Seichte Unterhaltung zur britisch-französichen Freundschaft

Wieder einmal verreist Mr. Bean (Rowan Atkinson) und lässt uns via Kino an seiner Fettnäpfchen- und Slapstick-Tour teilhaben. Auch wenn 90 Minuten für die Serien-Liebhaber etwas lang erscheinen und die Joke Dichte ein wenig höher sein könnte, macht dieser Film durchweg Spaß und gute Laune. Vielleicht auch deshalb, weil viele Situationen in die der wortkarge Grimassenkünstler gerät uns direkt eine ähnliche Szene aus einer Serienfolgen wieder ins Gedächtnis ruft.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 17. April 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Joelle und Hartmut · Saal 3, Platz E12 · Kostenfaktor: 5,50 Euro

Eine ganz und gar nicht spartanische Schlacht!

Um’s kurz zu machen: In dieser Verfilmung einer weiteren Frank Miller-Vorlage nach "Sin City" wird zwei Stunden lang getötet und gestorben. In erster Linie auf persischer, wie nicht anders zu erwarten zu späterer Stunde auch auf spartanischer Seite. Dargestellt wird das Ganze auf eine sterile und teilweise comicähnliche Art, bei der auch die Dialoge irgendetwas von Sprechblasen zu haben schein.

Nachdem der Zuschauer kurz in die Gepflogenheiten der Aufzucht junger Spatiaten eingeführt wurde, lässt sich lernen, wie die Kommunikation zwischen Völkern vor dem Jahre 0 funktionierte: Als Gesandter reitet man beim Feind vor, unterstreicht sein Anliegen durch das freundliche schwenken einiger Totenköpfe und landet dann in einem seeeehr tiefen Loch. Über die Erfolgsaussichten dieser Verhandlungsmethode lässt sich streiten.

Um die nun erwartete Versklavung Spartas abzuwenden - oder zumindest erst einmal aufzuhalten - plant König Leonidas das, was in der heutigen Friedenszeit wahrscheinlich als Sitzblockade bezeichnet werden würde. Nur das damals eben keiner saß. Der latent schwuchtelig anmutende Piercing-Halbgott Xerxes hingegen schickt Welle für Welle seiner Truppen gegen das 300-Mann Himmelfahrtskommando. Dabei fährt er eine lustige Truppe auf, die dem Anschein nach direkt in Mittelerde rekrutiert wurde. Groteske Riesen, stylische Orks, Ninjas mit Sidomasken, unfreundliche Nashörner, trötende Elefanten, dicke Scheren-Hände-Heinis - durch die Bank weg eine Menge Freaks. Apropos Mittelerde und Freaks: Gollums Schwager spielt auch mit. Er ist es dann auch, der den Persern die Möglichkeit offenbart, wie der verlustreichen Gewaltorgie ein Ende gemacht werden kann.

Mit "300" haben wir also einen "Männerfilm" vor uns, wie meine Freundin meint. Recht hat sie.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 11. April 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 2, Platz D17 · Kostenfaktor: 7,00 Euro

Schwere Kindheit entschuldigt nicht alles - auch kein filmisches Mittelmaß

Wer Das Schweigen der Lämmer und eine Folge der Supernanny gesehen hat, der weiß: Hannibal Lecter hat eine schwere Kindheit gehabt. Eigentlich bedarf es da keiner weiteren Ausführung. Aber dennoch wurde mit Hannibal Raising ein Prequel zur Erläuterung eben dieser Jugendjahre gedreht. Der kleine Hannibal muss den gewaltsamen Tod seiner Eltern und den kanibalistischen Mord an seiner Schwester mit ansehen. Jahre später beginnt er seinen Rachefeldzug, der ihn quer durch Europa treibt.
Auch die schweigenden Lämmer glänzten nicht durch enormen Tiefgang in der Story. Aber durch Anthony Hopkins gab es einen charismatischen und mitreißenden Killer, der den Film zu einem Meisterwerk werden lies. Leider trifft im Raising nun eine viel schwächerer Story auf um Welten schlechtere Schauspieler, was das ganze floppen lässt und dem Zuschauer eine gehörige Portion Hannibal-Faszination nimmt.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen · Gesehen am 20. Februar 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 1, Platz G19 · Kostenfaktor: 6,00 Euro

Sägen zum Dritten

Saw 3 ist für mich ein typisches Beispiel eines Serienzwangs: Für sich alleine gesehen stellt der erste Teil einen interessanten Film dar. Der Trailer der Fortsetzung lockt einen dann ins Kino und wenn man jetzt schon 1 und 2 gesehen hat, muss man natürlich auch schauen, wie es weitergeht. Und das, obwohl man aus dem Kopfschütteln nicht mehr wirklich rauskommt.

Den weiteren Anstieg des Gewalt- und Brutalitätfaktors – der bei den Teilen 1 und 2 bereits auf einem sehr hohen Niveau und nah an der Grenze des guten Geschmacks lag –
muss ich nun wirklich als Negativpunkt bewerten,. Reicht dann irgendwann. Wenn auch besser als die des zweiten Teils, liegt die Story weit hinter der Konstruktion des Erstlingswerkes zurück. Ob ich mir Saw 4 denn auch anschauen werde… mal schauen.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen · Gesehen am 06. Februar 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 3, Platz F15 · Kostenfaktor: 5,50 Euro

Ratten, wohin das Auge reicht!

Die Geschichte handelt vom Bostoner Undercover-Cops Billy Costigan (Leonardo DiCaprio), dessen Auftrag es ist, sich im kriminellen Kreis um Frank Costello (Jack Nicholson) zu bewegen. Dieser Gangster-Boss hingegen, hat seinerseits Colin Sullivan (Matt Damon) als Spitzel in der Spezialeinheit des Police Departments platziert. Ziel der von der Wechselwirkung betroffenen Maulwürfe ist es nun, die eigene Haut durch ein möglichst langes Handeln im Verborgenen zu schützen und den jeweils anderen auffliegen zu lassen.
Regisseur Martin Scorsese fährt mit Top-Darstellern auf und lässt sich reichlich Zeit auch die zahlreichen Charaktere um die drei Hauptdarsteller auszubauen. Neben Wutausbrüchen, Schlägereien und langen Dialogen auf Gossen-Niveau (wenn ich den Film das nächste Mal sehe, werde ich Strichliste über die Anzahl der "Schwanzlutscher" führen), bekommt man als Zuschauer tiefen Einblick in die psychische Verfassung der beiden Nagetiere und des zusehends dem Wahnsinn verfallenden Costellos. Nicholson geht in seiner diabolisch-narzisstischen Rolle dermaßen überzeugend auf, dass man sich fragt, ob er nach seinen letzten Komödien-Auftritten nicht wirklich ein solches Arschloch sein muss.
Obwohl sie gegensätzliche Ziele verfolgen, zeigen Costigan und Sullivan viele Ähnlichkeiten, was nicht zuletzt durch das Entflammen der Liebe zu der gleichen Frau dargestellt wird. Zwar lässt sich dieser Umstand als etwas holprig konstruiert sehen, dennoch stellt die Dreiecksbeziehung ein begründetes Element im Film dar, der sich mit steigendem Rhythmus und mit einer erfreulichen Spezialeffekt-Sparsamkeit einem verblüffenden Show-Down nähert.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen · Gesehen am 14. Januar 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Joelle · Saal 10, Platz D13 · Kostenfaktor: 9,00 Euro

Lizenz erteilt!

Mit der neusten Verfilmung eines Ian Fleming-Romans aus der James Bond-Reihe, wird nicht einfach das einundzwanzigste Abenteuer des britischen Geheimagenten erzählt, sondern der Protagonist nach der Neubesetzung ziemlich renoviert interpretiert. Wie nach einer Zeitreise erlebt der erfahrene Zuschauer die Geschichte des jungen Commanders auf seinem Weg zu Doppelnull und professioneller Coolness. Interessant ist übrigens, dass man sich die Lizenz zum Töten durch zweifaches Praktizieren erwerben muss. Im weiteren Verlauf wird alles, was uns bisher als üblich und notwendig für einen Teil dieser Reihe vorkommt ignoriert. Kein Q und keine Moneypenny, weder geschüttelt noch gerührt und ein Hauptdarstellung, der nicht als unverwundbarer Supercop, sondern als Mensch dargestellt wird: Er kann bluten (und das sogar ziemlich stark) , lieben (die sehr gut spielende Eva Green) und sogar Fehler machen (damit meine ich jetzt nicht das Fahren eines Fords, sondern seinen ersten Einsatz, den er gründlich verhunzt) . Der gestriegelte Anzug will ihm noch nicht so recht passen, dafür möchte er übermütig (im wahrsten Sinne des Wortes) mit dem Kopf durch die Wand.

Passend zu dieser Neuerung: Bösewicht LeChiffre. Wie üblich hat er zwar ein körperliches Handicap vorzuweisen, allerdings ist er darüber hinaus der perfekte Antagonist für diesen Bond und passt einfach besser als die sonst oft austauschbaren größenwahnsinnigen und in Festungen und Höhlen hausenden Superschurken. Denn auch für den Terroristen-Finanzier geht es um das nackte Überleben. Seine Intention gegen Bond anzutreten liegt nicht im erreichen der Weltherrschaft, sondern im ach so menschlichen Zwang. Das einundzwanzigste Jahrhundert ist endgültig ereicht und der kalte Krieg beendet - komplizierte Verstrickungen und Terrorismus lösen den leicht identifizierbaren 1-Man-Kontrahenten ab.

Mit Ludger Pistor, Jürgen Tarrach und Clemens Schick haben es drei Deutsche in den Film geschafft. Ersterer spielt einen - für das Drehbuch ziemlich unwichtigen - Schweizer Banker. Auch wenn wenig von seinem Serien-Witz zu sehen ist, hatte ich sofort Balko vor Augen, was nicht hätte sein müssen… Leicht negativ ist mir auch das sehr starke product placement aufgefallen. Es wurde so ziemlich mit allem geworben, was Bond cool und die Möchtegern-Bonds dieser Welt zum shoppen veranlassen kann: Autos, Uhren, Laptops, Digicams.

Alles in Allem ist die Verfilmung des ersten Bond-Romans Spitzenklasse und Craig muss den Vergleich mit seinen fünf Vorgängern absolut nicht scheuen - auch wenn zuvor nicht allzu gutes über ihn berichtet wurde. Das liegt zur Hälfte an seinem Können und zum anderen Teil daran, dass ihm mit diesem Buch die Möglichkeit gegeben wurde, sich zu beweisen. Außerdem wird ihm erstmalig weibliche Unterstützung an die Hand gegeben: Das Bondgirl ist nicht (nur) für 007s Spaß da, sondern wirkt maßgebend an seiner Entwicklung mit.

Erst zum Schluß lässt 007 seinen obligatorischen "Bond, James Bond!"-Spruch von der Leine und die altbekannte Melodie ertönt - dann weiß auch der letzte im Kinosaal: Er hat einen echten Teil dieser Reihe gesehen.
Man darf auf weiteres von Bond und Craig gespannt sein!

Bewertung: 5 von 5 Sternchen · Gesehen am 28. November 2006 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Joelle · Saal 4, Platz A18 · Kostenfaktor: 6,50 Euro

Lacher und stellvertretendes Schamgefühl am Fliesband

Der stolze Kasache Borat (Sacha Baron Cohen) rückt mit seinem Produzenten und einer kleinen Crew aus, um "kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen". Dabei ist der Film eine Mischung aus Interviews, versteckter Kamera und Schauspielerei, wobei es nicht immer leicht fällt diese Elemente voneinander abzugrenzen und zu unterscheiden, ob man nun gespielte oder echte Szenen sieht.

Teilweise gelingt es Borat ohne große Mühen und nur durch die Präsentation verblüffend dämlicher Durchschnittsamerikaner zynisch-sarkastische Scherze auf die Leinwand zu bringen. Jedoch muss er auch oft selber agieren - und das auf eine erstaunlich mutige und selbstzerstörerische Weise: Auftritte mit knappen Nackholder-Neon-Strings oder nackte Ringszenen mit verschwitzten und vollschlanken Typen verlangen dem Zuschauer einiges ab und lassen ihn nicht selten jenes Schamgefühl spüren, welches der irakkriegfordernde und antisemitische Macho Borat anscheinend nicht besitzt und ihn so vor keiner Schmerzgrenze halt machen lässt.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen · Gesehen am 14. November 2007 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 1, Platz H17 · Kostenfaktor: 5,50 Euro

Ganz große Nase und ein ebensolches Kino

Der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw), geboren im 18. Jahrhundert am "allerstinkendsten Ort Frankreichs" hat ein erstaunliches olfaktorisches Talent und ist in der Lage, sich alleine durch Gerüche in seiner Umwelt zu bewegen und die betörendsten Düfte zu kreieren. Allerdings entwickelt er sich zu einem Aromen-Junkie, der auf der Suche nach dem alle Sinne raubenden Jungfrauen-Supermix zum Massenmörder wird.
Es ist wahrlich eine Herausforderung in mehrfacher Hinsicht, die sich Tom Tykwer und Bernd Eichinger hier zu stellen hatten: Zum einen galt es einen weltweit über 15 Millionen Mal verkauften und in 45 Sprachen übersetzen Bestseller von Patrick Süskind auf die Leinwand zu bringen und zum anderen steht der Geruchssinn im Mittelpunkt der Handlung - ein filmisch sicher nicht gerade einfach zu lösendes Problem. Doch es funktioniert! Der Streifen begeistert durch seine geheimnisvoller Atmosphäre, die ausdruckstarken Bilder und talentierte Darsteller. Als Zuschauer stößt man nicht selten auf Details, die man als Leser sicher überflogen, sich jedoch nie so stinkend-ekelig ausgemalt hat, wie sie von Tykwer dargestellt werden…

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 19. September 2006 im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Joelle, Katharina & Alex · Saal 1, Platz L7 · Kostenfaktor: 6,50 Euro

Lieblos gestreckte Serienfolge ohne Spaßfaktor

Die Handlung ist rasend schnell zusammengefasst: Zwei obercoole Undercover-Cops lassen einen Drogenhändlerring auffliegen. Leider muss der geneigte Kinobesucher 135 Minuten opfern, um den langatmigen Streifen in Gänze zu sehen und erlebt dabei gefühlte zehn Minuten kinotaugliche Aktion. Der Rest wird durch eine holprig aufgesetzte Romanzenstory, unnötige Detaillierungen, seltsame Dialoge oder gar müde Wiederholungen aufgebläht: Gleich beide Hauptdarsteller haben ein ausgedehntes Duscherlebnis mit weiblicher Begleitung und in jeder zweiten Einstellung sieht man ein Gewitter am Himmel. Die Charaktere allgemein sind leider sehr schwach und flach gezeichnet und taugen nicht als Identifikationsfiguren, was mich als Zuschauer zum eher entfernten Betrachter, denn zum mitzitternden Teilnehmer werden lässt. Die asiatische Erst-Gegenspielerin-und-dann-Geliebte Isabella beispielsweise erscheint nicht gerade überrascht oder gar schockiert, als sie herausfindet, dass ihr Erst-Gegenspieler-und-dann-Geliebter nicht Drogenkurier, sondern Wachmeister ist. So mancher Seifenoperdarsteller wirkt da authentischer. Auch der Chef der beiden Ermittler wirkt mit seiner Helmut-Kohl-Erscheinung und -Stimme eher lustig und weniger ernsthaft.
Durch die exzessiv eingesetzte Handkamera sollen die eigentlich oft sehr ansprechenden Bilder sicher dynamisch, aktiongeladen und besonders modern wirken. Bei mir wirkt’s nicht - macht mich eher nervös und lässt mich von der Cola aufstoßen. Ich bin lange nicht so enttäuscht aus einem Kinosaal getrottet.

Bewertung: 1 von 5 Sternchen · Gesehen am 05. September im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 1, Platz E11 · Kostenfaktor: 5,50 Euro

Der Kurze Weg vom Barcadi-Feeling zum Kampf ums Überleben

Mit der Absicht einen dreißigsten Geburtstag an Bord einer schicken Yacht zu feiern, stechen sechs junge Leute in See. Nachdem sich auch die letzten Partygäste von Bord und ins abkühlende Naß gestützt haben fällt es ihnen wie Salzwasser von den Augen: Da war doch was! Richtig, die Leiter. Die Bordleiter wurde belassen wo sie war und die drei Pärchen sehen sich ernsthaften Problemen gegenüber.
Wer den Film "Open Water" gesehen hat, wird wissen, dass es sich bei "Open Water 2" keinesfalls um die Fortsetzung handeln kann. Vielmehr ist dieser Streifen eine Adaption der bekannten Story vor einer ebenso bekannten Kulisse der jedoch unter der Regie des Werbefilmemachers Hans Horn entstanden ist. Dabei hat er es keinesfalls verdient als billiger Nacharmer abgestempelt zu werden - ein anderer Titel wäre sicher von Vorteil gewesen.
Entgegen vieler Kritiken, die ich mir im Netz angesehen habe, finde ich den Film klasse. Die Spannung verläuft in einem sehr interessanten Bogen, die Kameraführung lässt einen selber immer wieder die Luft anhalten und die musikalisch Untermalung hat mir auch sehr gut gefallen.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen · Gesehen am 30. August im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße mit Joelle, Ulrike & Hartmut · Saal 5, Platz A8 · Kostenfaktor: 7,00 Euro