Stichwort: Meinung

08 Okt

Film: The Town – Stadt ohne Gnade

Ben Affleck ist ein Job-Killer: Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller des Gangster-Streifens The Town hat er gleich drei Schlüsselpositionen besetzt. Das erstaunliche daran ist, dass er auch alles einigermaßen gut berherrscht.

In den gut zwei Stunden erlebt man im Kinosessel nicht nur ein Abenteuer um Bank- und Geldtransporterraub, sondern gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen dem Bandenanführer und einer Geisel – somit wird der Abend geschlechtertechnisch gleichberechtigt. ;) Punkte räumt der immer mal wieder an Public Enemies erinnerne Streifen dabei weniger für innovative Ideen und beeindruckende Handlung ab, als viel mehr durch die unterschiedlichsten und überzeugenden Charaktere. Die beste Leistung bringt dabei Jeremy Renner (28 Weeks Later) auf die Leinwand. Unbeherrscht, unkontrollierbar und skrupellos ist er bester Freund, Gettokind und Gangster.

Eigentlich hätte ich diesen Film – dessens Grundlage überigens der Roman Endspiel von Chuck Hogan war – mal wieder total verpasst, denn über einen Trailer oder Artikel bin ich nie gestolpert. Erst die Begeisterung des Hausmeisters hat mein Interesse geweckt und obwohl ich mich jetzt nicht übermäßig begeistert zeige, hat sich der Abend durchaus gelohnt.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
Gesehen am 06. Oktober um 20:10
im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße · Saal 9, Platz D9
Kostenfaktor: 7,00 Euro

01 Okt

Buch: Mittsommermord

In das beschauliche Schweden passen für mich irgendwie weder Mord noch Totschlag. Und dennoch ist es natürlich das tägliche Geschäft von Kurt Wallander und seine zahlreichen realen Kollegen. Auf stolzen 600 Seiten verfolgt der Lieblingsprotagonist von Henning Mankell einen scheinbar unkontrolliert agierenden Serienmörder und kann dabei auch vor seinen eigenen Reihen nicht halt machen.

Ohne übertrieben blutrünstig zu sein, wird mit anhaltender Spannung und sehr viel Tiefe erzählt. Kurze Exkursionen in des Kommissars Privatleben lockern dabei auf, ohne dass das eigentliche Thema aus den Augen verloren geht. Selbst Randcharaktere werden stets überzeugend gezeichnet und beim Leser wechseln sich Phasen der absoluten Ratlosigkeit mit jenen ab, bei denen man den Ermittlern ein ganzes Stück voraus ist. Abschnitte aus der Täterperspektive machen das Lesen noch einmal interessanter.

Mittsommermord ist ein handwerklich überzeugender Kriminalroman – ohne sich dabei besonders stark aus der Masse abzuheben.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Mittsommermord”, orig “Steget efter” von Henning Mankell
Gelesen im September 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: geliehen

29 Sep

Film: Resident Evil – Afterlife

Erstmalig in 3D lässt sich Milla Jovovich bei der Zombiejagd und dem Kampf gegen die Umbrella Corporation begleiten. Während die stetig sabbernden Untoten weiterhin nur mittelmäßig motiviert durch die Gegend wanken und es auch sonst nicht viel neues gibt, sind die “Endgegner” nun zu nahezu unzerstörbaren Ausmaßen angewachsen. Die matrix-lastigen Bilder sind gewaltig und nutzen die Möglichkeiten der dritten Dimension gut aus. Auch über den Sound kann man nicht meckern.

Anders verhält sich das bei der Geschichte – sofern man überhaupt von einer Sprechen kann: Die Beilagen unserer Sonntagszeitung haben wahrscheinlich einen größeren Umfang, als ihn das Drehbuch aufweisen kann. Weiter dramatisch ist das immer dann nicht, wenn mich die Aktion konstant abzulenken vermag. Aber auch das ist leider nicht der Fall.

Insgesamt hat die neue Version der Postapokalypse einen eher faden Geschmack hinterlassen.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. September um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 2, Platz J9
Kostenfaktor:11,50 Euro

30 Aug

Buch: Samenspende

Stichworte: , , 2 Kommentare

Um das schweizerische Bern herum sprechen die Eingeborenen ja schon etwas gewöhnungsbedürftig. Lustig finde ich aber, dass auch das Schriftdeutsch dort ein etwas anderes ist, als im hohen Norden Deutschlands gewöhnt. Das fällt ja schon bei der Tageszeitung auf und macht sich somit auch bei Romanen aus der Region bemerkbar.

Mein Testobjekt war der Kriminalroman Samenspende von Peter Hänni, der einen zweifachen Giftmord thematisiert. Souverän wird die Geschichte erzählt und immer mal wieder Bezug auf Bern, sowie schweizer Begrifflichkeiten und Sitten genommen. Somit eine klasse, kurzweilige Urlaubslektüre, wenn man schon mal da ist.

In diesem Zusammenhang ist mir übrigens aufgefallen, wie günstig Bücher hier im direkten Vergleich zur Schweiz sind!

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Samenspende” von Peter Hänni
Gelesen im August 2010 · Lesezeit: eine knappe Woche
Quelle: geliehen

29 Aug

Film: The Expendables

Wenn man Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Jet Li und Mickey Rourke gleichzeitig auf der Leinwand sehen kann, dann muss man das Angebot natürlich annehmen, denn einfacher kann man die Idole seiner Jugend nicht gemeinsam treffen.

Nach einem Blick auf das Kinoplakat erwartet man bereits Aktion in Reinkultur – und wird nicht enttäuscht. Wolken von Testosteron, Adrenalin und Endorphinen wabern erst über die Leinwand und dann durch den ganzen Saal und machen zusammen mit Unmengen von Chrom, Schwarzpulver und coolen Sprüchen aus The Expendables den wohl männlichsten Film des Jahres. Oder des Jahrzehnts, mal schaun.

Gucken!

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. August um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz K15
Saal 1, Platz K15 · Kostenfaktor: 8,50 Euro

06 Aug

Buch: Leichenblässe

So, nachdem Leichenblässe jetzt auch als Taschenbuch erschienen ist, hab’ ich nun alle Bücher von Simon Beckett durch.

Thema ist der dritte Fall des forensischen Anthropologen David Hunter, der erstmalig nicht in Großbritannien, sondern in Tennessee spielt. Hinsichtlich Stil und Ablauf bleibt hingegen vieles beim Alten, denn erneut ist Hunter nicht nur beratend unterwegs, sondern ehe er es sich versieht mitten in das Geschehen involviert und wiedereinmal ist nicht alles so, wie es scheint.

Nicht ganz mit den Vorgängern mithalten kann jedoch das “Buch nicht weglegen wollen”-Gefühl. Gerade zu Anfang zieht sich die Story ein wenig und steht bei den Punkten Spannung und Komplexität verglichen mit der Chemie des Todes hinten an. Zahlreiche Figuren bleiben verhältnismäßig farblos und entziehen sich somit Interesse und Mitgefühl und die Beschreibung der instabilen psychischen Situation, in der sich der Protagonist infolge seines letzten Einsatzes befindet, ist mir schon etwas zu viel des Guten. Auf der anderen Seite hätte ich mir eine stärkere Verknüpfung zur Handlung des Vorgänger-Buches gewünscht.

Wie nicht anders zu erwarten, ist Leichenbläse natürlich ein handwerklich überzeugender Thriller, den zu lesen es durchaus lohnt. Dem Autor wird leider sein eigenes hohes Niveau zum Verhängnis. Denn dem starken Anspruch an alles weitere aus seiner Feder wird er meiner Meinung nach dieses Mal nicht ganz gerecht.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Leichenblässe”, orig. “Whispers of the Dead” von Simon Beckett
Gelesen im August 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

31 Jul

Neuer Wandschmuck

Pfannkuchen

Ein Tattoo habe ich geschenkt bekommen! Gut, jetzt nicht für auf mich drauf, sondern für auf die Wand drauf.

Die Firma wandtattoos.de war so nett, mir ein Produkt meiner Wahl zum Testen zur Verfügung zu stellen. Beim Durchstöbern des umfangreichen Katalogs ist mir dann dieses Pfannkuchen-Rezept in die Augen gesprungen, denn solche komplizierten Zubereitungen kann ich mir ja sonst auch gar nicht merken. (weiterlesen …)

29 Jul

Film: Inception

Eigentlich ist Applaus im Kino ja ähnlich albern wie im Flugzeug. Der Pilot muss schon einen tollen Salto hinlegen oder der Film wirklich überzeugen, damit ich das angebracht finde. Letzteres war gestern aber nach langer Zeit wieder mal der Fall.

Mit The Dark Knight und Memento tragen bereits zwei meiner absoluten Lieblingsfilme das Label powered by Christopher Nolan und nun ist mit Inception ein weiterer hinzugekommen. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Teams aus Gangstern, dessen Beute und Ware die Gedanken einflussreicher Menschen sind. Sie haben sich darauf spezialisiert, Geheimnisse ihrer Opfer zu stehlen, die ihrer Kunden zu bewachen oder neue in das Unterbewusstsein anderer Personen einzupflanzen und verdienen ihr Geld hierdurch quasi schlafwandelnd.

Mit jedem weiteren Satz über den Inhalt des Films, würde man wahrscheinlich seinen großartigen Spannungsbogen ein wenig mehr beschneiden. Daher werde ich hier lieber weitere Gründe anführen, warum man den Film sehen sollte. Und das müsst Ihr – auch ohne dass Euch der Gedanke mit Hilfe von Betäubungsmitteln und seltsamen Gerätschaften eingetrichtert wird – gefälligst tun. Da wäre zum einen die Besetzung: Allen voran der von mir hier schon mittlerweile regelmäßig gelobte und wieder einmal großartig spielende Leonardo DiCaprio (Shutter Island, Departed) sowie die niedliche Ellen Page (Hard Candy) und die geheimnisvolle Marion Cotillard (Public Enemies). Ein weiteres optisches Highlight sind die Bilder, die Effekte. Aber auch weitere Sinne werden gekitzelt. Das Hören durch eine wirklich überzeugende Filmmusik und das Gleichgewichtsorgan durch spektakuläre Spielerein mit der Schwerkraft.

Sicher ist Inception keine ganz leichte Kost und verlangt dem Zuschauer über etwa 140 Minuten viel Aufmerksamkeit und Offenheit ab. Zur Entschädigung gibt es einen prickelnden Cocktail aus einer ordentlichen Portion Matrix, reichlich James Bond sowie zahlreicher weiterer Einflüsse.

Nach dem Film fühlt man sich wie nach dem Aufwachen aus einem seltsamen Traum. Irgendwie verwirrt, gedankenverloren und ein klein wenig hilflos. Mir fallen nur zwei Orte ein, wo ich mich so fallen lassen möchte: Mein Bett und das Kino.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 28. Juli um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz M27
Kostenfaktor: 10,00 Euro

26 Jul

Die Post – jetzt auch ditschital

Briefkasten

Klasse, die Post hat die eMail für sich entdeckt. Wahnsinn. Totlach.

In etwa so war meine erste Reaktion, als ich auf der CeBIT erstmalig vom E-Post-Brief gehört habe. Nun setzt sich ja langsam die große Werbemaschinerie in Gang. Grund genug, sich mit dem Thema mal kurz zu beschäftigen.

Nachdem es nun schon Jahrzehnte den Informationsaustausch per eMail gibt und bereits mehrere Anläufe – auch von der Post – fehlgeschlagen sind, diesen sicher und verbindlich zu gestalten, folgt nun ein weiterer Versuch. Die Vorteile liegen natürlich auf der Hand, denn warum soll ich meinen am Computer geschriebenen Brief erst ausdrucken, eintüten, frankieren und zum Briefkasten bringen, um sichergehen zu können, dass er den Empfänger auch erreicht? Durch das Signieren der Nachricht und aufgrund der Tatsache, dass die Post eine gemeinsame Infrastruktur für Sender und Empfänger bereitstellt, ergibt sich ein beträchtlicher Sicherheits-Vorteil.

Als einst staatliches und nach wie vor nahezu konkurrenzloses Unternehmen, genießt die Post ja irgendwie einen Vertrauensvorsprung. Das erklärt, warum ich mich da ziemlich spontan anmelden und meine Adresse sichern wollte, auch wenn ich das Konto durch den Schnapper-Preis von 55 Cent pro “Brief” (egal ob nun durch die Post ausgedruckt und konventionell zugestellt oder nicht) nur als reinen Ersatz der bisherigen Briefpost nutzen würde. Richtige eMails kann man damit übrigens auch gar nicht ermpfangen.
Das langatmige und komplizierte Anmeldeverfahren (Onlienformular + Code per Briefpost + Handy-TAN + Postident) hat mir allerdings genügend Zeit gegeben, die AGBs mal eben quer zu lesen. Kurzum: Erschreckend. Der Kunde sichert zu, seine Posteingang jeden Tag, also auch bei Krankheit und im Urlaub, zu checken, gestattet das Verkaufen seiner Daten durch die Post (gut, das macht die eh schon) und lässt Staatsanwaltschaft und Polizei mitlesen. Aber meine Lieblingsklausel nennt sich IV.2.5 und besagt, dass ein Druck auf die Löschtaste neben einer Nachricht eben diesen Vorgang nicht unmittelbar zur Folge hat. Erst wenn die Post Lust hat, meine Daten zu vernichten, werden die das ggf. irgendwann tun. Oder eben nicht. Ich glaub mein Schwein pfeift.

IV.2.5: Es wird darauf hingewiesen, dass Daten, die in dem Nutzerkonto gelöscht wurden, ggf. zunächst nur gesperrt und dann erst mit zeitlicher Verzögerung endgültig gelöscht werden, um versehentlichen Löschungen oder evtl. vorsätzlichen Schädigungen vorzubeugen. Aus technischen und rechtlichen Gründen (vgl. gesetzliche Datenspeicherungspflichten) werden Daten ggf. in Datensicherungsdateien und Spiegelungen von Services dupliziert. Solche Kopien werden ggf. erst mit einer zeitlichen Verzögerung gelöscht.

Sehr schön zusammengefasst hat diesen fragwürdigen Sachverhalt der gutjahr’s-Blog, auf dem Ihr auch ein Interview mit dem Betreiber des lawblogs findet. Interessantes hierzu gibt es zudem bei der Stiftung Warentest und bei Heise.

Meine Anmeldung ist anscheinend noch in der Schwebe, da ich noch nicht mit Perso zur Filiale gelaufen und identifiziert bin – da wird sie auch erst einmal bleiben.

15 Jul

Film: Predators

Im freien Fall kommen die teilweise schwer bewaffneten Elitekämpfer der unterschiedlichsten Herkunft erst zu sich und kurz darauf – nur unsanft durch einen Fallschirm gebremst – im fremden Dschungel zusammen. Waren sie vor kurzem noch Soldaten, Einzelkämpfer oder Söldner und somit im Kampf für Land, Ehre oder kriminelle Machenschaften unterwegs, so stehen sie nun gemeinsam einem überlegenen und Feind gegenüber.

Nachdem sich Aliens und Predatoren über zwei Runden auf der Leinwand gemeinsam amüsiert haben, beschäftigen sich letztere nun wieder nur mit ihrem Lieblingsspielzeug – dem Menschen. Das Acht-Personen-Gespann wird also unter der Führung von Kriegsmaschine Royce durch die Gegend gejagt und, da verrät man sicher nicht zu viel, fleißig dezimiert.

Der Streifen bietet ansehnliche Effekte und nette Aktion. Mitgefühl oder auch nur Interesse an den Darstellern kann man jedoch schwer aufbauen, denn dafür sind die Charaktere schlicht zu flach beschrieben. Überhaupt geht alles immer ziemlich hektisch und lässt stellenweise eine gewisse Kontinuität vermissen. Spaß macht der von Robert Rodriguez produzierte und kaum von den Genre-Erwartungen abweichende Film aber auf jeden Fall.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 13. Juli um 20:10
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 4, Platz E12
Kostenfaktor: 7,50 Euro

Page 5 of 17« First...«34567»10...Last »