4Jul 08

Hancock

Kinosaal

Superheld mit Mundgeruch

Superheldenfilme nehmen sich trotz ihrer Comic-Herkunft selbst häufig ziemlich ernst und wichtig. Anders ist das bei Hancock. Der Film startet locker, lebendig, agil. Hankock ist hier der Superheld - ein zynischer Kerl, den man nicht gerade als Gewinner der Gesellschaft bezeichnen würde. Er ist meist besoffen, flucht und pöbelt sich durchs Leben und seine soziale Kompetenz hat die Größe von Spidermans Nasenloch. Doch er macht seinen Job - vereitelt Straftaten, verhindert Unfälle und rettet Menschen. Das Ganze meist mit Kollateralschäden in Millionenhöhe und zum zunehmenden Leidwesen der Bürger und ihrer weltlichen Ordnungshüter. Ändern soll sich dieser Zustand durch die Unterstützung eines PR-Beraters, zahlreiche Gruppentherapiesitzungen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.
Schade eigentlich, dass aus diesem herrlich unkonventionellen Freak mit Mundgeruch so langsam ein 0815-Held im Gummieinteiler werden soll und die Story mit tragisch-dramatischen Elementen belastet wird. Ich hätte mir die Genreparodie auch ohne diese Entwicklung gerne angesehen und dann möglicherweise auch einen weiteren Stern spendiert. Aber dennoch ist der Film durchaus gelungen, weitestgehend gut gespielt und technisch ansprechend umgesetzt.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 02. Juli um 20h · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 4, Platz G6 · Kostenfaktor: 7,00 Euro

Kaum ist die Fußball-EM vorbei, steht auch schon das nächste Sport-Event vor der Tür. Ich bin ja schon kein Fußballfan - obgleich ich dieses Jahr so viele Spiele gesehen habe wie noch nie -, aber die Sommerspiele wecken bei mir keinerlei Interesse.

Werbung für die Veranstaltung macht jetzt Amnesty International. Vielleicht schaut’s dann ja der ein oder andere.




via http://www.ibelieveinadv.com/

…wie wird das wohl 2010. Da müssen die Bilder ganz aus Afrika kommen.


800 Musiker, 100 Bands, 20 Orte und 10 Stunden - die Bilanz der Fête de la Musique in Hannover am vergangenen Samstag. Die unterschiedlichsten Musikrichtungen, kombiniert mit tollem Wetter haben mal richtig Spaß gemacht. Und als Partylocation scheint eine U-Bahnstation ideal zu sein. :o)

Zum Starten der Fotostrecke auf eines der Bilder klicken:

DJ am GeorgsplatzA cappella-Gruppe Am HauptbahnhofJunggesellinnenabschied oder Musikakt?!Jazz am BallhofGeorgsplatzDJ am GeorgsplatzDJ am GeorgsplatzMosaikpalast, U-Bahnstation KröpckeMosaikpalast, U-Bahnstation Kröpcke

Angriff der Pusteblumen

Ein schneller Einstieg. Gleich in den ersten Minuten wird der Zuschauer Zeuge der mysteriösen Ereignisse: Menschen begehen leminggleich Selbstmord. Keine lange Einführung, kaum emotionaler Aufbau der Charaktere. Hierunter leidet der Film sehr lange. Dennoch: Fesselnd und spannend. Mark Wahlberg kommt gewohnt unmotiviert rüber. Nicht überzeugend. Idee, Geschichte und Bildführung können die Dialogschwächen jedoch gut kompensieren. Erkenntnis: Immer schön lieb zur Natur sein.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 17. Juni um 20h15 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit Alex · Saal 1, Platz J17 · Kostenfaktor: 5,50 Euro

Der Alte Mann und sein außerirdischer Glaskopp

Irgendwann habe ich mal einen Indiana Jones-Film gesehen. Keine Ahnung wann und keine Ahnung welchen Teil. Insofern bin ich jetzt schon mal als alles andere denn als Fan geoutet. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich auch durch den letzten Kinobesuch nicht unbedingt zu einem geworden bin.
Natürlich macht es Spaß dem noch immer agilen Aktionarchäologen zuzuschauen, wenn er gegen Eingeborende, russische Grabräuber und seine Schlangenphobie kämpft. Auch mit den Aliens kann man ja leben. Aber irgendwie strahlt der ganze Film eine seltsame Stimmung aus. Er hat etwas unantastbares und scheint sich alles erlauben zu können. Zusammenstückelung von Szenen, die nichts miteinander zu tun haben, Filmfehler am laufenden Band (die es gar nicht zu suchen und zählen lohnt)… Versteht mich nicht falsch, ich bin der letzte der in einer Kinounterhaltung zwanghaft einen Sinn und literweise Anspruch suchen muss und kann mich auch mal gut mit Aktion, lockeren Sprüchen und netten Effekten amüsieren, aber von superteuren Megaproduktionen wie James Bond, Starwars, Herr der Ringe oder eben Indiana Jones erwarte ich etwas mehr “Boaaah”-Faktor.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen · Gesehen am 10. Juni um 20h40 · im Cinemaxx Hannover am Raschplatz mit AJ und Kai · Saal 3, Platz B12 · Kostenfaktor: 6,00 Euro

Die Innenstadt Hannovers konnte am Sonntag autofrei erlebt werden. Durch die Sperrung für den motorisierten Verkehr waren die Straßen frei für Radler, Skater und Fußgänger und zugleich Bühnen für unterschiedliche Veranstaltungen. Auch unser Ministerpräsident Christian Wulff hat sich unter das Volk gemischt und wurde über die neusten Trends zum Thema erneuerbare Energien auf dem Solarfest am neuen Rathaus informiert.

Zum Starten der Fotostrecke auf eines der Bilder klicken:

Also ich stehe ja total auf Eselsbrücken. Für viele Dinge gibt es ja gängige Reime, Sprüche oder Sinnbilder, um sich die unterschiedlichsten Informationen merken oder Sachen sortieren zu können. Hier mal eine kleine unvollständige Sammlung zur Horizonterweiterung zwischendurch. Ergänzungen und Optimierungen sind natürlich gerne gesehen.

Die Schichten des OSI-Referenzmodells als theoretische Grundlage von Kommunikationsprotokollen beispielsweise, merkt sich der Informatiker durch das Bild eines schimpfenden Fastfood-süchtigen Hackers und seinen Ausspruch “Please do not throw salami-pizza away!” (Physical, Datalink, Network, Transport, Session, Presentation, Application). Eine sphärische Linse ist entweder konvex - also nach außen gekrümmt - oder konkav. Analog dazu kann sich der weibliche Bauch verhalten: Ist das Mädchen brav, ist ihr Bauch konkav. Hat sie zu viel Sex, wird er schnell konvex! Übrigens: Zwei hatten Sex und gaben nicht Acht. –> 268 Tage ist die Dauer einer durchschnittlichen Schwangerschaft. Mindestens einmal hat man in diesem Zeitraum die Uhren umstellen müssen. Ob die Zeiger nun vor- oder zurückgedreht werden, lässt sich durch die Gartenmöbelregel (im Sommer stell man die vor das Haus und im Winter zurück) erkennen.

Um Tiere und Pflanzen zu klassifizieren, steckt man sie in die Linnesche Systematik und diese wiederum lernt man im Biologieunterricht. Aber welcher Nichtbiologe bekommt Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung und Art noch in die richtige Reihenfolge? Durch die rosa Schweinchen jeder! Denn: “Rosa Schweinchen kämpfen ohne Furcht gegen Alligatoren”! Und während Alligatoren zur Familie der Krokodile gehören, passen in die Familie der Rüsseltiere die Elefanten. Afrikanische sind dabei die mit den langen Ohren, bei indischen sind diese mindi, äh mini. Apropos mini. Bis 2006 war “Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten” ja das Mittel der Wahl, um sich unser Sonnensystem mit Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto zu merken. Letzterer ist damals aber wohl größentechnisch überschätzt worden und nun nicht mehr zu den Planeten zu zählen. Dann erklärt der Vater eben “… unsere Nachbarplaneten”, die jetzt nur noch acht sind. Noch immer gibts aber den Mond. So lange der nicht abgeschafft wird, kann er ab- und zu- und dabei die Form von einer Klammer annehmen. Dabei gilt auf dieser unseren Nordhalbkugel: Klammer zu, Mond nimmt zu!

Vom Mond und dem damit verbundenen Nachtleben lässt sich doch eine tolle (Esels-)Brücke zum Thema Alkohol schlagen. Chemiker nennen den Stoff der Gedächtnislücken ja eher Ethanol und schreiben ihn als Summenformel C2H5OH. Zu dieser kommt man, wenn man die Bestellung “Herr Ober! 5 Helle und 2 Cognac” rückwärts aufgibt. Konsumiert ein Matrose das alles alleine ist es kein Wunder, wenn der Kapitän am nächsten Morgen fragen muss “Welcher Seemann liegt bis neun im Bett?”. Hierdurch kann er sich dann aber auch gleich merken, dass die Ostfriesischen Inseln von Ost nach West in der Reihenfolge Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und Borkum angeordnet sind. Da das Bett aus Borke ist, verwechselt er dabei auch nie Baltrum und Borkum.
Wahrscheinlich bekommt der Seemann am nächsten Morgen vom Kapitän - er ist Rechtshänder - eine Ohrfeige und somit eine rote linke Backe. Logisch, denn Backbord ist links und wird durch rote Laternen beleuchtet. Reihert der Matrose anschließend nach Luv, also zur windzugewandten Seite, dann kommt es wieder ruff. Besser wäre es also, wenn er nach Lee spuckt, denn da geht es in die See!

16May 08

rec

Kinosaal

Eine Zombiedokumentation

Das zwei Mann starke Kamerateam eines Lokalsenders begibt sich in eine Feuerwache, um für die Sendung “Während Sie schlafen” das mehr - oder hier anfänglich eher weniger - spannende Leben während einer Nachtschicht zu dokumentieren. Die Brisanz des Auftrags ändert sich jedoch schlagartig, als die beiden mehrere Feuerwehrleute zu einem harmlos erscheinenden Einsatz begleiten…

Aus der Vereinigung von Handkameraperspektive und Pseudodokumentation à la Blair Witch Project einerseits und gängigen Stilmitteln von Zombiefilmen andererseits lässt sich einiges machen. Und das schafft dieser spanische Streifen auch!

Bewertung: 4 von 5 Sternchen · Gesehen am 15. Mai um 20h30 · im Cinemaxx Hannover in der Nicolaistraße mit Alex · Saal 5, Platz B8 · Kostenfaktor: 7,50 Euro

Dringend abzugeben und vor “unsachgemäßer Entsorgung” zu bewahren:
Fünf gemischte - also Kater und Katzen - in liebevolle Hände. Die Kleinen sind ein paar Wochen alt.


Update:
Lager ist geräumt, alle Kätzchen weg!