04.12.2017   ·   Blog , Kirby

Ich habe Wordpress noch nie wirklich gemocht und doch immer mal wieder hier und da einen damit betriebenen Blog aufgesetzt. Es ist ja auch schnell installiert, läuft nahezu überall und mit Alternativen ist es nicht weit her.

Halt, ist das wirklich so?

Mit Wordspress und den entsprechenden Plugins lässt sich ja vom privaten Blog über ein Unternehmens-CMS/DMS bis zum Shop so ziemlich alles realisieren - also gilt es bei der Suche nach Ersatzprodukten auch bitte in die richtige Richtung zu schauen, denn eine eierlegende Wollmilchsau benötigt man ja eher selten. Genauso wie Joomla oder Typo3 erscheint mir Wordpress häufig überdimensioniert.
Und wenn man sich mal umschaut, wie man einen Blog noch betreiben kann (sofern man ihn denn überhaupt selber hosten möchte), findet man dann doch einiges. Vieles hiervon habe ich auch mal ausprobiert und testweise genutzt. Bolt, Craft, Pagekit - so richtig gefallen haben sie mir nicht. Gerne mal probieren würde ich Ghost, aber hierfür fehlt mir die Node.js-Unterstützung.
Hängen geblieben bin ich jetzt bei Kirby, einem kompakten CMS von Bastian Allgeier, dass ganz ohne Datenbank auskommt.

Ohne Datenbank?

Statt in MySQL werden alle Informationen in einer Dateistruktur abgelegt. Sowohl die Artikeltexte, als auch die Medien und alle Steuerdateien finden sich in dieser Struktur wieder, wodurch lediglich ein Texteditor und ein FTP-Programm benötigt werden. Dennoch hat Kirby auch ein Backend (hier "Panel"), mit dem das komfortable Arbeiten am Browser möglich wird und eine einmalig eingerichtete Seite beispielsweise problemlos einem "Kunden" überlassen werden kann. Das Schreiben und Layouten eines Beitrages kann man schön mit Markup machen.

Tolle Sache!

Kirby läuft nahezu überall und bringt kaum technische Anforderungen an den Server mit. Apache 2 und PHP ab 5.4 sind die einzigen Bedingungen für Kirby in der Version 2. Wie erwähnt wird auch keine Datenbank benötigt, wodurch beispielsweise Backups und Umzüge viel einfacher sind. Kirby gilt unter anderem hierdurch als sehr sicher - vor allem, wenn man auf das Panel verzichtet, was bei Websiten, die keine regelmäßige Aktualisierung erfahren durchaus sinnvoll sein kann. Der Seitenaufbau geht wirklich fix und ist auch auf mobilen Endgeräten sehr schick. Die Transparenz, die durch die Flatfiles und ihre logische Anordnung gegeben ist, lassen Eingriffe und Änderungen am System weitaus einfacher zu, als es bei Wordpress für mich der Fall war. Anpassungen oder gar der Eigenbau eines Themes erscheinen mir deutlich schneller durchgeführt und PHP-Einsteiger dürften sich bei Kirby wohler und weniger erschlagen fühlen, als es bei Wordpress der Fall ist. Die Dokumentation ist spitze und das Forum eine gute Anlaufstelle.

Wermutstropfen

Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Die Auswahl an Themes und Plugins ist überschaubar und um sich über letztere einen Überblick zu verschaffen, muss man GitHub durchwühlen - hier wäre eine übersichtliche Darstellung, wie sie es für die Themes gibt, super.
Ja, vielleicht ist Kirby etwas mehr für Bastler - mir macht das Basteln hier komischerweise aber mehr Spaß als an Wordpress. Wer sich mit HTML, PHP und CSS partout nicht beschäftigen möchte, der wird mit Kirby wahrscheinlich nicht glücklich. "Out of the box" und lediglich mit einem Theme individualisiert ist Wordpress da dann einfacher.
Dass die Lizenz einmalig 15 Euro für eine private Website kostet sollte erwähnt werden, wird von mir aber nicht als Kritikpunkt akzeptiert.

Also?

Für mich überwiegen die Vorteile deutlich und wie Ihr seht, gebe ich Kirby gerade eine Chance sich zu beweisen. Die Community ist sehr hilfsbereit. Sie ist kleiner als die Wordpress-Gemeinschaft, klar. Aber im Gegensatz zu anderen Wordpress-Alternativen ist sie sehr lebendig.


Bilder: getkirby.com


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Kommentare

Sven 21.12.2017

Danke für den Tipp, schaue ich mir mal an.

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