Stichwort: Thriller

18 Okt

Buch: Splitter

Von jetzt auf gleich die schwangere Frau durch einen Autounfall zu verlieren muss so ziemlich das schlimmste sein, was einem Mann widerfahren kann. Die selbstzerstörerischen Gedanken, diesen Unfall auch noch verurasacht zu haben, lassen Marc Lukas so sehr verzweifeln, dass die Vorstellung einer künstlich herbeigeführten Amnesie auf einmal verlockend erscheint.

Nach dem Kind und dem Seelenbrecher ist Splitter der dritte und beste Thriller, den ich von Sebastian Fitzek gelesen habe. Mit gewohntem Tempo erzählt der Autor eine spannende “Nichts ist so, wie es scheint”-Geschichte mit zahlreichen Ecken und Kanten. Owohl das Ende die ein oder andere sehr obskure Wendung nimmt, ist meine Nacht doch etwas kürzer geworden – an das Weglegen des Buches war plötzlich nicht mehr zu denken.

Die Platzierung von interessanten Easter-Eggs gehört mittlerweile wohl in jedes seiner Bücher und auch dieses mal funktioniert die vermerkte Telefonnummer. Schön gemacht.
Sebastian Fitzek ist eine feste Größe des Genres und kann durch Splitter seinen Platz in meiner ganz persönlichen Lieblingsautoren-Liste nur festigen!

Eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
“Splitter” von Sebastian Fitzek
Gelesen im Oktober 2010 · Lesezeit: eine knappe Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

06 Aug

Buch: Leichenblässe

So, nachdem Leichenblässe jetzt auch als Taschenbuch erschienen ist, hab’ ich nun alle Bücher von Simon Beckett durch.

Thema ist der dritte Fall des forensischen Anthropologen David Hunter, der erstmalig nicht in Großbritannien, sondern in Tennessee spielt. Hinsichtlich Stil und Ablauf bleibt hingegen vieles beim Alten, denn erneut ist Hunter nicht nur beratend unterwegs, sondern ehe er es sich versieht mitten in das Geschehen involviert und wiedereinmal ist nicht alles so, wie es scheint.

Nicht ganz mit den Vorgängern mithalten kann jedoch das “Buch nicht weglegen wollen”-Gefühl. Gerade zu Anfang zieht sich die Story ein wenig und steht bei den Punkten Spannung und Komplexität verglichen mit der Chemie des Todes hinten an. Zahlreiche Figuren bleiben verhältnismäßig farblos und entziehen sich somit Interesse und Mitgefühl und die Beschreibung der instabilen psychischen Situation, in der sich der Protagonist infolge seines letzten Einsatzes befindet, ist mir schon etwas zu viel des Guten. Auf der anderen Seite hätte ich mir eine stärkere Verknüpfung zur Handlung des Vorgänger-Buches gewünscht.

Wie nicht anders zu erwarten, ist Leichenbläse natürlich ein handwerklich überzeugender Thriller, den zu lesen es durchaus lohnt. Dem Autor wird leider sein eigenes hohes Niveau zum Verhängnis. Denn dem starken Anspruch an alles weitere aus seiner Feder wird er meiner Meinung nach dieses Mal nicht ganz gerecht.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Leichenblässe”, orig. “Whispers of the Dead” von Simon Beckett
Gelesen im August 2010 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: neu aus dem Buchladen

29 Jul

Film: Inception

Eigentlich ist Applaus im Kino ja ähnlich albern wie im Flugzeug. Der Pilot muss schon einen tollen Salto hinlegen oder der Film wirklich überzeugen, damit ich das angebracht finde. Letzteres war gestern aber nach langer Zeit wieder mal der Fall.

Mit The Dark Knight und Memento tragen bereits zwei meiner absoluten Lieblingsfilme das Label powered by Christopher Nolan und nun ist mit Inception ein weiterer hinzugekommen. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Teams aus Gangstern, dessen Beute und Ware die Gedanken einflussreicher Menschen sind. Sie haben sich darauf spezialisiert, Geheimnisse ihrer Opfer zu stehlen, die ihrer Kunden zu bewachen oder neue in das Unterbewusstsein anderer Personen einzupflanzen und verdienen ihr Geld hierdurch quasi schlafwandelnd.

Mit jedem weiteren Satz über den Inhalt des Films, würde man wahrscheinlich seinen großartigen Spannungsbogen ein wenig mehr beschneiden. Daher werde ich hier lieber weitere Gründe anführen, warum man den Film sehen sollte. Und das müsst Ihr – auch ohne dass Euch der Gedanke mit Hilfe von Betäubungsmitteln und seltsamen Gerätschaften eingetrichtert wird – gefälligst tun. Da wäre zum einen die Besetzung: Allen voran der von mir hier schon mittlerweile regelmäßig gelobte und wieder einmal großartig spielende Leonardo DiCaprio (Shutter Island, Departed) sowie die niedliche Ellen Page (Hard Candy) und die geheimnisvolle Marion Cotillard (Public Enemies). Ein weiteres optisches Highlight sind die Bilder, die Effekte. Aber auch weitere Sinne werden gekitzelt. Das Hören durch eine wirklich überzeugende Filmmusik und das Gleichgewichtsorgan durch spektakuläre Spielerein mit der Schwerkraft.

Sicher ist Inception keine ganz leichte Kost und verlangt dem Zuschauer über etwa 140 Minuten viel Aufmerksamkeit und Offenheit ab. Zur Entschädigung gibt es einen prickelnden Cocktail aus einer ordentlichen Portion Matrix, reichlich James Bond sowie zahlreicher weiterer Einflüsse.

Nach dem Film fühlt man sich wie nach dem Aufwachen aus einem seltsamen Traum. Irgendwie verwirrt, gedankenverloren und ein klein wenig hilflos. Mir fallen nur zwei Orte ein, wo ich mich so fallen lassen möchte: Mein Bett und das Kino.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 28. Juli um 20:00
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz M27
Kostenfaktor: 10,00 Euro

17 Mrz

Film: Shutter Island

Wir schreiben das Jahr 1954 und befinden uns auf Shutter Island, einer weit abgelegenen und nicht gerade einladenden Insel, die duzende geisteskranke Kriminelle, ihre Ärzte und Wärter beheimatet. US-Marschal Edward “Teddy” Daniels hat den Auftrag, gemeinsam mit seinem Partner das Verschwinden einer Patientin zu untersuchen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem regieführenden Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio (Der Mann, der niemals lebte, Blood Diamond) scheint gut zu laufen, denn nach bereits drei gemeinsamen Werken (Gangs of New York, Aviator, Departed), bringen die beiden nun diese Geschichte auf die Leinwand, die auf einem Roman von Dennis Lehane basiert.

Sein überragendes Talent und die Entwicklung vom Teeny-Schwarm zum erstklassigen Schauspieler zeigt DiCaprio dabei erneut und spielt seine Rolle, als wäre sie nur für ihn erschaffen. Mit dem oskar-erfahrenden Ben Kingsley (Schindlers Liste) wird weiteres Gewicht in die Waagschale der Darsteller geworfen und auch die eigentlich ziemlich kleine Rolle des Junior-Ermittlers Chuck wird durch einen gut spielenden Mark Buffalo (Zodiac) stark aufgewertet.

Durchgehend wirkt eine bedrückende, düstere und auch beängstigende Atmosphäre auf den Zuschauer ein, die schon alleine durch den Ort des Geschehens erzeugt, aber durch Wetter, Musik und natürlich die Entwicklung der Geschichte weiter getragen wird. Die Bilder sind durchgehend rau, dreckig – überzeugend.

Statt einer seichten Aufklärung der Ungereimtheiten, sieht sich der Kinobesucher einem zunehmenden Gewirr an Andeutungen und Rätseln gegenüber. Gleich mehrere Dimensionen der Rückblenden machen es ihm dabei nicht gerade leicht, aus Shutter Island jedoch einen meiner Meinung nach grandiosen Film, den man so schnell nicht los wird.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
Gesehen am 16. März um 19:50
im Cinemaxx Hannover am Raschplatz · Saal 1, Platz D16
Kostenfaktor: 6,00 Euro

06 Mrz

Buch: Schneemann

Zack: Vorhin noch in Schweden, geht es nun nach Norwegen. Dort geht es auch gleich etwas spannender zu: Ein Serienkiller arbeitet erst an Schneemännern und danach an jungen Müttern. Wo das eine noch zum Winterspaß dazugehört, ist das andere für die Damen dummerweise tödlich und somit wird Kommissar Harry Hole mit der Lösung des Falles betraut.

Schön an dem Buch finde ich schon mal, dass es mich trotz seinem etwas klischeemäßigen Ablauf (Täter geltungssüchtig, Taten medienwirksam, Ermittler Alki) an der einen oder anderen Stelle überrascht und gefesselt hat. Das regelmäßige Auf und Ab zwischen “Täter überführt” und “Ach ne, doch nicht” macht reichlich Spaß, wobei manche Zusammenhänge so banal erscheinen, dass man als Leser weiter sein kann, als der Kommissar.

Auch um Harry Hole gibt es seit 1997 bereits eine ganze Serie, wobei der Schneemann chronologisch ziemlich am Ende der Liste zu finden ist.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Schneemann”, orig. “Snømannen” von Jo Nesbø
Gelesen im März 2010
Quelle: geliehen

18 Feb

Buch: Flammenbrut

Noch immer gibt es Leichenblässe, den dritten Teil der David Hunter-Reihe, nicht als Taschenbuch und daher wurde jetzt erst mal dieses Werk verinnerlicht. ;)

Wieder einmal geht es um die Tiefen menschlicher Abgründe, eine sehr überschaubare Gruppe an Charakteren und eine Beziehung der besonderen Art. Anders als bei Obsession (später erschienen) gibt es aber mehr Action und Nervenkitzel.

In der ersten Hälfte des Buches lernen wir Kate kennen. Ihr Berufs- und Privatleben ist zwar nicht gerade gewöhnlich, aber auch nicht sonderlich schockierend. Das Erzählte ist keineswegs langweilig, klasse geschrieben und interessant, aber der Thriller befindet sich eindeutig im zweiten Abschnitt – das kennt man von vielen Stephen King-Beispielen. Leider nimmt das Vorwort für meinen Geschmack etwas zu viel vorweg.

Wie man es vom Autor gewohnt ist, legt er auch in Flammenbrut sehr viel Recherche-Wissen und Ernsthaftigkeit. Die häufig zu findenden Kritiken an den Erstlingswerken des späteren Hunter-Autors kann ich nicht nachvollziehen – Entwicklung und Vielseitigkeit von Simon Beckett finde ich vielmehr sehr interessant.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Flammenbrut”, orig. “Where There’s Smoke” von Simon Beckett
Gelesen im Februar 2010
Quelle: geliehen

27 Okt

Buch: Das Kind

Die Überzeugung, in einem vorherigen Leben ein Mörder gewesen zu sein, und deswegen nun einen Anwalt zu benötigen, raubt einem sterbenskranken Jungen den Schlaf und stellt von jetzt auf gleich das Leben des Strafverteidigers Robert Stern ordentlich auf den Kopf.

Bereits der Seelenbrecher beinhaltet den typischen Hauch Mystery – und fordert daher vom Leser etwas Gutwill in dieser Hinsicht. Lässt man sich darauf aber ein und übersinnliche Handlungsstränge zu, so hat man mit beiden Werken sehr gute Thriller von einem nicht umsonst gelobten Autor vor sich und die Möglichkeit in eine andere Welt einzutauchen.

Obwohl die Charaktere etwas blas und farblos wirken und hier und da etwas mehr Detailverliebtheit und weniger Tempo gut wären, sind Dramaturgie, Sprache und Handlung sehr gut gelungen und verführen erfolgreich zum Weiterlesen.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Das Kind” von Sebastian Fitzek
Gelesen im Oktober 2009 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

17 Sep

Buch: Stirb ewig

Lebendig begraben zu werden, ist sicher eine der gruseligsten Vorstellungen der Menschheit. Nicht umsonst soll es sogar mittlerweile die Möglichkeit geben, Funkverbindungen oder Notruftasten in Särge einbauen zu lassen. Aber das würde dem Protagonisten Michael hier auch nichts nützen, der wird nämlich absichtlich verbuddelt und zwar von seinen besten Freuden am Junggesellenabschied. Ist das mal ne baknackte Idee?

Der beklemmende und bedrückende Sachverhalt wird von Peter James gut beschrieben, nimmt dann jedoch nicht den Hauptteil des Thrillers ein. Außerdem habe ich nach der Klappentext-Lektüre noch mehr literarische Klaustrophobie erwartet. An manchen Stellen wird es etwas fad und dem lahmarschigen Detective, der lieber durch die Gegend Flirtet und Pokert, würde man gerne mal in den Hintern treten. Dennoch ist Stirb ewig ein solider Thriller mit den hierfür erforderlichen Irrungen, Wendungen und Wirrungen.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Stirb ewig”, orig. “Dead Simple” von Peter James
Gelesen im Sommerurlaub, September 2009 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

21 Jul

Buch: Todesschrei

Nachdem er sie auf mittelalterliche Weise gefoltert und getötet hat, verbuddelt ein Serienkiller seine Opfer systematisch angeordnet auf einem Acker. Was steckt dahinter, wie sucht er seine Opfer aus und wann wird er erneut zuschlagen?

Karen Rose hat mit dem Todesschrei einen handwerklich guten Thriller geschrieben. Sympathische Charaktere – vom Killer einmal abgesehen – werden ausgiebig beleuchtet, die Handlung ist glaubhaft und stabil. Aus der Masse der Serientäter-Ermittlungsduo-Romane hebt sich dieses Buch eher aus dem Grunde ab, als dass die stellenweise kitschige Liebesgeschichte der beiden Protagonisten einen großen Stellenwert einnimmt. Für das Genre eher untypisch, durch den Klappentext nicht vorhersehbar und dennoch nicht richtig störend. Erinnert hat mich das etwas an die Serie von Karin Slaughter – auch dort spielen Familien und Beziehungen eine große Rolle.

Blutige Details sind meist der Leserphantasie überlassen und nicht durchgängig beschrieben, angenehm für zart besaitete. Lustig ist, dass durch Zufall erneut die Entwicklung eines Computerspiels handlungsbestimmend ist – das hatte ich doch neulich erst.

Zwei Nebencharaktere nehmen im Folgeroman Todesbräute das Ruder in die Hand. Da bin ich sicher dabei.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Todesschrei”, orig. “Die for me” von Karen Rose
Gelesen im Juli 2009 · Lesezeit: zwei Wochen
Quelle: neu aus dem Buchladen

13 Jul

Buch: Spiel unter Freunden

Nachdem fünf Freunde in ihrer kleinen Hinterhof-Softwareschmiede Monkeewrench das Online-Spiel Serial Killer Detective entwickelt und dann als Testversion ins Netz gestellt haben, müssen sie mitansehen, wie die dort beschriebenen und illustrierten Mordszenen nacheinander in die reale Welt überführt werden. Obwohl die schnell hinzugezogene Polizei somit stets weiß, was als nächstes kommt, scheint der Täter immer einen Schritt voraus zu sein…

Mit viel Spannung und erstaunlich viel Humor erzählt das aus Mutter und Tochter bestehende Autoren-Duo einen interessanten und gar nicht mal so abwegigen Fall, bei dem Atmosphäre und Handlung gleichsam ein dichtes Netz bieten. Nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Übersetzung dieses Erstlingswerkes macht die gemeinsame Ermittlung mit den beiden Fander-Teams – und somit das Lesen – durchgehend Spaß. Das zweite Buch der beiden Schriftstellerinnen liegt bereits in meiner Warteschleife.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Spiel unter Freunden”, orig. “Monkeewrench” von P. J. Tracy
Gelesen im Juni 2009 · Lesezeit: zwei Wochen
Quelle: neu aus dem Buchladen

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