 · Kostenfaktor: 8,50 Euro

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