Film: Scream 4
Kinders, wie die Zeit vergeht. Viel ändert sich in über zehn Jahren aber einfach wohl nicht, denn noch immer lässt der Kerl, der bereits vor 15 Jahren erfolgreich Teenager schreiend durch die Gegend hat laufen lassen erfolgreich Teenager schreiend durch die Gegend laufen. Regisseur Wes Craven (mittlerweile über 70) hält dabei am Altbewährten fest: Telefone, Blondinen, Küchenmesser und die Frage nach dem Lieblings-Horrofilm werden mit Dialogen über Twitter, Facebook und Saw kombiniert und so in die Neuzeit gehievt. Aber natürlich ist Scream 4 – viel cooler übrigens Scre4m geschrieben – keine langweilige Wiederholung, kein ewig gleicher Schuh.
Vielmehr ist dieser (vermutliche nicht letzte) Teil eine Art Meta-Meta-Grusel-Film, denn durch zahlreiche Anspielungen auf die ersten drei Teile und durch die bereits ab Scream 2 genutzte Horror-Reihe in der Reihe (Stab) schaut der Zuschauer gleich durch einen ganzen Haufen an unterschiedlichen Ebenen – deren Inhalt dann doch irgendwie immer der gleiche ist.
An der Rekord-Überlebenden Sidney Prescott (Neve Campbell) hat zwar ein wenig der Zahn der Zeit genagt, aber natürlich ist sie auch wieder mit dabei und stattet dem idyllischen Mordschauplatz Woodsboro einen Besuch auf ihrer Lesereihe ab. Das Werk, in dem sie ihre Erlebnisse niedergeschrieben hat und so verarbeiten möchte, stellt sie medienwirksam ausgerechnet am zehnten Jahrestag der letzten Tat vor. Eine folgenschwere Provokation für den Mann mit der Maske und ein Déjà-vu für alle Beteiligten – unter denen auch der ach so bekannte treudoofe Sherrif Riley samt mittlerweile angeheirateter Journalistin Gale Weathers ist.
Zusammen mit seinem Autor-Duo macht sich Craven sich einen riesigen Spaß daraus, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Das Timing der Überraschungsmomente ist nicht selten so gesetzt, dass erst kurz nach der Szene, in der der erfahrene Genre-Kenner einen Thrill vermutet, wirklich etwas passiert und die stets naheliegendste Auflösung des ganzen Abenteuers ist mit dem Tod des vermeintlichen Täters immer wieder dahin.
Ein unterhaltsamer und trotz des Themas irgendwie entspannter Film, der auf 3D, Wackelkamera und Schnickschnack verzichten kann und für einen vierten Teil wirklich originell ist. Seid pünktlich auf Euren Plätzen, denn das Opening hat mir am besten gefallen!
Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 17. Mai um 18:25
im CineStar Garbsen · Saal 9, Platz A10
Kostenfaktor: 7,00 Euro