23 Dez

Buch: Ich darf nicht schlafen

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Wenn mal wieder der Beweis zu erbringen wäre, dass geschicktes Marketing nur allzu oft mangelnde Qualität wett zu machen versucht, bietet sich dieses Buch an: Man schreibe “Thriller” auf ein auffallend gestaltetes Cover, klebe – frei von jeglichen Bezug – eine Motte drauf und spart sich dafür den Inhalt. Und damit beim Durchblättern nicht auffällt, dass die meisten Seiten leer sind und um eine Mindestdicke zu erreichen, schreibt man einfach stets den gleichen Text hinein.

Die Grundhandlung hat dabei eigentlich Potential: Christine wacht in einem Ihr fremden Schlafzimmer neben einem Unbekannten auf und erfährt im weiteren Verlauf, dass sie unter einer besonderen Art einer Amnesie leidet, die sie über Nacht sämtliche Erinnerungen vergessen lässt. Verlässlich und seit Jahrzehnten. Mit Hilfe eines Tagebuchs versucht sie die Gewalt über ihr Leben zurück zu gewinnen.

Steve Watson verdeutlicht diesen Sachverhalt nun auf etwa die gleiche Weise, wie Bill Murray vor fast 20 Jahren in Und täglich grüßt das Murmeltier. Nur nicht mit lustig. Wenn man beim Lesen dann so hartnäckig bleibt wie ich, da man sich fragt, wann denn nun der Thriller-Teil des Romans anfängt, stellt man fest, dass die Auflösung der Geschichte leider genauso fade ist wie ihr Rest und das Genre-Label hier wieder einmal nur missbräuchlich als Kaufhilfe eingesetzt wurde. Ärgerlich und nicht empfehlenswert.

Bewertung: 1 von 5 Sternchen
“Ich. Darf. Nicht. Schlafen.”, orig. “Before I go to sleep” von S. J. Watson
Gelesen im Dezember 2011
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

29 Nov

Buch: Erbarmen

Das dänische Sonderdezernat Q wurde neu eingerichtet und gleich spektakulär besetzt: Da ist zum einen der zwar talentierte, aber nicht immer motivierte Ermittler Carl und zum anderen sein “Assistent” Assad, der eigentlich als Putzkraft eingestellt wurde. Ihre Aufgabe besteht darin, bereits seit langem geschlossene Aktendeckel zu öffnen und nie geklärte Fälle neu aufzuarbeiten.
In Erbarmen setzt Jussi Henry Adler-Olsen sein ungleiches Duo auf das Verschwinden der jungen Parlamentsabgeordneten Merete Lynggard an, deren hoffnungsvolle Karriere von einem Moment auf den anderen auf der Fähre zwischen Deutschland und Dänemark beendet wurde. Welchen Grund hätte sie für einen Freitod gehabt? Hatte sie politische Gegner? Welche Rolle spielt ihr Bruder?

Auf zwei zeitlich versetzten Ebenen wird die Geschichte auf sehr spannende Weise erzählt und ist schnell gelesen. Die Figuren werden detailliert beschrieben und der Leser auf eine längere Reihe um das Ermittler-Team vorbereitet. Da werde ich am Ball bleiben.

Bewertung: 4 von 5 Sternchen
“Erbarmen”, orig. “Kvinden i buret” von Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen
Gelesen im November 2011
Quelle: geliehen

19 Okt

Buch: Der Fledermausmann

Harry Hole habe ich schon einmal auf einer Ermittlung begleitet – nun war ich mit ihm in Australien. In seinem chronologisch ersten Fall hat er dort am anderen der Welt einen Mord an einer Landsfrau aufzuklären.
Die eigentliche Kriminalgeschichte hebt sich nicht wirklich aus der Masse ab, aber überaus gefallen haben mir die Einblicke in den fernen Kontinent und die Welt der Aboriginies. Kommissar Hole wird sympathisch in die Serie eingeführt und ich habe mir sagen lassen, dass Nesbø von Buch zu Buch besser werden soll. Das werde ich sicher noch überprüfen.

Der Fledermausmann liest sich ziemlich schnell, hat dabei einen sehr unausgeglichenen Spannungsbogen, macht in Summe aber durchaus Spaß. Drei Sterne.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
“Der Fledermausmann”, orig. “Snømannen” von Jo Nesbø
Gelesen im Oktober 2011
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

29 Sep

Film: Hell

Nach all den apokalyptischen Filmen setzt jetzt auch aus deutscher Perspektive Endzeitstimmung ein und Tim Fehlbaum bringt sein Regiedebüt Hell auf die Leinwände. Sobald man sich der deutschen Herkunft bewusst ist, erkennt man, dass der Titel mindestens doppeldeutig, wahrscheinlich aber eher das Gegenteil von dunkel gemeint ist – passt auch ganz gut, denn zum Thema wird hier die Sonne und ihre vernichtende, weil durch Sonnenstürme aus dem Takt geratene Kraft.

Die Menschheit ist in kurzer Zeit – wir befinden uns im Jahre 2016 – stark dezimiert. Einerseits durch die direkte Gefahr der Sonnenstrahlen, andererseits durch die indirekten Folgen in Form von Dürren, Hungersnöten und Wasserknappheit. Durch dieses trostlose Szenario begleiten wir Marie (Hannah Herzsprung), ihre kleine Schwester Leonie und Phillip auf den Weg in die sicher erscheinenden Berge.

Nun, irgendwie war ich beim Schauen hin und her gerissen. Es gibt die wirklich guten, stimmigen und spannenden Szenen, aus der perfekten Perspektive gefilmt. Und und es gibt die 08/15-Momente, bei denen man auch einem Tatort oder der Lindenstraße gegenüber sitzen könnte. Dass das Genre durch eine deutsche Adaption nicht neu erfunden werden kann ist klar, aber ein paar eigene Ideen wären irgendwie schön gewesen und ein wenig mehr Logik und Kontinuität hätte ich mir auch gewünscht. Irgendwann ist dann auch die Sonne nicht mehr so wichtig und der Fokus, die Gefahr für das Trio, verrutscht komplett. Und dann – nach nicht einmal 1,5 Stunden – ist der Film auch ziemlich plötzlich wieder vorbei.

Die Kernidee finde ich gut und die Umsetzung, das ganze Farbschema, passt. Immerhin ist Mut dabei, ein Regiedebüt in diesem, für den deutschen Film gänzlich jungfräulichem, Genre zu platzieren. So manche Leistung der Beteiligten vor und hinter der Kamera kann man leider nur als “stets bemüht” bewertet. Das ist nicht immer genug.

Bewertung: 2 von 5 Sternchen
Gesehen am 27. September um 20:15
im Cinemaxx Hannover Raschplatz · Saal 9, Platz A7
Kostenfaktor: 7,50 Euro

28 Sep

Film: Sommer in Orange

Für mich als Nach-1980er mutet es irgendwie sehr seltsam an, wenn sich orangegekleidete Freaks in Kommunen zusammenrotten, ihren Guru Bhagwan verehren und täglich den Bettgenossen tauschen. Die Reaktion der bayerischen Dorfgemeinschaft, in die dieser wilde Haufen einfällt, kann ich somit leicht nachvollziehen. Mit ihrer Liebe zu FKK, ihrer Begeisterung für ewige Diskussionen und ihrer Verachtung gegenüber spießigen, fleischfressenden Trachtenträgern fallen sie hier natürlich auf und bringen das Dorfleben somit kräftig durcheinander.

Nach Der Name der Leute ist Sommer in Orange schon der zweite Film, den wir dieses Jahr im eher für Streifen abseits des Mainstreams bekannten Kino am Raschplatz geschaut haben. Und sicher ist es nicht der letzte.
Sehr spaßig wird hier mit unterschiedlichen Klischees gespielt und mit viel Augenzwinkern auf die sicherlich stark überzeichneten Eigenarten der kontroversen Gruppen eingegangen. Die kleine Amber Bongard empfiehlt sich mit ihrem Spiel zwischen den Fronten und als Tochter einer Guru-Anhängerin auf Selbstfindungstrip für weitere Hauptrollen.

Bewertung: 3 von 5 Sternchen
Gesehen am 16. September um 21:00
im Kino am Raschplatz · Colosseum
Kostenfaktor: 8,00 Euro

26 Sep

Padjelantaleden 2011

fiPadjelantaleden

Still und heimlich haben wir die letzten Urlaubstage in Hannover verbracht und sind nun schon wieder einige Zeit bei der Arbeit, da komme ich endlich auch mal dazu, ein paar Eindrücke von unserer großen Tour “zu Blog” zu bringen.

Es war großartig!
Anreise, Wanderung und der anschließende Stockholmaufenthalt waren einfach toll und die Eindrücke inmitten der ganzen Natur waren noch intensiver, als wir es uns vorgestellt haben. Die Ausrüstung hat alles brav mitgemacht, die Kamera schöne Bilder festgehalten und das Beste: Wir hatten Glück und tatsächlich “unseren” Elch gesehen.
Trotz viel Schweiß, Anstrengung und Regen war diese Reise ein rund um gelungenes Abenteuer der ganz besonderen Art, das uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

27 Jul

Natur & Zahlen

Ein sehr schöner Film über die mathematische Symmetrie der Natur

via: nils

23 Jul

Der Sack ist voll

Padje2

Mittlerweile haben wir unsere Ausrüstung nahezu komplett und die Vorbereitung auf unsere Padjelanta-Tour in den letzten Wochen weiter vorangetrieben. Hierzu gehören natürlich auch regelmäßige Märsche mit den vollgepackten Rucksäcken (65/85 und 50/60 Liter) – und die haben es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Unsere Packliste lässt sich in etwa so zusammenfassen:

Rund um’s Schlafen
Hier ist der größte Posten natürlich das Zelt. Für zwei Personen geeignet, silikonbeschichtet, mit Alu-Gestänge schön sturmfest und samt Abspannungen und Heringen drei Kilo schwer ruht es zwischen Deckel- und Hauptfach meines Rucksackes. Eine extra Bodenplane schützt Zelt und Bewohner hoffentlich vor unangenehmen Überraschungen durch Steine und ähnlichem. Isomatten (selbstaufblasernd, 3,8 cm dick) und Daunenschlafsäcke (1,2 Kilo) runden die Nacht-Ausrüstung ab.

Rund um’s Essen
Wie bereits erwähnt, versorgen wir uns zwei Wochen fast ausschließlich mit Trekking-Nahrung aus der Tüte. Insgesamt macht das Essen somit auch das meiste Volumen und Gewicht (gut zehn Kilo) unserer Ausrüstung aus und wird anfänglich für pralle Rucksäcke sorgen. Da das Essen aber gleich in den Tüten zubereitet werden kann, ist unsere Kochausrüstung relativ überschaubar und beschränkt sich auf ein Trangia-Sturmkocher-Set mit kleinen Töpfen, einem Spiritusbrenner und einer Minibratpfanne (für Rührei, Omelette und Pfannkuchen). Wasserflasche und Tasse sind dann noch dabei und ein kleiner Wasserfilter kommt auch mit. Knäckebrot, Müsliriegel, Schoki, Nüsse, Tee, Kakao & Co. müssen wir noch besorgen – ich habe keine Ahnung, wo wir damit noch hin sollen.

Rund um’s Anziehen
Jeden Tag ein frisches T-Shirt ist natürlich nicht. Somit haben wir nur einmal alles zum Wechseln dabei und müssen bei Bedarf unterwegs mal waschen. Regenhosen- und Jacken, Fleece-Oberteile und mückenstichdichte Hemden haben wir aber ebenso dabei, wie Hut, Halstuch und Sandalen. Letztere kommen dann zur Fußerholung am Abend und ggf. bei Bachfurten zum Einsatz.

Rund um die Hygiene
Gespannt bin ich auf die all-in-one Outdoorseife, die als Konzentrat für Körper, Haar, Geschirr und Kleidung genutzt werden kann und gleichzeitig ökologisch abbaubar ist. Wichtig ist natürlich auch der Sonnen- und Mückenschutz (wir versuchen es mit Anti-Brumm), das Zahnputzset, Handtücher und die Blasenpflaster. Desinfektionszeugs und Erste-Hilfe-Set (mit Verbandszeug, Schmerzmittel, Imodium, Voltaren und Micropur) sind ebenso an Mann und Frau, wie Klopapier und Brillenputztücher.

Rund um den Krimskram
Uhrzeitmann + Wildnis = Taschenmesserbedarf. Ist doch klar. Nach dem Abwegen zwischen sehr guten Bildern und sehr viel Gewicht muss nun die Spiegelreflex samt Wechselobjektiven daheim bleiben und macht Platz für eine Canon G11, für die ich gleich vier Akkus mitnehme und die in einer Ortlieb-Tasche schnell griffbereit ihren Platz findet. Der weitere Krempel im Deckelfach des Rucksacks besteht aus Taschenlampe (Fenix), GPS (Dakota), Kompass, Landkarte und ein wenig Reparaturzeugs zum Flicken, Nähen und Kleben. Papiere, Tickets, Notizbuch und ein Deck Spielkarten machen den Rucksack dann ganz voll und außen hängen abschließend noch die Wanderstöcke dran.

Ich bin gespannt, ob ich an alles gedacht habe und berichte nach der Tour, was von dem einen oder anderen Teil zu halten war. ;)

12 Jul

Buch: Die Therapie

Nach dem Motto “Das Beste kommt zum Schluss” habe ich jetzt auch endlich mal das erste Buch von Fitzek gelesen. Jeder der eines der späteren Werke aus seiner Feder mag, sollte die Therapie nicht verpassen.
Gänzlich ohne Blut und Ekel wird die bedrückende Geschichte eines verzweifelten Vaters auf der Suche nach Kind und Wahrheit erzählt. Wie gewohnt ist diese zwar stark konstruiert und spielt dabei auf mehr als einer Ebene gleichzeitig, aber Erzählstil und Spannung lassen meine Bewertung für den wahrscheinlich besten deutschen Thriller-Autor wie immer gut ausfallen.

Bewertung: 5 von 5 Sternchen
“Die Therapie” von Sebastian Fitzek
Gelesen im Juli 2011 · Lesezeit: eine Woche
Quelle: gebraucht vom schwarzen Brett gekauft

28 Jun

Fototuning am iPhone

Halftone

Foto-Apps für’s iPhone gibt es ja wie Sand am Meer. Meine zwei aktuellen Lieblinge für das schnelle Bildtuning stell ich mal fix vor.

Mit Halftone ist es möglich, aus einem Bild durch nur wenige Klicks ein Comic-Element zu machen. Zur Verfügung stehen hierfür verschiedene Papiersorten, Rahmenlayouts, Sprechblasen und Stempel und das fertige Bild kann natürlich nicht nur im iPhone-Album abgelegt, sondern auch gleich per eMail, Facebook oder Twitter verbreitet werden. Für kleine Grüße als Postkartenersatz oder einfach mal ein besonderes Foto finde ich Halftone ziemlich cool. (weiterlesen …)

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