Lediglich in öffentlichen Verkehrsmitteln lebt der Schienenruckler. Er ist Einzelgänger, höchstens an Haltestellen in Gruppen anzutreffen und in der Regel durch hellgrüne und kurzärmelige Hemden zu erkennen. Den Namen hat diese Spezies seiner Bewegungsweise zu verdanken, die sich durch besondere Grobmotorik auszeichnet und ganze Stahlberge ruckeln lässt. Anders als der zur gleichen Familie gehörende und optisch nicht zu unterscheidende Samftfahrer sind Sehzentrum und Gefühl-Lappen beim Schienenruckler nicht so ausgeprägt, so dass Hindernisse, Stadtbahnstationen und Lichtsignalanlagen oft erst sehr spät erkannt werden können. Ein weiteres Familienmitglied ist der sogenannte Busheizer. Aber das ist eine andere Geschichte…

Getreu dem Motto “Mal schauen, was die Leute so gut finden”, werde ich auf neue iPhone-Programme häufig durch die Top-25-Listen des App Stores aufmerksam. Nicht selten gibt es da totalen Blödsinn in Form von Taschenlampen- oder Wasserwaagenanwendungen – aber der ein oder andere Schatz ist da eben auch mal bei. So verhält es sich auch mit Stone Loops! of Jurassica. Dieses Spiel mit dem etwas unhandlichen Namen, greift eine eigentlich nicht neue und sogar auf dem iPhone unter dem Titel Zuma bereits zuvor erhältliche Spielidee auf. Es gilt die zielstrebig auf das Ende einer Bahn zustrebende Kugel-Kette aufzulösen, indem gleichfarbige Kugeln kombiniert werden.

Das Spielprinzip ist nicht zuletzt durch die einfache und intuitive Steuerung und die grafisch sehr ansprechende Aufmachung super kurzweilig, und bietet sich für eine kurze Partie in der Straßenbahn ebenso an, wie für ein gemütliches Match daheim. Zwei Spielmodi, zahlreiche Level und verschiedene Steuermöglichkeiten machen Spaß und das 79-Cent-Schnäppchen somit zu einem Muss auf jedem iPhone und iPod-Touch! Zum ausprobieren gibt es eine Lite-Version.

P6284234Auf der schwedischen Insel Rone findet jedes Jahr die Kubb-Weltmeisterschaft statt, Berlin hat die German Kubb Masters und in Rostock werden die Kubb Open veranstaltet. Das auch Wikinger-Schach genannte Spiel an der frischen Luft ist also stark im Kommen und seit diesem Jahr hat auch Hannover seine eigene Kubb-Veranstaltung!

Sechzehn mutige Wikinger kamen am gestrigen Sonntag zusammen, um ihre Kräfte im Rahmen des 1. Kronsberger Kubb-Turniers zu messen. Nachdem das Los über die Teamgestaltung entschieden hat, wurde auf zwei Feldern geworfen und getroffen, was das Holz hergab. Viel Geschick, etwas Glück und so mancher tragische Moment sorgten für einen kurzweiligen und spaßigen Nachmittag. Nach sieben Spielen und einer Stärkung in Form von “Kronsberger Klopsen” (gegrillten Mettbrötchen) und Muffins stand dann das Ergebnis fest:

1. Platz: Doreen, Mathias, Tim, Wiebke
2. Platz: Alex, Bettina, Sebastian, Tina
3. Platz: Daniel, Hendrik, Joelle, Sascha
4. Platz: Björn, Saskia, Stefan, Yvonne

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Überdosis Spielzeug-Action

Wenn es hoch kommt waren es zehn. Also jetzt nicht nur die Minuten mit Handlung, sondern die Damen im gut besuchten Kinosaal – und die haben sich den zweiten Teil der Transformers-Serie wahrscheinlich auch nicht freiwillig angeschaut, sondern keine Ahnung gehabt, auf was sie sich einlassen.

Wie beim letzten Mal, geht es um gute Metallmonster, die an der Seite der Menschheit – äh, also der US Army – kämpft und um böse Metallmonster. Tja, und die kloppen sich eigentlich die ganze Zeit. Fertisch…

…aber trotzdem unterhaltsam. Während des Films hat man den Eindruck, dass Terminator, Star Wars und American Pie gleichzeitig ablaufen und das Drehbuch dem Autorenstreik zum Opfer gefallen ist. Action, Witz und Selbstironie sind aber in Hülle und Fülle vorhanden, und springen rettend ein. Kommen dann noch Autos, Frauen und Nockenwellen hinzu, haben wir einen akzeptablen, coolen “Männerfilm”, dessen Konsum einen nicht schlauer, dafür aber jede Menge Spaß macht.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 25. Juni um 19:30 · im Maxx Hameln mit Daniel · Saal 2, Platz 15/13 · Kostenfaktor: 8,80 Euro

logolandWenn man so durch die Buchhandlung schlendert, greift man nach manchen Büchern aufgrund der guten Platzierung in irgendwelchen Bestellerlisten, manchmal ist man wegen des Autors aufmerksam und ab und zu liegt es schlicht am auffallenen Cover. So war das auch bei Logoland. Und während diese Vorgehensweise sonst nicht immer zu einer guten Geschichte führt, war das hier ausnahmsweise mal nicht so.

Man stelle sich eine Welt vor, die ausschließlich durch Wettbewerb, Marktwirtschaft und Globalisierung definiert ist. Die haben wir doch schon? Denkste! In der von Max Barry geschaffenen satirischen Welt sind Straßen und Schulen ebenso privatisiert wie die Polizei, die Beauftragung eines Krankenwagens kann nur nach Nennung der Kreditkartennummer erfolgen und den eigenen Nachnamen bekommt man von seinem Arbeitgeber. Alle großen Konzerne sind in einem der beiden konkurrierenden großen Bonusprogrammen organisiert – McDonalds, Nike und Appple auf der einen, Burger King, Reebok und IBM auf der anderen Seite. Die Regierung ist – gut, ein weniger utopischer Aspekt – pleite und machtlos.

Wie kurbelt man den Absatz eines für 85 Cent produzierten und für stolze 2.500 Dollar angepriesenden Sportschuhs an? Hier ist neue und bahnbrechende Form des Guerilla-Marketings erforderlich: Man erschieße einige Kunden und lasse es so ausschauen, als würden diese nur für den Besitz der künstlich verknappten Ware töten.

Hören Sie, es geht mir hier um mehr als um eine neue Werbekampagne. Es geht mir darum, die Regierung loszuwerden – das größte Hindernis in der Geschichte der Wirtschaft. Natürlich hat die Sache eine Kehrseite – anders ist es eben nicht möglich. Ja, es sind ein paar Menschen dabei umgekommen. Aber betrachten Sie einmal den Vorteil!

Max Barry beschreibt sein bedrückendes Logoland plastisch und beklemmend, dabei machen die realen Markennamen seine Vision erschreckend realisitisch. Schmunzler und Kopfschüttler wechseln sich beim Lesen ab und machen die Lektüre wertvoll.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · “Logoland”, orig. “Jennifer Government” von Max Barry · Gelesen im Juni 2009 · Lesezeit: eine Woche · Quelle: neu aus dem Buchladen

Meine Nacht der Museen

Neue Hologramme sollen den Besuchern fortan Geschichte greifbar und die klassischen Exponate des New Yorker Naturkundemuseums überflüssig machen. Diese werden sicher verpackt ins Archiv geschickt. Da unter ihnen auch die magische Tafel von Ahkmenrah ist, erwacht somit der ganze Komplex zum Leben, und erneut liegt es in den Händen des Nachtwächter-Pechvogels Larry (Ben Stiller, Tropic Thunder, Meine Braut, ihr Vater und ich) alles in den Griff zu kriegen. Parallel dazu versucht der ägyptische Pharao Kahmunrah nun nachzuholen, was ihm zu Lebzeiten nicht gelang – lispelnd die Weltherrschaft zu erlangen.

Viele schicke Effekte und zahlreiche Gags machen auch den zweiten Teil sehenswert, wenngleich es sich natürlich eher um einen Aufguss handelt und die Story kaum Neues bietet. Schön ist, dass alle Nebenfiguren von Bedeutung auch im zweiten Teil zu finden sind und darüber hinaus neue, interessante Ausstellungsstücke hinzukommen. An so manche bekannte Situation wird nett angeknüpft und dem Protagonisten nun eine Partnerin an die Seite gestellt.

Die hannoversche Nacht der Museen (das war Zufall) lässt sich sicher langweiliger erleben.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 12. Juni um 23:00 · im Cinemaxx Hannover Nikolaistraße mit Joelle, Bettina und Mathias · Saal 6, Platz B09 · Kostenfaktor: 8,50 Euro

Man möge meinen, Überreste aus einem anderen Jahrhundert oder Spuren einer fernen Zivilisation zu sehen – und doch ist man ganz nah dran.

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Ich habe mir das so schön vorgestellt.
Nachdem Wordpress das Erscheinen einer neuen Version bemerkt und mich darauf hingewiesen hat, wollte ich – nicht ohne zuvor die Dateien und Tabellen brav zu sichern – auf den Knopf zur automatischen Aktualisierung drücken. Das Drücken hat auch geklappt. Nicht aber die Aktualisierung. Auch beim mehrmaligen Versuch zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Tagen blieb die Anzeige beim “Entpacken” hängen, der Blog aber immerhin lauffähig. Nur halt unter 2.7. Schade.

Naja, nun habe ich also wieder händisch die aktuellen Dateien hochgeladen und die Datenbank aktualisiert. Scheint zu klappen. Wie das alles geht, steht hier.

Hat jemand ne Idee, warum der Automatismus bei mir nicht nicht funktioniert? Ich werde es beim nächste Update wieder versuchen…

millionaerNachdem ich das Erstlingswerk von Tommy Jaud mit viel Spaß gelesen habe, musste ich mir auch gleich dieses Buch besorgen. Anknüpfend an die Handlung im ersten Teil, wird der Werdegang des ehemaligen T-Punkt-Mitarbeiters Simon Peters auch hier äußerst unterhaltsam und mit viel derben Sprachwitz geschildert.

Ich beginne mit einer Mail an Sony Ericsson, in der ich darauf hinweise, dass das Handywörterbuch des K610i weder »Arschkrapfen« noch »Schnellfickerschuhe« kennt. An Vittel schicke ich eine Mail, weil ihre scheiß Plastikflaschen stundenlang nachknacksen, wenn man sie mal eingedellt hat. Mehrfach bin ich schon vor Schreck aus dem Bett geschossen wegen des Geräusches, Einbrecher hab ich gedacht und bin mit Taschenlampe wirr durch die Wohnung gestolpert, dabei war’s nur ’ne billige Franzeckenflasche.

Wacker und unermüdlich kämpft Simon gegen die Ungerechtigkeiten seiner kleinen Welt, die “Königin der Unterschicht” und um eine Möglichkeit seiner prekären Lage zu entfliehen.
Leider werden viele liebenswerte Nebencharaktere des ersten Teils nur kurz erwähnt und spielen für die Geschichte keine große Rolle, während sich die neu geschaffenen eher im Hintergrund aufhalten.

Dennoch: Dir hat der Vollidiot gefallen? Dann mach mit dem Millionär weiter!

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · “Millionär” von Tommy Jaud · Gelesen im Juni 2009 · Lesezeit: eine Woche · Quelle: neu aus dem Buchladen

Arni is back

Etwa ein Duzend Nasen befand sich im Kinosaal. Verunsichert, ob diese Tatsache an der Anzahl der Vorstellungen (alleine am Raschplatz lief der Film am Abend vier mal), den Kritiken oder wirklich an der Qualität des Streifens liegt, gesellten wir uns hinzu. Kurz darauf befanden wir uns im Jahr 2018, haben den atomaren Super-GAU hinter uns, und unser Planet gleicht einem endlosen Ödland. So weit, so schlecht. Glücklicherweise beherbergt diese Wüste nicht nur blecherne Terminatoren, sondern auch einige Zellen des Widerstands, in denen sich Menschen zusammenschließen und unter der Führung von John Connor (Christian Bale, The Dark Knight) gegen die mechanische Vorherrschaft ankämpfen.

Schaut wirklich jemand einen Actionfilm der Story wegen? Liest man die Kritiken um sich herum, möge man meinen schon und ausschließlich. Unvoreingenommenen Kinogängern sei jedoch empfohlen diese zu vernachlässigen und sich an der wahnsinnigen Materialschlacht, einer apokalyptischen Stimmung in Bild und Ton und schönen Effekten zu erfreuen. Zeigt den “Das ist doch unlogisch”-Menschen und Zeitreiseskeptikern die kalte Schulter und verlasst den Kinosaal wie ich – mit einem Grinsen im Gesicht.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 08. Juni um 19:30 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Daniel, Alex und Bernd · Saal 10, Platz B12 · Kostenfaktor: 8,00 Euro